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Reparatur von Wasserschaden, steht uns Hotel zu?

| 28.01.2010 13:09 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


09:46

Schönen guten Tag,
wir haben in unserer im Okt.2007 bezogenen neuen EGTW einen Wasserschaden.Festgestellt am 26.12.2009.Grund dafür war die unsachgemäße Abdichtung der Warmwasserleitung im Übergang zur Duscharmatur.Lt.Kaufvertrag haben wir Gewährleistungsan-
sprüche an den Bauträger nach BGB.
Die Übernahme der Kosten für den Wiederaufbau ist inzw. geklärt.
Diese Kosten trägt die Vers. des Installateurs.
Unsere Frage ist nun: Müssen wir während der Reparaturarbeiten in
unserer Wohnung bleiben, oder steht uns ein Hotel zu?

- unsere Wohnung ist ca. 115 qm gross und offen gebaut.Bedeutet
lediglich das Gäste-WC hat eine abschließbare Tür.
- vom Wasserschaden betroffen sind alle Räume
- ein vom Schreiner angefertigter Schrank mußte ausgeräumt und
abgebaut werden, ein Schrank im Wohnzimmer und die Schränke
im Bad ebenfalls
- Schränke, Umzugskartons, Wäschekörbe u.s.w. sin in der ganzen
Wohnung verteilt
- auf der Suche nach dem Schaden wurde der Fliesenboden an
mehreren Stellen aufgestemmt, die mit Marmorputz versehenen
Wände aufgerissen und die Schimmelschicht mitsamt Putz gross-
zügig abgeschlagen
- 3 Bautrockner liefen 14 Tage
- nun muß der Marmorputz abgeschliffen werden, sodaß wir komplett
alles abdecken und abkleben müssen: in der ganzen Wohnung

Desweiteren interessiert uns, ob wir Schadenersatz fordern können für die eingeschränkte Nutzbarkeit unserer Wohnung. Können wir für die anstehende Komplettreinigung und für diverse andere Arbeiten
( Schimmel, Putz, Fußleisten, loser Marmorputz wurden von uns entfernt) Kosten geltend machen?

Während der Arbeiten wurde außerdem festgestellt, daß der Elektriker etwas falsch verdrahtet hatte, sodaß wir über 2 Jahre lang einen Kriechstrom in der Wand hatten, der nun unseren enorm hohen Stromverbrauch erklärt (vom Elektriker bestätigt). Können wir auch diesen Mehrverbrauch einfordern?

Und noch eine wichtige Frage: Müssen wir uns mit der Versicherung des Installateurs rumschlagen, oder ist unser Ansprechpartner der Bauträger?

Vielen Dank!

28.01.2010 | 13:48

Antwort

von


(1734)
Marktstraße 17/19
70372 Stuttgart
Tel: 0711-7223-6737
Web: http://www.hsv-rechtsanwaelte.de
E-Mail:
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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne auf Basis Ihres Einsatzes und des von Ihnen mitgeteilten Sachverhalts wie folgt beantworte:

1.
Zunächst einmal Ihre letzte Frage vorweg, wer hier Ihr Ansprechpartner ist:
Schuldner bleibt der Bauträger, so dass Sie sich grundsätzlich zunächst an diesen zu wenden haben. Hat allerdings die Versicherung insbesondere in Vertretung des Bauträgers die Korrespondenz übernommen und hat Ihnen dieses auch angezeigt, dann sind Sie gehalten, sich auch mit der Versicherung auseinander zusetzen.

2.
So wie ich Sie verstanden habe, sind Sie bereits längere Zeit während der Bauarbeiten in Ihrer Wohnung geblieben, in dieser Zeit auch 14 Tage die Bautrockner liefen.
Die Frage ist die, ob Sie sich nicht schon vorher ein Hotelzimmer hätten nehmen müssen. Ich erwähne dieses nur, falls die Versicherung beziehungsweise der Bauträger dieses zur Sprache bringen sollte.
Sie können sich dagegen verteidigen, indem Sie mitteilen, Sie seien auch aufgrund der Ihnen obliegenden Schadensersatzminderungspflicht in der Wohnung geblieben, müssen aber jetzt wegen unzumutbarer Gründe vorübergehend ausziehen und sich ein Hotelzimmer nehmen.

Ansonsten sollte aber ein Ersatz jedenfalls möglich sein – unter Zugrundelegung der höchstrichterlichen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH, Urteil des VII. Zivilsenats vom 10.4.2003 - <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%20251/02" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 10.04.2003 - VII ZR 251/02: Umfang der Mängelbeseitigungskosten; Hotelunterbringung">VII ZR 251/02</a>; der Sachverhalt des Urteils kommt dem Ihren ziemlich gleich):

Der Schadensersatzanspruch nach § 635 BGB: Nacherfüllung umfaßt auch die Kosten einer Hotelunterbringung, die notwendig wird, um die Mängelbeseitigung durchführen zu können.
Steht fest, dass während der Mängelbeseitigung ein Hotel für eine bestimmte Dauer genutzt werden muß, so können diese Kosten unabhängig davon ausgeurteilt werden, ob der Besteller die Mängelbeseitigung durchführen läßt.

Ich würde daher an Ihrer Stelle gegenüber der Versicherung/der Bauträger vorsichtshalber ankündigen, dass Sie wegen unzumutbarer Zustände ins Hotel ziehen müssten und dafür Kostenansatz begehren. Sie können sich dabei auf das Urteil des Bundesgerichtshofs berufen.

Es ist mir allerdings aus tatsächlichen Gründen nicht möglich, genauestens einzuschätzen, ob dieses wirklich notwendig ist, also die Hotelunterbringung. Insofern bitte ich um Verständnis.
Vergleicht man allerdings die Umstände, die dem Urteil, welches ich oben zitiert habe, zu Grunde lagen, liegt ein durchaus vergleichbarer Sachverhalt vor, das heißt, Sie wären zum Schadensersatz berechtigt.
Schließlich ist die ganze Wohnung betroffen und insbesondere ist es aus gesundheitlichen Gründen bereits notwendig, eine Ersatzunterkunft zu finden.

3.
Auch für die insoweit eingeschränkte Nutzbarkeit der Wohnung kann Schadensersatz verlangt werden, zudem für alle entstehenden Folgekosten wie Reinigung, Beseitigungskosten etc.
Schließlich kann für den erhöhten Stromverbrauch Schadensersatz gefordert werden.

Letztlich sind alle Mangelschäden beziehungsweise Mangelfolgeschäden ersatzfähig, solange sie einen ursächlichen Bezug zum Schaden aufweisen.

4.
Normalerweise wird Ihnen die Versicherung ein Angebot bezüglich des Schadensersatzes unterbreiten, was dann von Ihnen mit Ihren Kosten abgeglichen werden kann.

Ich rate Ihnen jedoch dringend an, sich weiterer anwaltlicher Hilfe zu bedienen, zumal die Versicherung selbst Juristen beschäftigen, die sich mit derartigen Sachverhalten bestens auskennen und versuchen werden, den Schaden zu Ihren Lasten möglichst klein zu halten.
Unter Umständen sind Sie sofort gehalten, einen Anwalt Ihrer Wahl aufzusuchen, da die Zeit drängt.

Sie selbst sollten versuchen, für jegliche Aufwendungen schriftliche Belege zu sammeln oder einzuholen.

Falls Sie noch Nachfragen haben sollten, können Sie sich gerne im Wege der hier möglichen kostenlosen Nachfragefunktion an mich wenden.
So kann ich noch gezielter auf Ihre Bedürfnisse eingehen.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen und Ihnen eine erste Möglichkeit der Einschätzung der Sach-und Rechtslage gegeben zu haben.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.


Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

Rückfrage vom Fragesteller 29.01.2010 | 08:40

Sehr geehrter Herr Hesterberg,
zunächst einmal vielen Dank für Ihre sehr hilfreichen Informationen.
Die Versicherung des Installateurs hat mit uns noch keinen Kontakt aufgenommen. Lediglich ein Sachverständiger der Vers.war bei uns und hat uns die Freigabe für die Handwerker erteilt, die nun wir be-
auftragen sollen ( wegen der Gewährleistung). Ist das richtig?Bekommen wir dann auch die Rechnungen und müssen in Vorkasse treten?
Wir denken, unser Ansprechpartner ist weiterhin der Bauträger!
Der Maler hat gesagt, daß während des Abschleifens und Wieder-
aufbau des Marmorputzes unsere Wohnung nicht bewohnbar sei.
Ich leide an Asthma, habe inzwischen schlimme Anfälle und könnte ohne weiteres ein ärztliches Attest beibringen.
Trotz Allem sagen sowohl der Bauträger als auch der Sachverständige wir müssen in der Wohnung bleiben um Schadenminimierung zu betreiben.Auch alles andere sei unser Problem: z.B. Reinigung, Schadenersatz u.s.w.!
Könnten Sie uns zur Seite stehen? Auch von Stuttgart aus? Wenn ja, welche Kosten kämen auf uns zu, da unsere Rechtsschutzvers. wohl nicht greift, da es sich um einen Baumangel handelt!?
Noch einmal vielen Dank und viele Grüße!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 29.01.2010 | 09:46

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung, die ich gerne beantworte:

Solange Sie keine schriftliche Bestätigung der Versicherung beziehungsweise des Bauträgers haben, zumindestens darüber, dass sich Letzterer den Baumangel beziehungsweise die Baumängel zuschreiben lassen muss und verschuldet hat, sollten Sie nicht selber in Vorleistung gehen, zumal auch ein Vorschuss verlangt werden kann (§ 637 BGB: Selbstvornahme : Der Besteller kann von dem Unternehmer für die zur Beseitigung des Mangels erforderlichen Aufwendungen Vorschuss verlangen).
Und richtig, Ihr Ansprechpartner ist der Bauträger, es sei denn, die Versicherung kann kraft eine Bevollmächtigung für diesen eine rechtsverbindliche Aussage treffen. Auf nichts anderes sollten Sie sich einlassen.

Durch die Klarstellung des Malers und durch den Umstand, dass Sie an Asthma leiden, sollte die Frage des kurzzeitigen Auszugs in ein Hotelzimmer geklärt sein.

Angesichts der weiteren von Ihnen geschilderten Gegebenheiten mache ich Ihnen folgendes Angebot:

Ich kann mich gerne zunächst nochmals mit Ihrer Rechtsschutzversicherung in Verbindung setzen, wobei es tatsächlich der Fall sein kann, dass im Bereich des Bau- und Architektenrechtes kein Deckungsschutz gewährt wird (je nach Versicherungsvertrag und den dazugehörigen allgemeinen Rechtsschutzbedingungen), versuchen sollte man es allerdings nochmals.
Setzen Sie sich einfach am besten per E-Mail mit mir in Verbindung, dann kann man alle weiteren Fragen klären.

Falls es überhaupt nötig sein sollte, kann ich auch eine anwaltliche Vertretung vor Ort bei Ihnen beschaffen, wir haben da eine Anwalts- koorporation in Ihrer Nähe.

Ich verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 01.02.2010 | 12:01

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