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Reparaturkosten beim privaten Autoverkauf

13.10.2018 10:01 |
Preis: 40,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Wir haben unser Auto (VW Golf VI, 1.4 TSI, BJ 2011) privat, unter Ausschluss von Sachmängelhaftung verkauft (Mustervertrag ADAC). Vor dem Verkauf erfolgte eine sehr lang andauernde Besichtigung (mit kaltem Motor) inkl. 1 Stunden Probefahrt. Der Käufer stelle sehr viele Fragen und diese wurden von uns sehr gewissenhaft beantwortet.

Ein großes Thema war hier der Zustand der Steuerkette, es gibt hier bekanntlich häufige Fälle, wo sie nach gewisser Fahrleistung (die unser Auto schon auf dem Tacho hatte) vorzeitig kaputtgeht und ausgetauscht werden muss. Wir haben von dem Problem bei Autos mit 1.2 Motor bereits gehört, nicht aber mit 1.4 Motor wie bei unserem Auto. Davon haben wir erst vom Käufer erfahren, der uns das während der Besichtigung erzählte. Da er einen sehr seriösen Eindruck gemacht hat, haben wir ihm das geglaubt und ihm aus diesem Grund bei der Preisverhandlung einen Nachlass von ca. 900 € gegeben.

Unser Auto hatte vor dem Verkauf keine Zeichen gehabt, dass die Steuerkette kaputt sein könnte. Dies macht sich durch Geräusche beim kalten Motor bemerkbar, die wir davor nie gehört haben. Dies haben wir auch dem Käufer gesagt. Er hat den Motor nach dem Ausparken aus der Tiefgarage bei geöffneter Motorhabe gründlich "abgehört" und selber keine Geräusche wahrnehmen können.
Paar Tage nach dem Verkauf traten jedoch laut Käufer laute Geräusche auf und er hat uns vorgeworfen, diese arglistig verschwiegen zu haben. Zudem schrieb er, dass der Motor bei der Besichtigung warm war, was definitiv nicht der Fall war, davon hat er sich selber überzeugt. Paar Tage später schreibt er erneut, dass die Geräusche nicht bei jedem Start zu hören sind. Danach stellte er das Auto in einer Werkstatt vor. Dort wurde festgestellt, dass die Steuerkette tatsächlich kaputt ist und der Fehler schon längere Zeit bestanden haben muss. Da es sich um einen Typenfehler bei o.g. Fahrzeugtyp handelt, hat der Hersteller den größeren Teil der Reparaturkosten aus Kulanz übernommen. Den Rest wollte der Käufer dann von uns haben. Eine Rechnungskopie von der Reparatur haben wir bis heute nicht gesehen. Das Ganze war so dermaßen unglaubwürdig, dass wir befürchteten, es könnte sich um einen Reparaturkostenbetrug handeln.

Der Käufer wendete sich an einen Anwalt, von dem wir ein langes Schreiben bekommen haben. Im Schreiben steht, dass das laute Geräusch definitiv bereits während unserer Besitzzeit bestanden hat und wir dies dem Käufer arglistig verschwiegen haben. Des Weiteren wird behauptet, dass der Motor bei der Besichtigung warm war und deshalb keine auffälligen Geräusche zu hören waren.
Der Käufer sei daher grundsätzlich berechtigt vom Kaufvertrag zurückzutreten und Schadensersatz geltend zu machen. Im Interesse einer schnellen und außergerichtlichen Einigung wäre der Käufer jedoch bereit, auf die Rückabwicklung des Kaufvertrages und seinen Schadensersatz zu verzichten, wenn wir die Reparaturkosten i.H.v. 550 € übernehmen. Für die Zahlung haben wir eine kurzfristige Frist bekommen. Sollten wir diese Frist ungenutzt verstreichen lassen, so würde der Käufer vom Kaufvertrag zurücktreten, seinen vollen Schadensersatz geltend machen und notfalls seine Ansprüche vor Gericht einklagen.

Die ganze Forderung basiert also auf der Lüge, wir hätten das Auto mit warmem Motor besichtigen lassen und die Geräusche, die während unserer Besitzzeit definitiv nicht aufgefallen waren, verschwiegen.
Wir sind überzeugt, dass dem Käufer keine Ansprüche gegenüber uns zustehen, möchten aber eine gerichtliche Auseinandersetzung vermeiden. Wir haben dazu weder die Zeit oder das Geld, noch die Nerven. Aufgrund von fehlender Rechtsschutzversicherung denken wir, dass das kleinste Übel ist, wenn wir den geforderten Betrag fristgerecht bezahlen. Wir haben jedoch Sorgen, dass das Thema damit eventuell noch nicht abgeschlossen ist.

Die Frage ist: Wie sollten wir vorgehen, damit einerseits unsere Zahlungsbereitschaft nicht als Zugeständnis ausgelegt wird und andererseits noch weitere Kosten und zukünftige Ärger mit dem Käufer sicher ausgeschlossen werden?
13.10.2018 | 10:35

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Käufer wirft Ihnen das arglistige Veschweigen eines erheblichen Mangels vor. Wäre dies so, könnte er in der Tat vom Kaufvertrag zurücktreten, denn der Gewährleistungsausschluss umfasst nicht verschwiegene Mängel.

Allerdings ist der Käufer für die behauptete Arglist, die Ihre Kenntnis vom Mangel voraussetzt, beweispflichtig. Er müsste in einem Rechtsstreit, gerichtet auf Rückzahlung des Kaufpreises, beweisen, dass Ihnen der Mangel bekannt gewesen sein muss. Dieser Beweis wird sich nur über ein Sachverständigengutachten erbringen lassen. Der Sachverständige wird dann das Auto untersuchen, feststellen ob überhaupt ein Mangel vorlag und ob dieser Ihnen bekannt gewesen sein muss. Ob der Käufer diesen Beweis erbringen wird können, wird also von den Feststellungen des Gutachters abhängen. Eine Prognose kann ich dazu nicht abgeben.

Wenn Sie das Risiko eines Gerichtsverfahrens vermeiden wollen, bleibt Ihnen in der Tat nur die Möglichkeit, sich mit dem Käufer zu vergleichen.

Dazu können Sie erklären, dass Sie auf sein Angebot eingehen und bereit sind, ohne Anerkenntnis einer Rechtspflicht und ohne Präjudiz für die Sach- und Rechtslage den von ihm vorgeschlagenen Betrag zu zahlen, wenn damit alle weiteren Ansprüche aus dem Vertragsverhältnis, ob bekannt oder unbekannt, abgegolten sind.

Lässt sich der Käufer darauf ein, wäre damit die Auseinandersetzung beendet.

Andernfalls müssten Sie neu verhandeln oder sich in der Tat auf einen Rechtsstreit einlassen, wenn Sie verklagt werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Andreas Schwartmann

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