Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
478.661
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Risikozuschlag PKK


| 16.05.2015 18:15 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden


Beitragszuschlag PKK


Sehr geehrter Ra.,

Seit April 1980 bin ich Mitglied in der PKK ( Central ).
nachdem die PKK ständig die Beiträge erheblich erhöht hat, habe ich Tarifwechsel innerhalb der PKK vorgenommen und bin seit dem 01.09.2008 in den so genannten KEH 750 Tarif( GKK ähnlich ).
Die Prämie für diesen Tarif hat sich bis heute fast verdoppelt, die Selbstbeteiligung ist von 750,-€ auf 1150.- € gestiegen.

Zu Beginn in 1980 wurde ein Beitragszuschlag erhoben ( wegen fehlender Zähne ) der sich bis zum Tarifwechsel am 01.09.2008 auf 114,36 erhöht hat, dieser Betrag wurde dann als Beitragszuschlag in den neuen Vertrag übernommen. Der Beitragszuschlag ist heute bei 229,87 angelangt.

In der Vertragslaufzeit hatte ich bis 2004 keine nennenswerten Erkrankungen.
Ende November 2004 erkrankte ich an einer Depression mit der ich mich bis April 2008 in Behandlung befand.

Nach dem April 2008 bis heute habe ich, bis auf eine Zahnarztrechnung , keine Behandlungen gehabt und dementsprechend keine Rechnungen bei der Central PKK eingereicht.

Auf mein Anschreiben, vor Umstellung auf meinen jetzigen Vertrag zum 01.09.2008, mit der Bitte um Info. wofür den der Zuschlag erhoben wird, wurde mir wörtlich mit geteilt.
" Diese wurde wegen allen bekannten Vorerkrankunken erhoben, wobei im Vordergrund die Depressionen stehen." (Antwort vom 18.07.2008).
Also konnte davon ausgehen, dass der Risikozuschlag für die Depressionen in dem Betrag von 114,36 € enthalten ist, und so wurde es auch in dem neuen Vertrag übernommen.

Im Januar 2015 habe ich die Central angeschrieben und meinen Unmut über die Prämiemerhöhungen etc. kundgetan, u.a. bat ich um Erklärung warum den der Tarif KEH 750 in der Prämie und Selbstbeteiligung so drastisch steigt . Ebenfalls bat ich um Erklärung wofür den im Einzelnen der Risikozuschlag erhoben wird.

Mein Schreiben wurde mit Standartanworten beantwortet, wobei mir aber als " Kulanz" zum nächsten Zahltermin einen Nachlass vor 50,-€ auf den Beitragszuschlag montl. gewährt.

Auf Nachfassen meinerseits erhielt ich Betreff des Beitragzuschlages folgende Antwort

" Beitragszuschläge werden für bestimmte Erkrankungen oder Kombinationen verschiedener Erkrankungen erhoben. Eine Abgrenzung wie viel Euro auf eine bestimmte Diagnose entfallen ist nicht möglich, da der Beitragszuschlag in Kombination berechnet wird"

Jetzt meine Fragen:

Ist eine derartige Risikozuschlag Erhebung zulässig ?.
Was kann ich gegenüber meiner PKK tun um den Zuschlag erheblich zu senken oder gar
abzuschaffen?

PS. Ein Wechsel in eine andere PKK ist altersbedingt nicht mehr möglich.


Vielen Dank.
ein leidgeplagter Privatpatient
16.05.2015 | 19:20

Antwort

von


213 Bewertungen
Johannes-Meyer-Str. 11
49808 Lingen
Tel: 0591 12079427
Web: www.versicherungsrecht-meyer.com
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Vorausgeschickt sei, dass Ihre Fragen umfänglich und abschließend nur bei Kenntnis der gesamten, also der alten und neuen, Versicherungsbedingungen und Tarifbestimmungen möglich ist.

Daher können hier nur die Grundsätze erläutert werden. Zunächst ist zwischen der Zeit vor und nach dem Tarifwechsel zu unterscheiden.

1.
Nach § 203 VVG ist der Versicherer berechtigt, die Prämie anzupassen. Erhöhungen sind daher möglich. Dies darf er aber nicht willkürlich und unabhängig angepasst werden, sondern nur dann, wenn sich die Rechnungsgrundlagen für den gesamten Tarif verändert haben (z.B. Sterbewahrscheinlichkeit, Stornowahrscheinlichkeit, Schadenregulierungskosten etc.) und zudem die Zustimmung eine unabhängigen Treuhänders vorliegt. Beides kann hier unterstellt werden. Bei begründeten Zweifeln lässt sich dies dem Grunde und der Höhe nach aber auch gerichtlich feststellen.

Die beim Vertragsschluss 1980 bereits vereinbarten Risikozuschläge durfte den obigen Ausführungen entsprechend daher angemessen angepasst werden.

2.
Nach § 203 Abs. 2 VVG steht Ihnen ein Recht zum Tarifwechsel zu, von dem Sie offenbar Gebrauch gemacht haben. Hierbei sollten Sie wissen, dass der Tarifwechsel nur eine Modifizierung des alten Vertrages ist und kein Abschluss eines neuen Vertrages. Dies hat zur Folge, dass Sie die im vorherigen Tarif erworbenen Rechte beibehalten. Dies gilt grundsätzlich etwa auch für die Erhöhung von Höchstsätzen bei einzelnen Versicherungsleistungen und die von der Versicherung bei Vertragsschluss vorgenommene Risikoeinstufung. Letzteres spielt für die Erhebung des von Ihnen kritisierten Risikozuschlags eine Rolle. Denn neu hinzu gekommene Risiken wie die Depression dürfen daher nicht für eine Erhöhung herangezogen werden. Aber Achtung: Etwas anderes gilt dann, wenn Behandlungen von Depressionen (Psychotherapie) vorher nicht vom Versicherungsschutz umfasst waren.

Im Übrigen kann der alte Risikozuschlag aber in den neuen Tarif übernommen werden. Dieser kann dann auch höher ausfallen, abhängig davon, welche Risiken bei Ihnen 1980 als das mit der Grundprämie abgedeckte Basisrisiko kalkulatorisch festgelegt wurden. Nur bezüglich das nicht mit dem Basisrisiko abgedeckte Risiko kann daher angemessen erhöht werden. Hierzu zählt in jedem Fall der „Zahnzuschlag".

Sie sehen, dass detaillierte Informationen notwendig sind, um Ihre Angelegenheit vollständig rechtlich bewerten zu können.

Einer ersten Einschätzung anhand Ihrer Schilderung zufolge dürften aber die nach 1980 aufgetretenen Erschwernisse nicht zu einer Erhöhung führen. Demnach wäre der Risikozuschlag abzusenken. Eine weitere rechtliche Geltendmachung dieser Absenkung erscheint daher angezeigt. Sollten Sie hierbei Hilfe benötigen, stehe ich Ihnen hierzu selbstverständlich gerne zur Verfügung. Das hier gezahlte Honorar würde auf die weiteren anfallenden Gebühren angerechnet werden. Kontaktieren Sie mich einfach unter der angegebenen E-Mail-Adresse. Diese finden Sie indem Sie mein Profil aufrufen, indem Sie auf meinen Namen klicken.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt André Meyer

Ergänzung vom Anwalt 16.05.2015 | 19:24

Im Übrigen wäre noch in Erfahrung zu bringen, ob möglicherweise ein Verlust der Altersrückstellungen zur Prämienerhöhung führte. Sollte dies oder der Tarifwechsel allgemein zur Prämienerhöhung geführt haben, wäre zu überprüfen ob ein Beratungsfehler vorliegt. In diesem Falle wären Sie so zu stellen, als hätten Sie die Tarifumstellung nicht bzw. ordnungsgemäß vorgenommen.
Bewertung des Fragestellers 25.05.2015 | 13:52


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt André Meyer »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 25.05.2015
5/5.0

ANTWORT VON

213 Bewertungen

Johannes-Meyer-Str. 11
49808 Lingen
Tel: 0591 12079427
Web: www.versicherungsrecht-meyer.com
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Versicherungsrecht, Medizinrecht, Zivilrecht, Kaufrecht, Vertragsrecht