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Risiken einer Sicherungshypthek iVm dem Erbrecht / einem Wohnrecht

23.09.2012 13:59 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Meine Frage:

Mein Vater hat ein Einfamilienhaus in dessen Grundbuch ich mit einer Sicherungshypothek stehe.
Das Haus hat derzeit ca. einen Verkehrswert von 230.000 EUR und der Wert meiner Sicherungshypothek liegt bei 190.000 EUR, die eingetragen sind.
Ich könnte die Summe erhöhen, denn mein Vater schuldet mir (notariell beurkundet) weit mehr Geld, als sein Haus jemals an Wert haben könnte.

Mein Vater (73 Jahre) hat jetzt eine 26jährige Internetbetrügerin aus Ghana in Ghana geheiratet und leider hat die Betrügerin ihre Klage auf ein Visum zum Ehegattennachzug gewonnen, obwohl es unzählige Beweise für eine Scheinehe gibt, denn die Person wird kaum dauerhaft mit meinem Vater in dessen Haus die Ehe vollziehen, das nur am Rande.

Jetzt folgende Frage: Wenn mein Vater verstirbt und der Erbfall dann eintritt, wie verhält es sich dann bei den unten genannten Variationen mit dem Erbrecht, bzw. was steht der Ghana-Frau meines Vaters bei seinem Ableben zu? Ich weiss, dass, wenn mein Vater seine Ghana-Frau als Alleinerbin einsetzt, ich a) meinen Pflichtteil erhalte und b) dass die Ghana-Frau die Erbschaft ausschlagen muss, da das Erbe meines Vaters aufgrund der Forderungen, die ich gegen meinen Vater habe, verschuldet ist.
Aber es gibt ja noch ein paar andere Varianten, wo ich vermutlich mehr Probleme bekommen werde.
Nehmen wir an, dass bei allen Varianten ich nicht nachweisen kann, dass die Ghana-Frau ihren dauernden Aufenthalt nicht in Berlin bei meinem Vater hat, so dass eben das volle deutsche Erbrecht gilt.

Hier die Varianten:

1) Mein Vater macht ein Testament, wo ich Erbin bin und die Ghana Frau bekommt als Vermächtnis das Einfamilienhaus (EFH) meines Vaters, wo ich ja mit 190.000 im Grundbuch stehe. Ist es dann so, dass ich dann an die Ghana-Frau herantreten muss, um meine 190.000 aus dem Grundbuch zu erhalten und kann ich dann, wenn ich eine vollstreckbare Ausfertigung der Urkunde in Händen halte, die Zwangsversteigerung des EFH meines Vaters betreiben? Was ist, wenn das dann jedoch keine 190.000,-- bringt?

2) Mein Vater lässt vor seinem Tod ein lebenslanges unentgeltliches Wohnrecht für seine Ghana-Frau in das Grundbuch eintragen, also eine beschränkt persönliche Dienstbarkeit. Der Wert des Wohnrechtes liegt sicherlich über den 190.000 EUR, mit denen ich im Grundbuch desselben Hauses stehe, da die Person erst 26 Jahre ist und das Haus ca. 200-250 qm hat.
Ich denke, beim Grundbuch gilt: Wer zuerst drin ist, malt zuerst. Und meine Sicherungshypothek steht schon ca. 4 Jahre drin. Bricht vielleicht dennoch ein solches im Grundbuch später eingetragenes Wohnrecht meine Sicherungshypothek? Denn ich weiss, man kann beim Eintragen des Wohnrechtes festlegen, dass im Falle einer Zwangsversteigerung des Hauses das Wohnrecht mit einer Entschädigungszahlung, die der Erbe leisten muss, verbunden ist.
Kann man Vater also festlegen, dass seine Ghana-Frau im Falle der Zwangsversteigerung des Haues von mir als Erbin z.B. den Gegenwert des Wohnrechtes ausbezahlt bekommt?
Aber ich habe mir doch fast das ganze Haus vor Jahren durch die Sicherungshypothek gesichert!!
Ich fände es grob unbillig, wenn jetzt diese Sicherung bei Eintragung eines späteres lebenslangen Wohnrechts nichts mehr wert ist und ich eher noch Geld draufpacken müsste, um bei einer Zwangsversteigerung diese Ghana-Betrügerin auszuzahlen???
Soviel würde ich ja nie bei einer Zwangsversteigerung erhalten.
Wie ist die Rechtslage?
Ich befürchte, dass mir ein solches Wohnrecht, das im Grundbuch eingetragen ist, eine Menge Probleme machen kann, oder?
Da hilft mir wohl auch nicht, dass mein Vater mir mehrere hunterttausende Euro schuldet?
Zu seinen Lebzeiten kann ich nicht vollstrecken, er würde mich umbringen.

Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
1. Falls Sie die gesicherte Summe nicht erhalten, müssen Sie die Zwangsversteigerung in das Grundstück betreiben.
Zuvor muss die Vermächtnisnehmerin in das Grundbuch eingetragen werden. Falls Sie bei einer Versteigerung die 190.000 € nicht erreichen, haben Sie Pech gehabt.
2. Wenn die Sicherungshypothek im Rang (zeitlich) vor dem Wohnrecht eingetragen ist, verfällt das Wohnrecht bei einer Zwangsversteigerung. Im Rahmen einer letztwilligen Verfügung kann der Erblasser also Ihr Vater dem Erben viel aufbürden, also auch eine Entschädigungszahlung bei Untergang des Wohnrechts. Einen Einfluß auf das Grundbuch bzw. die Sicherungshypothek hat dies aber nicht. Bei Überschuldung etc. können Sie die Erbschaft einfach ausschlagen, um so die Erbenstellung und sich damit den verbundenen Verpflichtungen zu entledigen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 23.09.2012 | 17:33

Hallo Herr Hermes,

zu Nr. 2: Wenn ich Alleinerbin bin und die Ghana-Ehefrau meines Vaters ein Wohnrecht im Grundbuch eingetragen bekommen hat: Kann ich dann auch über den normalen Verkauf des Hauses das Wohnrecht brechen oder geht dies nur über die Zwangsvollstreckung?
(Bleibt mir dann nur die Möglichkeit, der Ghana-Frau darzulegen, dass Sie so oder so aus dem Haus fliegt, sie solle lieber freiwillig gehen bevor ich die Zwangsvollstreckung betreibe.)

Ich weiss, dass das eine neue Frage ist, aber angesichts meiner 75,00 EUR und angesichts Ihrer kurzen, wenn auch informativen Antwort, denke ich, dass die Beantwortung dieser Frage noch drin sein müsste, oder ? :)

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.09.2012 | 19:00

Verkaufen können Sie das Grundstück samt Haus, wenn Sie Erbin/Eigentümerin geworden sind. Allerdings werden Sie das Haus mit dem Wohnrecht aufgrund der tatsächlichen Gründe schlecht verkaufen können, da dies mit dem Wohnrecht belastet ist und insoweit ein neuer Käufer nur bereit wäre, wenn überhaupt, einen sehr viel niedrigeren Kaufpreis zu bezahlen.

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