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Reparatur verursacht Schaden - Schwarzarbeit

30.06.2013 22:18 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Dratwa


Sehr geehrte Damen und Herren,

über ebay Kleinanzeigen wurde ich auf einen Reparaturservice für iPhones aufmerksam.

Da bei meinem iPhone das Display gebrochen war, rief ich an und vereinbarte einen Termin.

In der Anzeige wurde mit "WIR reparieren..." suggeriert, daß es sich hierbei nicht um eine Einzelperson handelt. Da das Telefon an einem Wochenende repariert wurde (das hätte mich bereits stutzig machen sollen) vereinbarten wir eine Übergabe bei der Privatadresse des Reparateurs.

Das Handy wurde mit einem neuen Display versehen, "buchte" sich aber nicht mehr ins Netz ein. Erst nach einigen Widerherstellungsversuchen meinerseits ging es dann, jedoch war die Empfangsqualität extrem schlecht geworden.

Der Reparateur nahm mit für den Service 85€ ab, eine Rechnung gab es nicht.

Noch einmal bekam ich den Herrn ans Telefon, er wolle sich am nächsten Tag dann melden - was natürlich nicht geschah.

Inzwischen habe ich das Telefon - nachdem der Verkäufer nicht mehr ans Telefon ging bzw. bei unterdrückter Rufnummer nach Nennung meines Namens auflegte - bei einem anderen Betrieb reparieren lassen. Folgende Diagnose:

- Scherbenreste im Gerät
- Schrauben falsch eingeschraubt / überdreht
- Kein Apple-Original-Ersatzteil
- WLAN Modul eingequetscht
- Hörmuschelgitter wurde ganz weggelassen, hatte wohl keinen Platz mehr.

Die Reparatur des Displays (es wurde dann gegen ein Originalteil ersetzt) kostete 119€, ein GSM-Test sowie ein Neuer Schraubensatz schlug mit 38€ zu buche.

Ich bat dem ersten Reparateur an, ihm sein Billig-Display wieder zu geben und forderte ihn auf die Reparaturkosten zu übernehmen. Per SMS, ans Telefon geht er ja bis heute nicht. Heute, nach mehreren Tagen des Schweigens - kam die Antwort, er wäre sich keiner Schuld bewusst und wenn ich rechtlichen Rat suchen würde, wäre das meine Sache und "Wir sehen uns vor Gericht".

Meine Fragen also:

- habe ich eine Chance mein Geld wieder zu bekommen
- wenn ja: nur die Erstattung der vermeintlichen Erstreparatur oder auch die Erstattung des Schadens (also 85€ + 38€, oder gar die 157€)
- ich habe deutliche Hinweise, daß es sich nicht um einen Betrieb handelt (er plauderte ganz offen mit einem von mir beauftragten Bekannten, daß er das "nur nebenher so privat" mache) - macht es Sinn, das Finanzamt zu informieren?
- Kann ich ihn wegen Sachbeschädigung anzeigen, wenn ja, via Anwalt oder direkt bei der Polizei?

Vielen herzlichen Dank für Ihre Einschätzung.

Beste Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst vielen Dank für Ihre Anfrage.

Da Ihr Vertragspartner jede Art der Nacherfüllung gemäß § 635 BGB verweigert hatte, sind berechtigt, auch ohne Fristsetzung gemäß § 634 Nr. 2 BGB im Wege des Selbstbeseitigungsrechts Ersatz für die Reparaturkosten durch einen Dritten von Ihrem Vertragspartner zu verlangen, d.h. hier die gezahlten Reparaturkosten von 119,00 € zuzüglich der weiteren Aufwendungen von 38,00 €.

Den Werklohn von 85,00 € hat Ihnen die Gegenseite nicht zu erstatten, denn der Rückzahlungsanspruch bezüglich des Werklohns setzt den Rücktritt vom Vertrag voraus, den Sie jedoch nicht ausgesprochen haben. Zudem schließen sich das Selbstvornahmerecht gem.
§ § 634 Nr. 2, 637 BGB, von dem Sie durch Beauftragung des anderen Dienstleisters Gebrauch gemacht haben und das Rücktrittsrecht gegenseitig aus.

Fazit: Sie können also von der Gegenseite die Erstattung der angefallenen Reparaturkosten von 119,00 € plus der weiteren Aufwendungen von 38,00 € verlangen.

Eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung gem. § 303 StGB hätte keinen Aussichten auf Erfolg, denn eine strafbare Sachbeschädigung setzt Vorsatz voraus. Unvermögen, das hier bei der Gegenseite offensichtlich vorliegt, ist jedoch kein Vorsatz bezüglich einer Sachbeschädigung.

Das Finanzamt hätte sicherlich Interesse an eine Information bezüglich der Handhabung ohne Rechnungserteilung.Ihnen selbst hilft dies allerdings nicht weiter. Falls die Gegenseite nicht einlenkt, wird Ihnen nichts anderes übrig bleiben als der Gang zum Gericht.

Mit freundlichem Gruß

Peter Dratwa
Rechtsanwalt

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