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Reparatur Steinschlag, Rücktritt


20.03.2006 18:34 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jens Jeromin



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe mir letzte Woche einen Steinschlag eingefangen, war dann auch bei einem Händler wegen der Reparatur. Dies war leider nicht möglich, die Scheibe muss getauscht werden. Ich habe eine Teilkasko mit 300 € SB. Nun sagte der Händler mir, der Tausch der Scheibe würde ca. 600-800 € kosten. Und vereinbarte prompt einen Termin mit mir. Ich sagte ich müsse das noch abklären. Ich wusste ja nichtmal ob ich Urlaub bekomme. Denn fast zwei Tage ohne Auto ist nicht leicht.
Dann habe ich natürlich nach einer günstigen Alternative gesucht und gefunden. Der komplette Tausch für nur 200 €.
Daraufhin habe ich den Termin abgesagt. Nun schreibt mir die Werkstatt, dass extra für mein Fahrzeug eine Scheibe bestellt werden musste (ich war in einer Ford-Werkstatt mit meinem Ford) und er 20 % Gebühren verlangt (für Einlagerung)

Darf er 20 % Gebühren verlangen?
Er hat nichts gemacht. Ich bezweifle sogar dass er eine Scheibe bestellen musste.

Ich bedanke mich bereits im voraus für Ihre Antwort

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Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Informationen wie folgt beantworte:

Der Austausch einer Autoscheibe ist zunächst nach dem Werkvertragsrecht, §§ 631 ff BGB zu beurteilen.

Erste Voraussetzung für einen generellen Anspruch des Händlers ist, dass es zu einem Vertragsschluss kam. Hierfür spricht die Terminvereinbarung.

Da ein Scheibenaustausch eine Sache von etwa einer Stunde ist (hinzu kommt dann das Aushärten des Verbundmaterials)muss zu einem vereinbarten Termin die Scheibe bereits vor Ort sein. Von dem Händler kann nicht verlangt werden, dass er mit der Bestellung einer Scheibe bis zum Erscheinen des Kunden am Terminstag wartet, da sich die relativ kurze Reparaturzeit dann um die Bestellzeit verlängern würde, was auch nicht im Interesse des Kunden läge.

Fazit: mit der Terminsvereinbarung durfte der Händler die Scheibe bestellen.

Für die Absage des Termins gilt der § 649 BGB :

§ 649
Kündigungsrecht des Bestellers
Der Besteller kann bis zur Vollendung des Werkes jederzeit den Vertrag kündigen. Kündigt der Besteller, so ist der Unternehmer berechtigt, die vereinbarte Vergütung zu verlangen; er muss sich jedoch dasjenige anrechnen lassen, was er infolge der Aufhebung des Vertrags an Aufwendungen erspart oder durch anderweitige Verwendung seiner Arbeitskraft erwirbt oder zu erwerben böswillig unterlässt.


Sie dürfen demnach jederzeit kündigen, müssen dem Händler aber die vereinbarte bzw. übliche Vergütung zahlen. Von der Vergütung muss sich der Händler ersparte Aufwendungen abziehen lassen.

Da eine Autoscheibe in der Regel durch zwei Personen ausgetauscht werden muss, liegt der größte Rechnungsposten bei den Lohnkosten. Da der Händler seine Mitarbeiter aber anderweitig beschäftigen kann, hat er diese nicht in Rechnung gestellt.

Dass der Händler aber dann Aufwendungen verlangt, die er auf die Scheibe gemacht haben will, setzt die tatsächliche Bestellung voraus- diese muss der Händler nachweisen.

Das ist nach Ihrer Schilderung noch nicht geschehen.

Lassen Sie sich daher für die Scheibe einen Lieferbeleg zeigen.

So der Händler die Scheibe tatsächlich erhalten hat, dürfte ein Anspruch auf Ersatz von Lagerkosten aber nicht auf den Werkvertag zurückzuführen sein, sondern eher auf einen allegmeinen Schadensersatzanspruch zielen. Für dessen Höhe ist wiederum der Händler beweispflichtig. Zu 120 € Lagerkosten für eine Autoscheibe müsste ein Händler meines Erachtens konkret vortragen. Für eine pauschale Berechnung scheint diese Forderung deutlich überhöht.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort eine erste Orientierung ermöglich zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jens Jeromin
Rechtsanwalt

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