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Rentenbesteuerung (Berechnung bei mehreren Renten)

| 01.07.2017 16:34 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Liubov Zelinskij-Zunik, M.mel.


Zusammenfassung: Rentenbesteuerung

Guten Tag! Ich verstehe bis heute die Berechnung der Rentenbesteuerung nicht. Denn eigentlich müsste meine Mutter eine Steuerklärung abgeben, da sie über dem Grundfreibetrag liegt, hat aber seit 20 Jahren noch nie eine Erklärung abgegeben und wurde vom Finanzamt auch noch nie dazu aufgefordert. Zumindest kümmere ich mich nun schon seit 10 Jahren um Haushalt und Finanzen und mir ist deswegen noch kein Schreiben in die Hände gekommen.
Nun will ich aber mal wirklich genau wissen, warum sie noch nie eine Steuererklärung abgeben musste, denn normalerweise liegt sie über dem Grundfreibetrag, da sie zwei Renten erhält (Altersrente ca. 800 Euro + Witwenrente ca. 900 Euro). Nun würde mich mal interessieren ob jede Rente einzeln berechnet wird, dann würde sie natürlich noch unter den Grundfreibetrag fallen (je Rente). Allerdings habe ich gelesen, daß die Renten (angeblich) zusammengerechnet und als ein Betrag berechnet werden. Das würde allerdings keinen Sinn machen, da mehrere Renten ja meistens unterschiedlich besteuert werden (je nach Beginn bzw. Renteneintritt). In unserem Fall beginnt die Witwenrente zwar erst nach der Altersrente, allerdings war das alles schon vor 2005, weshalb die Renten nun wiederum mit 50% gleichgestellt sind. Trotzdem müsste die Berechnung aber weiterhin getrennt erfolgen, da man das ja in anderen Fällen (nach 2005 und unterschiedlicher Beginn) auch so machen müsste. Oder sehe ich das falsch?
Wenn allerdings tatsächlich beide Renten für die Besteuerung zusammengerechnet werden, dann würde mich mal interessieren, wie dann die unterschiedlichen Stufen berechnet werden (also z.B. Altersrente 50%, Witwenrente 54%).
Außerdem muß ich dann wissen, in welchem Fall man dann evtl. trotzdem keine Steuererklärung abgeben muß, da das ja bei uns anscheinend der Fall ist. Andere Einnahmen/Einkommen sind noch nie angefallen, also könnte es vielleicht daran liegen? Warum wird diese Steuer außerdem nicht gleich von der Rente abgezogen (monatlich)? Wieso sollen alte Leute, die solche Dinge sowieso schon nicht mehr verstehen, überhaupt noch eine Steuererklärung abgeben? Bei zusätzlichen Einkommen (oder Kosten die man von der Steuer absetzen kann), sehe ich das natürlich ein. Aber ansonsten wird die Steuer doch eigentlich schon mit der monatlichen Rente abgezogen, oder nicht? Ist doch bei einem normalen Einkommen/Gehalt auch schon so.
Außerdem möchte ich noch wissen, wie lange das Finanzamt deswegen an die Erben herantreten kann und ob in diesem Fall auch die Enkel betroffen sind, wenn zwischenzeitlich auch die Kinder (also ich) verstorben sind.

Vielen Dank für Ihre Hilfe

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
1. Nun würde mich mal interessieren ob jede Rente einzeln berechnet wird, dann würde sie natürlich noch unter den Grundfreibetrag fallen (je Rente).
Nein
2. Allerdings habe ich gelesen, daß die Renten (angeblich) zusammengerechnet und als ein Betrag berechnet werden.
Richtig
3. Das würde allerdings keinen Sinn machen, da mehrere Renten ja meistens unterschiedlich besteuert werden (je nach Beginn bzw. Renteneintritt). In unserem Fall beginnt die Witwenrente zwar erst nach der Altersrente, allerdings war das alles schon vor 2005, weshalb die Renten nun wiederum mit 50% gleichgestellt sind. Trotzdem müsste die Berechnung aber weiterhin getrennt erfolgen, da man das ja in anderen Fällen (nach 2005 und unterschiedlicher Beginn) auch so machen müsste. Oder sehe ich das falsch?
Das ist leider nicht korrekt. Die beiden Renten sind vor 2005 und werden daher für immer nur mit 50% besteuert.

4. Wenn allerdings tatsächlich beide Renten für die Besteuerung zusammengerechnet werden, dann würde mich mal interessieren, wie dann die unterschiedlichen Stufen berechnet werden (also z.B. Altersrente 50%, Witwenrente 54%).
Die Stufen (Erhöhung des zu versteuernden Anteils) sind nur für die Renten ab 2005 relevant, also nicht für Sie.

5. Außerdem muß ich dann wissen, in welchem Fall man dann evtl. trotzdem keine Steuererklärung abgeben muß, da das ja bei uns anscheinend der Fall ist.
Wenn der Freibetrag nicht erreicht wurde. Sie können hier eine Berechnung durchführen und das ermitteln (wichtig ist der Betrag der beiden Renten im Jahr 2005 zu wissen)
https://www.smart-rechner.de/rentenbesteuerung/rechner.php

Hier ist die Höhe des Freibetrages
https://www.steuertipps.de/lexikon/g/grundfreibetrag

6. Andere Einnahmen/Einkommen sind noch nie angefallen, also könnte es vielleicht daran liegen?
7. Warum wird diese Steuer außerdem nicht gleich von der Rente abgezogen (monatlich)?
Weil das FA die evtl. Aufwendungen nicht weißt und ob der Rentner noch andere Einkünfte hat (z. B. aus Vermietung).
8. Wieso sollen alte Leute, die solche Dinge sowieso schon nicht mehr verstehen, überhaupt noch eine Steuererklärung abgeben?
Ja, das kann man auch bei Jungen genauso behaupten. Dagegen ist leider nichts zu machen.
9. Bei zusätzlichen Einkommen (oder Kosten die man von der Steuer absetzen kann), sehe ich das natürlich ein. Aber ansonsten wird die Steuer doch eigentlich schon mit der monatlichen Rente abgezogen, oder nicht?
Ja, der direkte Abzug wäre machbar, aber wie oben geschrieben (Ziff. 7) kann der Rentner noch Aufwendungen geltend machen, die die DRV nicht kennt.

10. Außerdem möchte ich noch wissen, wie lange das Finanzamt deswegen an die Erben herantreten kann.
Sobald die Festsetzungsverjährung nicht eingetreten ist.
1.1 Festsetzungsfristen
Die Festsetzungsfrist beträgt gem. § 169 Abs. 2 Satz 1 AO 4 Jahre. Diese Frist verlängert sich gem. § 169 Abs. 2 Satz 2 AO auf 10 Jahre bei einer Steuerhinterziehung i. S. d. § 370 AO und auf 5 Jahre bei einer leichtfertigen Steuerverkürzung i. S. d. § 378 AO . Weder eine strafbefreiende Selbstanzeige noch die Einstellung des Strafverfahrens noch andere Strafverfolgungshindernisse wie Tod des Steuerpflichtigen oder Strafverfolgungsverjährung schließen die Geltung der 10-jährigen Frist aus. Die Festsetzungsfrist beginnt mit Ablauf des Kalenderjahrs, in dem die Steuer entstanden ist, § 170 AO .
Nimmt man bei Ihnen eine leichtfertige Steuerverkürzung an, kann das FA die Steuer nur ab dem Jahr 2006 verlangen (vorausgesetzt dass die Steuer damals zu zahlen wäre).


11. ob in diesem Fall auch die Enkel betroffen sind, wenn zwischenzeitlich auch die Kinder (also ich) verstorben sind.
Ja, als Erben schon (es sei denn man schlägt die Erbschaft aus)






Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 02.07.2017 | 12:10

Hallo! Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Zu Punkt 3 und 4 muß ich allerdings sagen, daß es in der Frage nicht darum geht, was für mich relevant ist oder nicht. Sie müssten dann bitte schon die Frage beantworten. Ich verstehe nun immer noch nicht, WARUM beide Renten zusammen berechnet werden und wie es denn in dem genannten Beispiel berechnet werden WÜRDE. Denn wenn andere Renten einzeln berechnet werden würden (zumindest für den Freibetrag), wäre das ja ungerecht. Mich interessiert also einfach nur die Vorgehensweise.
Zu Punkt 9 muß ich allerdings sagen, daß es dem Staat sicherlich (vorrangig) nicht darum geht, daß der Rentner noch irgendwelche Aufwendungen geltend machen kann. Eine Steuererklärung macht man doch erstmal nur für den Staat, damit wir dem Staat nichts unterschlagen. Oder warum erhöht der Staat jedes Jahr die Steuer?
Wie gesagt, vom Lohn/Gehalt geht ja auch erstmal die Einkommenssteuer ab, somit sind die Einkünfte versteuert. Wer sich dann nichts zurückholen will, muß ja auch keine Erklärung abgeben (ohne Veranlagungspflicht). Wieso sollen das aber gerade Rentner tun, die ja generell erstmal überhaupt kein Einkommen mehr haben? Zumindest liest man eben überall nur, daß Rentner zur Steuererklärung verpflichtet sind, wenn sie über dem Grundfreibetrag liegen. Am Ende geben also jetzt alle Rentner eine Steuererklärung ab, obwohl sie das überhaupt nicht müssten? Und ich als Arbeitnehmer muß im Prinzip keine abgeben. Ich verstehe das einfach nicht.
Deshalb komme ich nun noch zu Punkt 5, denn ich hatte den Freibetrag ja bereits berechnet. Und danach liegen wir definitiv über dem Freibetrag im Jahr 2005. Oder geht es explizit darum, wie hoch die Rente zu Rentenbeginn war (also exakt in diesem Jahr)? Denn dann würde es tatsächlich anders aussehen, da 1997 noch nicht die Witwenrente gezahlt wurde. Das muß man dann aber tatsächlich etwas genauer erklären (wenn es denn so ist) .

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 02.07.2017 | 15:41

Sehr geehrter Fragesteller,
gerne beantworte ich Ihre Nachfrage:
1. „ Ich verstehe nun immer noch nicht, WARUM beide Renten zusammen berechnet werden"
Das ist gesetzlich vorgeschrieben, § 22 Nr. 1 s. 3 Bst. a EStG :
„Bemessungsgrundlage für den der Besteuerung unterliegenden Anteil ist der Jahresbetrag der Rente."

2. und wie es denn in dem genannten Beispiel berechnet werden WÜRDE. Denn wenn andere Renten einzeln berechnet werden würden (zumindest für den Freibetrag), wäre das ja ungerecht. Mich interessiert also einfach nur die Vorgehensweise.
Die Vorgehensweise bei Folgerenten ist im § 22 Nr. 1 s. 8 EStG geregelt:
„Folgen nach dem 31. Dezember 2004 Renten aus derselben Versicherung einander nach, gilt für die spätere Rente Satz 3 mit der Maßgabe, dass sich der Prozentsatz nach dem Jahr richtet, das sich ergibt, wenn die Laufzeit der vorhergehenden Renten von dem Jahr des Beginns der späteren Rente abgezogen wird; der Prozentsatz kann jedoch nicht niedriger bemessen werden als der für das Jahr 2005"
Hier ist die Erklärung:
https://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/renten-95-folgerenten_idesk_PI11525_HI2530317.html
und auch hier (s. 13)
https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/Broschueren_Bestellservice/2014-08-08-Besteuerung_von_Alterseinkuenften.pdf?__blob=publicationFile&v=5

3. Wieso sollen das aber gerade Rentner tun, die ja generell erstmal überhaupt kein Einkommen mehr haben?
Für die Prüfung, ob eine Steuerpflicht vorliegt, ist das FA zuständig. Dieses bekommt von der DRV nach § 22 a EStG eine Rentenbezugsmitteilung. Wie hoch die Aufwendungen für die KV und ob eine andere Einkommensart vorliegt, wissen weder das FA noch die DRV. Bei dem Einkommen eines Arbeitnehmers wird bei der Abführung der Lohnsteuer zumindest die Höhe der KV und anderer SV-Beträge bekannt. Wie soll das aber bei Rentner funktionieren. Sie müssen dann dem FA jedes Jahr mitteilen, wie viel sie an die KV bezahlt haben und auch evtl. andere Sonderausgaben und ob sie noch andere Einkommensarten haben und das FA soll das prüfen und entscheiden. Das wird das FA sicher überfordern. Überdies werden mit solchen Mitteilungspflichten die Rentner nicht zufrieden, die unter dem Grundfreibetrag liegen.
4. Am Ende geben also jetzt alle Rentner eine Steuererklärung ab, obwohl sie das überhaupt nicht müssten?

Das betrifft nicht nur die Rentner, sondern z. B. Selbständige.
5. Deshalb komme ich nun noch zu Punkt 5, denn ich hatte den Freibetrag ja bereits berechnet. Und danach liegen wir definitiv über dem Freibetrag im Jahr 2005. Oder geht es explizit darum, wie hoch die Rente zu Rentenbeginn war (also exakt in diesem Jahr)? Denn dann würde es tatsächlich anders aussehen, da 1997 noch nicht die Witwenrente gezahlt wurde. Das muß man dann aber tatsächlich etwas genauer erklären (wenn es denn so ist)
Zu unterscheiden ist der Freibetrag bei der Rente (50% der Gesamtsumme aus 2 Renten, bzw. BIS die Witwenrente nicht kam aus Altersrente) und der Freibetrag der Einkünfte im Veranlagungsjahr. Der Freibetrag der Rente wird nur einmal berechnet und bleibt so. Mit dem Rechner, den ich Ihnen geschickt habe, kann alles nachvollzogen werden. Sie können noch folgendes machen: laden Sie das kostenlose Elster Steuerprogram herunter und geben Sie dort in der Anlage R Ihre Daten ein. Am Ende wird Ihnen die Steuer berechnet. Hier ist die Anleitung zur Anlage R
https://www.steuern.de/steuererklaerung-gestaltungshinweise-anlage-r.html
hier ist das Elsterprogramm:
https://www.elster.de/

Freundliche Grüße aus München
Zelinskij

Bewertung des Fragestellers 02.07.2017 | 21:25

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