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Reperatur DSG Getriebe A6 Avant in Norwegen

| 25.09.2018 08:21 |
Preis: 50,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Bei einer Urlaubsreise nach Norwegen hatte ich an meinem Audi am 22.07.18 einen Getriebeschaden. Das Auto wurde in Förde in eine Audivertragswerkstatt ( Berge & Co. ) verbracht. Am 26.07. wurde mir durch die Werkstatt mitgeteilt dass die Mechatronik des Getriebes defekt wäre und diese bestellt wurde. Am 01.08. gegen 14 Uhr teilte mir die Werkstatt mit dass das neue Teil eingebaut wurde und noch noch eine Probefahrt erforderlich wäre. Gegen 15 Uhr teilte die Werkstatt mit dass der Fehler immer noch vorhanden ist und das Auto nicht fahrbar ist. Daraufhin wurde das Auto in Absprache mit Audi Kundenbetreuung ( Mobilitätsgarantie ) nach Deutschland verbracht. Das Autohaus Berge & Co. hat aber das Auto erst nach begleichung der Rechnung über ca. 3600 € herrausgegeben.
Meine Frage: Ist dieser Betrag gerechtfertigt obwohl hier eine falsche Diagnose gestellt wurde und das Fahrzeug nicht fahrbereit war. Den Betrag habe ich unter Vorbehalt bezahlt.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Schroth
25.09.2018 | 09:31

Antwort

von


(1019)
Aachener Strasse 585
50226 Frechen
Tel: 02234-63990
Web: http://www.ra-raab.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Hier wird sich die Frage stellen, ob die Werkstatt schlichtweg einen Fehler gemacht hat, indem sie die Ursache des Schadens nicht korrekt geprüft und ausfindig gemacht hatte. Wenn ein Fehler der Werkstatt vorliegt, wären Sie nicht verpflichtet, den Werklohn zu zahlen.

Andererseits ist einer Autowerkstatt zuzubilligen, dass sie bei einer Fehlersuche in Abhängigkeit von dem Fehler einen „Reparaturweg" einschlägt, beispielsweise dann, wenn die Fehlerursache nicht direkt ausgemacht werden kann. In diesem Fall geht die Werkstatt von einer höchst wahrscheinlichen und möglichen Fehlerquellen aus und prüft dann weiter, wenn sich diese, zunächst wahrscheinlich erscheinende Fehlerquelle nicht als Ursache des Fehlers herausstellt. In einem solchen Fall müssen die Kosten für die Fehlersuche, auch wenn sie zunächst nicht zum Erfolg geführt hat, getragen werden.

Das sind gewissermaßen die beiden Möglichkeiten, die sich im Rahmen einer Reparatur stellen.


2.

In Anbetracht der Höhe des Schadens, gemessen an den berechneten Kosten von 3.600 €, habe ich in technischer Hinsicht Zweifel, ob die Werkstatt nach Auftragserteilung zur Reparatur überhaupt den richtigen Weg eingeschlagen hat.

Aus Ihrer Sachverhaltsschilderung kann ich nur entnehmen, dass ein Getriebeschaden vorgelegen hat. Nun ist der Begriff des Getriebeschadens vielschichtig, weil ein Schaden am Getriebe sehr unterschiedlicher Art sein kann. Die Werkstatt hat die Mechatronik des Betriebes als Ursache ausgemacht und schließlich festgestellt, dass etwas anderes defekt sein muss.

Wir haben hier also zunächst keine rechtliche, sondern eine technische Frage: Ist die Werkstatt bei der Suche nach dem Fehler in richtigerweise vorgegangen oder hat die Werkstatt voreilig die Mechatronik ausgetauscht, ohne andere Fehlermöglichkeiten überhaupt in Betracht zu ziehen. Diese Frage wird nur ein Sachverständiger, der sich mit dieser technischen Problematik auskennt, beantworten können.

Rechtlich gilt das oben Gesagte. Ist die Werkstatt bei der Fehlersuche richtig vorgegangen, werden Sie den Werklohnzahlen müssen. Hat die Werkstatt dagegen andere Fehlerursachen schlichtweg außer acht gelassen und die Mechatroniker nach dem Prinzip "try and error" gewechselt, hat die Werkstatt mit hoher Wahrscheinlichkeit mangelhaft gearbeitet, was dazu führt, dass der Werklohn nicht gezahlt werden muss.


3.

Es gilt also zunächst die technische Frage zu klären.

Die richtige Vorgehensweise wäre – nach deutschem Recht – die Einleitung eines selbstständigen Beweisverfahrens. Dabei handelt es sich um ein gerichtliches Verfahren, in dem das Gericht einen Sachverständigen bestimmt, der zu bestimmten Beweisfragen, die formuliert werden müssen, ein Gutachten erstellt. Hier wird es also um die Frage gehen, ob die Werkstatt den Fehler korrekt ermittelt hat.

Die Problematik Ihres Falls ist aber, dass sich die Werkstatt in Norwegen befindet. Mithin findet norwegisches Recht Anwendung.

Das wird die Angelegenheit natürlich verkomplizieren, da Sie im Zweifel einen norwegischen Rechtsanwalt in Anspruch nehmen müssen.


4.

Natürlich können Sie auch von sich aus einen Sachverständigen beauftragen, der untersuchen soll, ob die Werkstatt korrekt gearbeitet hat oder nicht.

Das Problem dabei ist aber, dass dieses Gutachten Kosten verursacht, die Sie, jedenfalls nach deutschem Recht, nicht mehr bei der Gegenseite geltend machen können.

Somit empfehle ich Ihnen, einen Rechtsanwalt zu konsultieren, der sich mit dem Recht Norwegens befasst sich und gegebenenfalls auch die Möglichkeit hat, zumindest einen norwegischen Kollegen, sollte es zu einer Gerichtsverhandlung kommen, mit der Wahrnehmung Ihrer rechtlichen Interessen zu beauftragen.

Vielleicht macht es auch Sinn, sich an Audi direkt zu wenden in der Hoffnung, von dort zumindest eine Erläuterung zu erhalten und - noch besser - zu erreichen, dass sich das Audi Werk einschaltet.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


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