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Reverse charge: Beratertätigkeit in Deutschland, Rechnung in die Schweiz


| 25.04.2007 21:52 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Bitte lesen Sie zunächst folgende Anfrage von mir:

http://www.frag-einen-anwalt.de/forum_topic.asp?topic_id=24256

S besteht weiterhin auf einer Rechnung ohne Umsatzsteuer. Nach Rücksprache mit seinem Steuerberater teilt der S dem F mit, dieser solle nun auf die Rechnung "ohne Umsatzsteuer im Reverse Charge Verfahren" schreiben. Eine R-Nummer (was immer das sein mag??), hat der F vom Schweizer S noch nicht erhalten.


Ist dieses Verfahren für F steuerlich und rechtlich einwandfrei? Wenn ja, was muß F beachten?

-- Einsatz geändert am 26.04.2007 06:37:09
Eingrenzung vom Fragesteller
25.04.2007 | 22:58
Eingrenzung vom Fragesteller
26.04.2007 | 00:11
Eingrenzung vom Fragesteller
26.04.2007 | 06:35
Eingrenzung vom Fragesteller
26.04.2007 | 06:49
Sehr geehrter Herr,

im Rahmen einer Erstberatung beantworte ich Ihre Frage wie folgt:
Nachdem Sie nunmehr schildern, dass die schweizerische Firma Ihr Auftraggeber ist und wohl eine Katalogleistung iSv. § 3 a Abs. 3 iVm. § Abs. 4 UStG vorliegen wird ( zur Klarstellung ist der Gesetzestext unten eingefügt), ist die Leistung auch am Ort des Leistungsempfängers zu besteuern und nicht am Ort des Leistungserbringers. Konkret für Sie bedeutet dies, dass Sie ohne Umsatzsteuer abrechnen und ein Rechnungshinweis an den Auftraggeber erfolgt mit der Formulierung: "Reserve-Charge-Regime".

Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ gerne zu Verfügung oder auch im Rahmen einer Mandatserteilung; am besten per mail: info@kanzlei-hermes.com.


Mit besten Grüßen

RA Hermes


3) 1Ist der Empfänger einer der in Absatz 4 bezeichneten sonstigen Leistungen ein Unternehmer, so wird die sonstige Leistung abweichend von Absatz 1 dort ausgeführt, wo der Empfänger sein Unternehmen betreibt. 2Wird die sonstige Leistung an die Betriebsstätte eines Unternehmers ausgeführt, so ist statt dessen der Ort der Betriebsstätte maßgebend. 3Ist der Empfänger einer der in Absatz 4 bezeichneten sonstigen Leistungen kein Unternehmer und hat er seinen Wohnsitz oder Sitz im Drittlandsgebiet, wird die sonstige Leistung an seinem Wohnsitz oder Sitz ausgeführt.

(3a) Ist der Empfänger einer in Absatz 4 Nr. 14 bezeichneten sonstigen Leistung kein Unternehmer und hat er seinen Wohnsitz oder Sitz im Gemeinschaftsgebiet, wird die sonstige Leistung abweichend von Absatz 1 dort ausgeführt, wo er seinen Wohnsitz oder Sitz hat, wenn die sonstige Leistung von einem Unternehmer ausgeführt wird, der im Drittlandsgebiet ansässig ist oder dort eine Betriebsstätte hat, von der die Leistung ausgeführt wird.

(4) Sonstige Leistungen im Sinne des Absatzes 3 sind:

1.
die Einräumung, Übertragung und Wahrnehmung von Patenten, Urheberrechten, Markenrechten und ähnlichen Rechten;
2.
die sonstigen Leistungen, die der Werbung oder der Öffentlichkeitsarbeit dienen, einschließlich der Leistungen der Werbungsmittler und der Werbeagenturen;
3.
die sonstigen Leistungen aus der Tätigkeit als Rechtsanwalt, Patentanwalt, Steuerberater, Steuerbevollmächtigter, Wirtschaftsprüfer, vereidigter Buchprüfer, Sachverständiger, Ingenieur, Aufsichtsratsmitglied, Dolmetscher und Übersetzer sowie ähnliche Leistungen anderer Unternehmer, insbesondere die rechtliche, wirtschaftliche und technische Beratung;
4.
die Datenverarbeitung;
5.
die Überlassung von Informationen einschließlich gewerblicher Verfahren und Erfahrungen;
6.

a)
die sonstigen Leistungen der in § 4 Nr. 8 Buchstabe a bis h und Nr. 10 bezeichneten Art sowie die Verwaltung von Krediten und Kreditsicherheiten,
b)
die sonstigen Leistungen im Geschäft mit Gold, Silber und Platin. 2Das gilt nicht für Münzen und Medaillen aus diesen Edelmetallen;

7.
die Gestellung von Personal;
8.
der Verzicht auf Ausübung eines der in Nummer 1 bezeichneten Rechte;
9.
der Verzicht, ganz oder teilweise eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit auszuüben;
10.
die Vermittlung der in diesem Absatz bezeichneten Leistungen;
11.
die Vermietung beweglicher körperlicher Gegenstände, ausgenommen Beförderungsmittel;
12.
die sonstigen Leistungen auf dem Gebiet der Telekommunikation;
13.
die Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen;
14.
die auf elektronischem Weg erbrachten sonstigen Leistungen;
15.
die Gewährung des Zugangs zu Erdgas- und Elektrizitätsnetzen und die Fernleitung, die Übertragung oder Verteilung über diese Netze sowie die Erbringung anderer damit unmittelbar zusammenhängender sonstiger Leistungen.

Nachfrage vom Fragesteller 26.04.2007 | 08:43


Sehr geehrter Herr Hermes,

vielen Dank für die Auskunft. Folgende Nachfrage:

Unter www.bundestag.de/bic/analysen/2006/Das_Reverse_Charge_Modell_im_Umsatzsteuerrecht.pdf finde ich auf Seite 1 den folgenden Absatz:

R-------------------------

2. Voraussetzungen des Reverse Charge Verfahrens
Für die Anwendung des Reverse Charge Verfahrens soll der Rechnungsbetrag mindestens
5.000 Euro betragen (Bagatellgrenze). Der Leistungsempfänger (U 2) weist seine Vorsteuerabzugsberechtigung
durch Vorlage einer sog. R-Nummer gegenüber dem leistenden Unternehmer
(U 1) nach. Der leistende Unternehmer wird verpflichtet, diese R-Nummer auf ihre Gültigkeit zu
überprüfen. Weist sich der Leistungsempfänger nicht entsprechend gegenüber dem leistenden
Unternehmer aus, wird das bisherige Umsatzsteuerverfahren angewendet.
Beide Unternehmer müssen in ihrer Umsatzsteuervoranmeldung diese R-Umsätze, in denen also
das Reverse Charge Verfahren zur Anwendung gekommen ist, gesondert ausweisen. Der leistende
Unternehmer (U 1) muss darüber hinaus die diesbezüglichen Rechnungen in elektronischen
Einzelumsatzmeldungen angeben. Damit soll gewährleistet werden, dass die Finanzbehörden
einen elektronischen Abgleich zwischen den Einzelmeldungen der leistenden Unternehmen
und der Summe der in den Voranmeldungen erklärten Eingangsumsätze auf Seiten der
Leistungsempfänger vornehmen können.

-------------------------

Was ist diese R-Nummer und muß das Schweizer Unternehmen diese R-Nummer notwenigerweise dem F mitteilen, damit dieser das Reverse-Charge Verfahren überhaupt anwenden darf?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.04.2007 | 09:30

Vielen Dank für die Nachfrage.
Nein, da haben Sie falsch "gegoogelt". Die R-Nummer spielt bei einer erst geplanten Einführung des generellen Reverse - Charge Verfahrens im Rahmen der Umsatzsteuermissbrauchsbekämpfung eine Rolle.
Für Ihren Fall hat Sie keine Bedeutung und ist nicht etwa Voraussetzung für die Anwendung des RC Verfahrens; sonst ich Ihnen dies auch mitgeteilt. Die Angabe der schweizerischen Mehrwertsteuernummer des S auf Ihrer Rechnung schadet aber nicht.

RA Hermes

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