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Rentenversicherung


04.04.2007 17:28 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jens Jeromin



Ich wende mich an einen Anwalt mit Schwerpunkt Versicherungen.
Zum Tatbestand: Meine Tochter schloss 1998 einen Rentenversicherungsvertrag mit einem Versicherungsvertreter einer Finanzdienstleistungsgesellschaft ab. Die Versicherung bot 3 unterschiedlich zusammengesetzte Aktienfonds an. Sie entschied sich für einen ihr vorgeschlagenen Fonds, in der Annahme, dass es schon der richtige sei, da sie keinerlei Börsenkenntnisse besaß.

Bei Durchsicht des Kleingedruckten stelle ich nun fest, dass sie für die jeweilige Anlagestrategie, welche jährlich einmal geändert werden kann, selbst verantwortlich ist, Sie wurde zu ihren Börsenkenntnissen nicht befragt, auch nicht zu einer Dynamisierung aufgefordert. Eine Änderung der Sparsumme ist nicht möglich, auch ein späterer Umstieg auf eine weniger risikoreiche Anlageform ist nicht möglich. Die Vertrags- und Verwaltungskosten werden in 10 , oder aber auch über die Länge der Versicherungszeit einbehalten ohne Angabe der jeweiligen Höhe.

Nach meiner Beurteilung ist dieses Produkt für eine Rentenversicherung mit den o.g. Vorgaben in keiner Weise geeignet, da das gesamte Risiko auf den Versicherten abgeschoben wird, eine Berechnung der im Rentenalter zur Verfügung stehenden Betrages nicht möglich ist und die Beratung des Versicherungsvertreters bewusst falsch war.
Frage: Kann der Vertreter wegen der bewusst falschen Beratung und der Empfehlung eines nicht für eine Rentenvorsorge geeigneten Produktes in Haftung genommen werden ?
Danke

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Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ob eine fondsgbundene Rentenversicherung die geeignete Altersvorsorge ist, liegt im Auge des Betrachters. Einzukalkulieren ist sicher der vergleichsweise hohe Risikofaktor, der auf der anderen Seite aber auch hohe Ertragschancen bietet.

Die Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die fondsgebundenen Rentenversicherung, die jeweils Vertragsbestandteil werden, besagen jedoch ausdrücklich, dass der Versicherungsnehmer die Anlagestrategie festlegt und das die Wertentwicklung der durch die Anlagestrategie gewählten Investmentfonds vom Kapitalmarkt abhängig ist und daher nicht garantiert werden kann.

Dass der Versicherte das alleinige Risiko und die alleinigen Chancen trägt, ist die Eigenart dieses Versicherungstyps, der von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht auch nicht in Frage gestellt wird. Ob man dieses Risiko eingehen will, bleibt letztlich dem Versicherten überlassen.

Dass der Vertreter ein ungeeignetes Produkt empfohlen hat, kann daher pauschal nicht unterstellt werden. Es wird auch nicht klar deutlich, zu welchem Punkt der Verterter bewusst falsch beraten haben soll. Falls er Ihrer Tochter gegenüber etwa falsche Angaben über die Anlagesumme und deren Reduzierung gemacht haben sollte, wäre dies in der Tat eine Falschberatung, die Ihre Tochter dann aber beweisen muss.

Nur aufgrund der Tatsache, dass Ihre Tochter in Börsenangelegenheiten unerfahren ist, folgt noch nicht, dass man Ihr keine fondsgebundene Rentenversicherung empfehlen durfte, da es sich trotz der Risikos aufgrund der ebenfalls vorhandenen Chancen um ein anerkanntes Produkt zur Rentenversorgung handelt- wenn man das Risiko denn eingehen möchte.

Die meisten Menschen haben dabei kein besinders fundiertes Börsenwissen, sie vertrauen aber in die Beratung des Vertreters und auf seine Empfehlung.

Ihre Tochter stand vor der Wahl: Mangels Börsenerfahrung vom Vertrag absehen oder in die Beratung vertrauen. Sie hat sich für letzteres entschieden, darin liegt keine Falschberatung, da Ihre Tochter diese Wahl immer frei treffen konnte.

Daher sehe ich derzeit nur die Möglichkeit, entweder eine Beitragsfreistellung vorzunehmen oder nach Beratung durch einen Mitarbeiter der Finanzdienstleistungsgesellschaft einen konservativen Fonds mit kalkulierbarem Risiko, aber auch kleineren Wachstumschancen zu wählen.

Ich bedauere, Ihnen keine positivere Auskunft geben zu können, hoffe aber, Ihnen zumindest eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Jeromin
Rechtsanwalt
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