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Risikolebensversicherung + Erbe

| 13.04.2007 09:58 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Hallo, Mein Partner ist vor ein paar Tagen gestorben. Er hat ausser Kreditkartenschulden (die Kreditkarte hatte er schon vor unserer Hochzeit LpartG) nichts an Erbe hinterlassen. Für mich als Ehemann hat er eine Risikolebensversicherung abgeschlossen um mich abzusichern. Nun meine Fragen. Wenn ich das Erbe ausschlage muss ich dennoch für die Kreditkarten aufkommen? Und wie ist das mit der Risikolebensversicherung. Wenn ich das erbe ausschlage, ist die dann auch weg? Ich brauche hier schnell eine Antwort. Danke.

13.04.2007 | 13:19

Antwort

von


(571)
Gerner Str. 17
80638 München
Tel: 089/30758845
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst mein aufrichtiges Beileid zu dem Verlust Ihres Lebenspartners.

Nun zu Ihren Fragen:

1.
Da Sie als Erbe (gegebenenfalls gemeinsam mit anderen erbberechtigten Personen) gemäß §§ <a class="textlink" rel="nofollow" href="http://bundesrecht.juris.de/bgb/__1922.html" target="_blank">1922</a>, <a class="textlink" rel="nofollow" href="http://bundesrecht.juris.de/bgb/__1942.html" target="_blank">1942</a> <a class="textlink" rel="nofollow" href="http://bundesrecht.juris.de/bgb/index.html" target="_blank">BGB</a> mit dem Todesfall vollständig und unmittelbar in die Rechtsposition des Erblassers eintreten, sind Sie auch verpflichtet, die Nachlassverbindlichkeiten zu tragen (§ <a class="textlink" rel="nofollow" href="http://bundesrecht.juris.de/bgb/__1967.html" target="_blank">1967</a> BGB), müssten also auch die Kreditkartenschulden begleichen.

Nachdem Sie mitteilen, dass gegenüber den Schulden kein ausreichendes Aktivvermögen im Nachlass vorhanden ist, empfiehlt sich in der Tat die Ausschlagung der Erbschaft. Die Ausschlagung müssten Sie vor dem örtlichen Nachlassgericht erklären, was auch in mündlicher Form geschehen kann, Ihre Erklärung wird dann direkt zu Protokoll genommen.

Hierbei ist zu beachten, dass die Ausschlagung gemäß § <a class="textlink" rel="nofollow" href="http://bundesrecht.juris.de/bgb/__1944.html" target="_blank">1944</a> Abs. 1, Abs.3 spätestens in sechs Wochen von dem Zeitpunkt an, in dem Sie von dem Tod Ihres Lebenspartners (und von Ihrer Erbberechtigung) erfahren haben, erfolgen muss, oder aber nach sechs Monaten seit der Verkündung eines etwa vorhandenen Testaments. Andernfalls gilt die Erbschaft als angenommen, § <a class="textlink" rel="nofollow" href="http://bundesrecht.juris.de/bgb/__1943.html" target="_blank">1943</a> BGB.

2.
Bezüglich der Risikolebensversicherung kann ich Sie beruhigen. Da Sie vertraglich als Bezugsberechtigter im Todesfall bestimmt sind, steht Ihnen ein Anspruch aus eigenem Recht zu.

Mit der Ausschlagung verlieren Sie nämlich nur die Rechtspositionen, die Sie aufgrund Ihrer Erbenstellung (zusätzlich) erhalten hätten.

Die Risikolebensversicherung fällt nicht in den Nachlass.


Ich hoffe, ich konnte in Ihrer traurigen Angelegenheit wenigstens juristisch etwas Licht ins Dunkel bringen.
Falls noch etwas unklar geblieben sein sollte, können Sie hier gerne eine Rückfrage stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt


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Danke für die schnelle Auskunft, ich hatte schon befürchtet auf alles sitzen zu bleiben. Aber jetzt bin ich beruhigt. MFG

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80638 München
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