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Reue bei Nötigung im Strassenverkehr ?


11.03.2005 17:12 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachtes der Nötigung.
Nachdem mir bei der Polizei der Inhalt der Anzeige verlesen wurde, möchte ich wegen der erdrückenden Beweislast meine Schuld einräumen und mich bei der Anzeigenerstatterin entschuldigen.

Die Gegenseite wird folgendes beweisen können (hat 2 Zeugen - ich habe keinen Zeugen):

1.) Habe auf der BAB eine mit 80 km/h auf der linken Spur dahinfahrende Kolonne - die rechte Spur war völlig frei - teilweise rechts überholt.
Links fand über 20 Minuten das sogenannte Elefantenrennen statt, ausser den Lkw fuhr auch ein langsames Pkw-Gespann ständig links und verschlimmerte so den Stau erheblich.

2.) Ich soll zweimal bei der Anzeigenerstatterin sehr dicht aufgefahren sein und Hupe und Lichthupe betätigt haben (einmal will sie deswegen sogar mein Kennzeichen nicht habe erkennen können. Ich soll sie auch mit der Hand aufgefordert haben, nach rechts zu gehen.
Sie will trotz der nur 80km/h Ängste ausgestanden haben.

Ich bin zwar war nur einmal und auch nicht so dicht aufgefahren, kann es aber nicht beweisen.
Mit dem Handzeichen wie mit dem übrigen ganzen Manöver wollte ich ihr eigentlich nur zu bedeuten geben, sie möge das dauernd vor ihr fahrend Pkw-Gespann endlich auffordern, die Überholspur zu verlassen, sodass die nachfolgenden Pkw nach über 20 Minuten endlich die Lkw überholen konnten.

Ich hatte wirklich nicht die Absicht, sie auf die rechte Spur abzudrängen.
Sehe aber ein, dass sie das nicht erkennen konnte und mein Verhalten als Drängelei werten musste.

Ich habe Mist gebaut, ich mache so etwas normalerweise nicht.
Aber ich war in einer Ausnahmesituation.
Ich musste zu einer nervlich sehr belastenden Krebsuntersuchung
und ich befürchtete wegen des Staus, diesen wichtigen Termin zu verpassen.

Wie gesagt, ich möchte mich bei der ängstlichen Anzeigenerstatterin ausdrücklich entschuldigen.
Möchte deswegen dem Schuldeingeständnis bei der Staatsanwaltschaft ein entsprechendes Schreiben zur Weiterleitung an die Frau beifügen.

Erreiche ich mit der "Reue" und dem Versuch einer Erklärung meines unentschuldbaren Verhaltens eigentlich etwas ?

Mein Konto in Flensburg müsste sauber sein.
Kann ich den Zeitraum für einen eventuellen Entzug der Fahrerlaubnis bestimmen ?
Kann ich eine eventuelle Geldstrafe in Raten zahlen ?

Mit welchen Strafen muss ich rechnen (Nettogehalt: 3500,-) ?

Oder mache ich mit dem Eingeständnis einen grossen Fehler, ist es besser, alles abzustreiten ?

Was raten Sie mir ?


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Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Nach Ihrer Schilderung und der vorherrschenden Beweislage, rate ich Ihnen den Tatvorwurf vollumfänglich einzuräumen. Dies wirkt sich bereits strafmildernd aus.

Dazu sollten Sie ein entsprechendes Schreiben an die Staatsanwaltschaft verfassen. Soweit Sie diesem Schreiben ein Entschuldigungsschreiben beilegen, welches die Staatsanwaltschaft ja ebenfalls zur Kenntnis nehmen wird, kann dies an der Strafbarkeit an sich zwar nichts ändern, das Strafmaß, also die Anzahl der Tagessätze, kann sich so erheblich vermindern.

Darüberhinaus sollten Sie schildern, warum Sie so reagiert haben (Anfahrt zu einer nervlich bealastenden Krebsuntersuchung), denn auch dies kann sich strafmildernd auswirken.

Strafmildernd wirkt sich auch das leere Punktekonto aus.

Hinzu tritt, dass Sie durch ein derartiges Vorgehen einem Führerscheinentzug evt. entgehen können. Bei Nötigung im Straßenverkehr wird nämlich nicht generell die Fahrerlaubnis entzogen. Dies erfolgt nur, soweit sich aus der Tat ergibt, dass Sie zum Führen von Fahrzeugen ungeeignet sind.

In Ihrem Fall wäre mit einer Verurteilung zu ca. 20-30 Tagesätzen zu rechnen. Der Tagessatz entspricht einem Tagesnettoverdienst.

Evt. erläßt das zuständige Amtsgericht aufgrund Ihrer Einlassung auch einen sog. Strafbefehl. Dieser erspart die mündliche Verhandlung und damit einen großen Teil Verfahrenskosten.

Sollten Sie wirtschaftlich nicht in der Lage sein, die Geldstrafe in einer Summe zu zahlen, können Sie nach Erlass des Urteils/Strafbefehls bei der Staatsanwaltschaft, als Strafvollstreckungsbehörde, Ratenzahlung beantragen. Diese wird nach Prüfung der Vermögensverhältnisse dann bewilligt oder abgelehnt.

Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
Rechtsanwalt
www.net-rechtsanwalt.de

Nachfrage vom Fragesteller 11.03.2005 | 18:12

Soll ich die Vorwürfe der Anzeigenerstatterin in vollem Umfang vor der Staatsanwaltschaft einräumen ?

Oder soll ich nur das zugeben, wo ich auch 100% hinter stehe ?

Beispiel: Sie wirft mir vor, 2 x sehr dicht aufgefahren zu sein.
Ich meine, es war nur 1 x und der Abstand war grösser.

Kann ich mit meiner teilweise abweichenden Darstellung des Geschehens nicht doch positiv auf das Strafmass einwirken, oder wird das garnicht gewürdigt ?

Mein Schuldgeständnis soll im Prinzip schon ohne wenn und aber sein.
Nicht das es noch zu einer Verhandlung kommt.

Soll ich also auf meine Sicht der Dinge besser ganz verzichten ?

Aber auf die Motive, Umstände und Beweggründe, all das, was mein Verhalten erklären kann, muss ich doch ausführlich eingehen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.03.2005 | 18:24

Ihr damalige Situation sollten Sie schon ausführlich schildern.
Selbstverständlich müssen Sie nur das zugeben, wessen Sie sich tatsächlich schuldig fühlen. Allerdings sollten Sie keine mündliche Verhandlung provozieren. Ich rate daher die übrigen Tatvorwürfe (welche Ihnen eigentlich nicht erinnerlich sind) zwar nicht zuzugeben, aber deutlich zu machen, dass es durchaus so gewesen sein könnte und Sie sich da ein wenig unsicher sind. Dies wird keinem übel genommen.

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