Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Restschuldbefreiung - Erlöschen von Grundschulden


| 13.08.2007 13:18 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin P. Freisler



Sehr geehrte Damen und Herren,

ein Verwandter von mir musste vor einigen Jahren Regelinsolvenz anmelden. Das Insolvenzverfahren wurde wegen Masseunlänglichkeit ein Jahr später eingestellt und die in die Insolvenzmasse einbezogenen Grundstücke vom Insolvenzverwalter freigegeben. Da die Grundstücke mit Grundschulden belastet waren, betrieben die betreffenden Gläubiger in den Folgejahren die Zwangsversteigerung, wodurch ein Teil der Grundstücke versteigert wurden. Ein verbleibender Rest der Grundstücke ist jedoch nach wie vor im Eigentum meines Verwandten, da in den Versteigerungsterminen teilweise kein Interessent gefunden werden konnte, bzw. die angesetzten Zwangsversteigerungen hinsichtlich dieser Grundstücke - offenbar aufgrund vermuteter Erfolglosigkeit - noch vor dem Termin eingestellt wurden.

Nun meine Frage: Nach Ablauf der Wohlverhaltensperiode wird mein Verwandter einen Antrag auf Restschuldbefreiung stellen. Sofern - hoffentlich - der verbliebene Teil der Grundstücke zu diesem Zeitpunkt noch immer in seinem Eigentum steht, erlöschen dann auch die im Grundbuch eingetragenen Grundschulden? Oder ist zu befürchten, dass auch nach erteilter Restschuldbefreiung weiterhin versucht wird, die verbliebenen Grundstücke zu versteigern?

Weiterhin würde mich - ungefähr - interessieren, wie hoch die Kosten eines angesetzten und ggf. erfolglosen bzw. wieder eingestellten Versteigerungstermins sind. Lässt sich anhand der Kosten in Relation zum Verkehrswert ungefähr abschätzen, wieviele weitere - hoffentlich erfolglose - Versteigerungstermine von den Gläubigern noch angesetzt werden? Kann man gegen weitere Versteigerungsversuche etwas unternehmen, da ja nachweislich in bisherigen Terminen kein Interessent vorhanden war?

Vielen Dank!
Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund Ihrer Schilderungen beantworte ich Ihre Frage in einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt:

Grundschulden sind nicht von einer ggf. erfolgenden Restschuldbefreiung umfasst. Dies ergibt sich aus § 301 II InsO. Dem Gläubiger stehen aus der Grundschuld daher weiterhin seine Rechte zu. Selbst bei erfolglosen Versteigerungsterminen bleiben Sie auch nach einer Erteilung der Restschuldbefreiung nur Eigentümer eines belasteten Grundstückes.

Hinsichtlich der zeitlichen Voraussetzungen für einen zulässigen Antrag auf Erteilung der Restschuldbefreiung darf insgesamt auf § 287 I InsO verwiesen werden.

Die Höhe der Kosten des Verfahrens können hier nicht abgeschätzt werden, da dafür konkrete Angaben fehlen. Der Gläubiger wird allerdings solange Anträge stellen, wie es sich nach seiner Meinung rechnet. Ich rate Ihnen daher, auch selbst einen geeigneten Käufer für das Grundstück zu finden, um sich insbesondere den ggf. bestehenden laufenden Lasten zu entziehen. Ggf. kommt auch eine Eigentumsaufgabe in Betracht.

Als „hoffentlich erfolglos“ sollten Sie die Termine daher nicht bezeichnen, es sei denn, Sie wollen das Grundstück kostengünstig erwerben; eine Verhinderung der Termine ist aus gleichem Grund nicht angezeigt.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine abschließende rechtliche Bewertung Ihres Problems die Kenntnis des vollständigen Sachverhaltes erfordert. Im Rahmen dieses Forums können sich die Ausführungen aber ausschließlich auf Ihre Schilderungen stützen, und somit nur eine erste anwaltliche Einschätzung darstellen.

Ich empfehle Ihnen daher, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu beauftragen, sofern Sie eine abschließende Beurteilung erhalten möchten. Bitten beachten Sie, dass dabei weitere Kosten anfallen.

Gerne stehe auch ich Ihnen bei der weiteren Durchsetzung Ihrer Interessen zur Verfügung. Sollten Sie dies wünschen, können Sie sich jederzeit - gerne auch per eMail - mit mir in Verbindung setzen.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen


Martin P. Freisler
- Rechtsanwalt -

www.ra-freisler.de
www.kanzlei-medizinrecht.net




Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank! "