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Reparatur Autowerkstatt

20.06.2011 21:59 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Sehr geehrter Rechtsanwalt,

ich habe mein KFZ in eine Werkstatt gebracht, mit dem Auftrag die Bremsscheiben und Bremsbeläge zu erneuern. Der mündliche Kostenvoranschlag betrug 1300,- €.

Ich erhielt dann einen Anruf mit der Bitte, auch die Bremsflüssigkeit erneuern zu dürfen. Der Preis sollte 80,- € betragen. Ich stimmte zu.

Dann erhielt ich einen Anruf mit dem Hinweis, dass die Entlüftungsventile (Niepel) für die Bremse gangbar gemacht werden müssen, wobei ein Ventil fast abgerissen sei. Bei diesem Ventil simmte ich Erneuerung des gesamten Sattels für eine Preis von 500,- zu.

Mir wurde dann von der Wrkstatt mitgeteilt, dass die Ventile gangbar gemacht wurden und ein neuer Sattel doch nicht notwendig war, weil das alte Ventil ausgebohrt werden konnte. Ausserdem wurde auch noch ein Beleg für die Handbremse ohne Auftrag erneuert!!!!

Ich erhielt eine Rechnung über 2.212 €. In dieser Rechnung waren die Zeiteinheiten nicht separat ausgewiesen! Ausserdem wurde mir ein Entlüfterniepel und eine Handbremsbacke in Rechnung gestellt!

Da die Zeiteinheiten nicht entsprechend der Arbeiten ausgewiesen waren, bat ich um eine detaillierte Aufstellung der Arbeiten und der Kosten. Danach entfallen jetzt auf 425 € auf die Instandsetzung der schwergängigen Ventile/Niepel!
Ausserdem fiel mir in der neuen Rechnung auf, dass jetzt hinter dem Ersatzteil Entlüfterniepel und Handbremsbacke das Wort "gebr." steht. Ich gehe deshalb davon aus, dass diese Teile nicht gegen Neuteile ausgestaucht wurden und ich insofern auch überhaupt nicht überprüfen kann, ob überhaupt Arbeiten an diesen Teilen stattgefunden haben.

Das Auto steht noch in der Werkstatt und die Rechnung (Forderung in bar, was auch berechtigt zu sein scheint) wurde noch nicht beglichen!

Liegt hier nicht ein Betrugsversuch vor, wenn zwischen der ersten Rechnung und der zweiten Rechnung die Teile nun als "gebr." deklariert werden? Wie soll ich denn jetzt ermitteln können, ob hier überhaupt Arbeiten ausgeführt wurden?
Was ist jetzt zu tun? Die Rechnung unter Vorbehalt bezahlen oder eine Erklärung für den Einbau gebrauchter Teile verlangen (möglicherweise liegen die Preise der Gebrauchtteile sogar über den Listenpreisen). Strafantrag stellen? Korrektur der Arbeiten verlangen?
Danke






Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage kann ich Ihnen anhand Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ein Betrug bzw. ein versuchter Betrug im strafrechtlichen Sinne läge hier nur dann vor, wenn Ihnen durch den Einsatz der gebrauchten Teil ein Vermögensschaden entstanden wäre, bzw. beabsichtigt gewesen wäre Ihnen dadurch einen Vermögensschaden zuzufügen.

Nach Ihrer Darstellung waren die in Frage stehenden Ersatzteile in der ersten Rechnung nicht ausdrücklich als „Neu" gekennzeichnet und es ergibt sich auch keine Differenz im Rechnungsbetrag zwischen der ersten und der zweiten Rechnung.

Sie haben natürlich recht, dass der Einsatz von gebrauchten Teilen es Ihnen selbst praktisch unmöglich macht, nachzuvollziehen, ob die in Rechnung gestellten Arbeiten auch tatsächlich durchgeführt wurden.

Wenn diese Arbeiten nicht durchgeführt wurden, und Ihnen trotzdem in Rechnung gestellt werden, läge hier tatsächlich ein Betrug vor.

Sie sollten daher wie folgt vorgehen:

Bezahlen Sie die Rechnung unter Vorbehalt (ansonsten wird die Werkstatt sich auf Ihr tatsächlich bestehendes Werkunternehmerpfandrecht berufen und den Wagen nicht herausgeben).

Lassen Sie sich von der Werkstatt die ausgebauten Teile zeigen und auch erklären, warum gebrauchte Teile eingebaut wurden. Werden Ihnen diese vorgelegt, so können Sie relativ sicher sein, dass die Arbeiten auch tatsächlich ausgeführt wurden.

Werden Ihnen die Teile nicht gezeigt, so können Sie Ihr Fahrzeug, bzw. die angeblich ausgetauschten Teile von einem Kfz-Sachverständigen untersuchen lassen. Dieser oder auch eine andere Werkstatt wird mit Sicherheit feststellen können, ob die entsprechenden Teile ausgetauscht wurden.

Sofern dort zu dem Ergebnis gekommen wird, dass die in Rechnung gestellten Arbeiten nicht durchgeführt worden sind, können Sie den entsprechend überhöhten Rechnungsbetrag inklusive der Kosten für den Sachverständigen von der Werkstatt zurückfordern, bzw. das Nachholen der Arbeiten verlangen.

Sofern die Arbeiten allerdings ausgeführt wurden, müssen Sie die Kosten des Sachverständigen selbst tragen.

Von einer Strafanzeige und einem Strafantrag würde ich im Moment abraten.

Stellt sich nämlich heraus, dass die Arbeiten doch durchgeführt wurden, laufen Sie Gefahr vom Inhaber der Werkstatt wegen falscher Verdächtigung angezeigt zu werden.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Antwort einen Einblick in die Rechtslage verschaffen konnte und verbleibe

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