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Rezension bei Amazon rechtswidrig?

| 21.06.2022 08:22 |
Preis: 47,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


10:13

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Autor eines Buches habe ich bei Amazon eine Rezension bekommen, die auf Verleumdungen beruht und meinen Ruf schädigen soll.

Für sie einmal zum Hintergrund: die Dame (die lt. Amazon mein Buch gekauft hat), hat nach dem Lesen die teuerste Mitgliedschaft bei mir gebucht. Ein klares Zeichen dafür, dass sie das Buch nicht so schlecht gefunden haben kann.
Sie war dann mit der Technik überfordert und schrieb mir ohne Vorwarnung eine unterirdische eMail mit Beschimpfungen und Unterstellungen. Das Ganze zog sich weiter fort - die Dame ist offensichtlich psychisch verwirrt.

Ich habe die Rezension dann bei Amazon gemeldet und 2x (!) wurde mir gesagt, dass diese nicht gelöscht wird, da sie den Richtlinien von Amazon entspreche.

Meine Bitte nun: können sie diesen Text einmal für mich einschätzen, ob ein rechtliche Vorgehen hier Erfolg haben könnte und wie die nächsten Schritte wären?
Gern könnten sie den Fall auch übernehmen. Eine private und geschäftliche Rechtschutzversicherung ist vorhanden.

Hier nun die Rezension:

Vorsicht!
Rezension aus Deutschland vom 12. Juni 2022
Seien Sie vorsichtig. Ich kann weder das
Buch empfehlen noch die Webseite, die
der Autor hier bewirbt. Ich habe mich
arglos hineinziehen lassen und musste mit
grossem Bedauern feststellen, dass man
aus Verträgen ohne rechtliche Hilfe kaum
noch herauskommt. Ein zwielichtiges und
nicht kundenfreundliches Digital-
Vermarktungsunternehmen ist mit im
Boot! Es wird sehr früh versucht, das
gesetzlich garantierte Widerrufsrecht von
interessierten Kunden auszuhebeln. Ich
habe in kürzester Zeit sehr schlechte
Erfahrungen gemacht und werde einen
Anwalt einschalten müssen, um da wieder
herauszukommen.


Und hier die Antwort von Amazon:

Guten Tag,

ich habe mir unsere vorherige Korrespondenz angesehen und die von Ihnen genannte Rezension mit Titel "Vorsicht!" erneut auf die Einhaltung unserer Richtlinien hin überprüft. Ich kann Ihre Zweifel natürlich verstehen, die Rezension entspricht jedoch unseren Richtlinien und wird daher nicht entfernt.

Dies ist unsere abschließende Entscheidung.

Unsere Rezensionsrichtlinien finden Sie hier: http://business.amazon.de/abredir/review-guidelines

Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis. Wenn Sie uns zu einem anderen Thema kontaktieren möchten, stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.

Hie der Auszug aus deren Richtlinien:

Was ist nicht erlaubt
Feedback zu Verkäufern, Bestellungen und Versand
Wir erlauben keine Rezensionen oder Fragen und Antworten, die sich auf Folgendes beziehen:

Verkäufer und der von ihnen angebotene Kundenservice
Probleme bei der Bestellung und Rückgabe
Versand und Verpackung
Zustand des Produkts und Beschädigung
Lieferkosten und Liefergeschwindigkeit
Warum nicht? Community-Inhalte sollen Kunden helfen, mehr über das Produkt selbst zu erfahren, und nicht die individuelle Erfahrung bei der Bestellung. Das heißt, wir möchten auf jeden Fall Ihr Feedback zu Verkäufern und Verpackungen, nur nicht in Rezensionen oder Fragen und Antworten.

Vulgäre Ausdrücke, Belästigung
Es ist in Ordnung, die Überzeugungen und das Fachwissen anderer in Frage zu stellen, aber seien Sie respektvoll. Wir erlauben nicht:

Obszönitäten, vulgäre Ausdrücke, Beschimpfungen.
Belästigung, Drohungen.
Inhalte, die die persönliche Integrität von Kindern und Jugendlichen gefährden.
Angriffe auf Personen, mit deren Meinung Sie nicht einverstanden sind.
Verleumdung, Beleidigung oder hetzerische Inhalte.
Übertönung der Meinung anderer. Posten Sie nicht von mehreren Konten aus und koordinieren Sie sich nicht mit anderen.


Ich danke ihnen und freue mich auf ihre Einschätzung.

Viele Grüße

21.06.2022 | 09:04

Antwort

von


(573)
Mädewalder Weg 34
12621 Berlin
Tel: 030.56702204
Web: https://hauptstadtanwalt.de/
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Sehr geehrter Fragesteller,

ich halte die Bewertung für nicht angreifbar, da es sich dabei überwiegend um eine Meinungsäußerung handelt, die Sie hinnehmen müssen. Aus meiner Sicht handelt es sich auch nicht um eine Schmähkritik, die die Meinungsäußerung dahingehend beschränkt, dass eine Äußerung, bei der nicht mehr die Auseinandersetzung in der Sache, sondern die Diffamierung der Person im Vordergrund steht, nicht zulässig ist.

Bewertungen sind grundsätzlich dann anzugreifen, wenn sie Tatsachen behaupten, die nicht zutreffend sind.

Bei der von Ihnen beanstandeten Bewertung sehe ich zwei Tatsachenbehauptungen, die aber wahrscheinlich zutreffend sind:

Zitat:
dass man aus Verträgen ohne rechtliche Hilfe kaum noch herauskommt


Ich gehe davon aus, dass Sie der Kundin nicht angeboten haben, den geschlossenen Vertrag aus Kulanz aufzulösen.

Zitat:
Es wird sehr früh versucht, das gesetzlich garantierte Widerrufsrecht von interessierten Kunden auszuhebeln.


Ich gehe davon aus, dass Sie den Kunden anbieten, auf das Widerrufsrecht zu verzichten, wenn der Vertrag sofort Ihrerseits erfüllt werden soll, also bspw. Zugänge zu erweiterten Bereichen freigeschalten werden sollen. Die Formulierung "auszuhebeln" ist zwar pointiert, aber aus meiner Sicht als Meinungsäußerung innerhalb der Tatsachenbehauptung der Begrenzung des Widerrufsrechts zulässig.

Damit würde es sich jeweils um eine zutreffende Tatsache handeln, selbst wenn sie eine Selbstverständlichkeit ist und der gesetzlichen Regelung entspricht.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe Ihnen, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, einen ersten rechtlichen Überblick verschafft zu haben.

Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

PS.: Wenn Sie diese Antwort bewerten, helfen Sie mit, diesen Service transparenter und verständlicher zu gestalten.


Rückfrage vom Fragesteller 21.06.2022 | 09:36

Lieben Dank für ihre Einschätzung.

Ich habe tatsächlich eine Rückfrage:

Es geht hier ja um die Bewertung eines Buches, worum sich der Inhalt meiner Meinung nach aber nicht dreht. Ist dies völlig irelevant?

Empfinden sie folgende Aussagen nicht als Darstellung falscher Tatsachen?

Ich habe mich arglos hineinziehen lassen und musste mit grossem Bedauern feststellen, dass man
aus Verträgen ohne rechtliche Hilfe kaum noch herauskommt.

Die Dame hat ohne meine vorherige Beratung oder jeglichem Kontakt ein digitales Produkt gekauf. Hier hat niemand "gezogen". Außerdem hat dieses Produkt nichts mit dem Buch zu tun.

Ein zwielichtiges und nicht kundenfreundliches Digital-Vermarktungsunternehmen ist mit im Boot!

Auch das Wort "zwielichtig" darf einfach genutzt werden, wo man es möchte?

Ganz lieben Dank für ihre Mühe.



Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 21.06.2022 | 10:13

Sehr geehrter Fragesteller,

bei einer Bewertung muss sich der Kunde nicht nur auf das Produkt selbst (hier das Buch) beschränken, sondern darf auch das drumherum, wie den Bestellvorgang, Kulanz, Reaktionszeit des Verkäufers und auch Angebote die im Zusammenhang mit dem Buch bestehen etc. bewerten.

Ihre angeführten Zitate sind meiner Meinung nach subjektive Meinungsäußerungen. Wenn sich die Kundin subjektiv in den Vertrag hineingezogen fühlt, dann ist das eine Meinungsäußerung. Bewertungen müssen immer im Kontext gelesen werden und wie Dritte dies verstehen. Beim Lesen der Bewertung geht niemand davon aus, dass Sie die Kundin (real am Arm) zur Bestellung gezogen haben. Bei vernünftiger Betrachtung fühlte sich die Kundin bspw. durch Ihre Werbung angesprochen war aber hinterher enttäuscht. Eine Begründung für eine subjektive Meinung muss in einer Bewertung nicht mitgeteilt werden.

In dem Zusammenhang der Bewertung halte ich auch "zwielichtig" und "kundenunfreundlich" nicht für eine Tatsachenbehauptung sondern für eine Meinungsäußerung.

Aus der zitierten Bewertung geht hervor, dass die digitale Leistung etwas mit Ihrem Buch zu tun hat oder doch auf der Plattform oder in dem Buch erwähnt / beworben wird. Aus Ihrer ersten Sachverhaltsschilderung geht nicht hervor, dass dies nicht zutreffend ist.

Gibt es gar keinen Zusammenhang zwischen bewertetem Produkt und der Bewertung könnte ein Löschungsanspruch bestehen. Hier wurde aber auch das Buch bewertet, welches die Kundin zumindest gekauft hatte.

Es tut mir leid, dass ich Ihnen keine andere rechtliche Einschätzung geben kann.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 21.06.2022 | 11:09

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Auch, wenn es nicht die Antwort war, die ich "hören wollte", hat der Antwort kompetent und umfassend geantwortet. Lieben Dank!

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 21.06.2022
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