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Renovierungsforderung an Erben

1. Oktober 2022 20:36 |
Preis: 55,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


Hallo,

anfang Mai starb mein Vater. Genau eine Woche nach dem Tod gab es ein erstes Treffen mit der Vermieterin in der bereits größtenteils geleerten Wohnung. (Sowohl ich als auch meine Schwester wohnen 8h/6h vom Letzen Wohnort meines Vaters entfernt, weswegen wir der Trauer mit Aufgaben entgegentraten)

Während diesem Treffen vor Ort sagte mir die Vermieterin zu, dass ich aufgrund der besonderen Umstände (Tod meines Vaters) und der Tatsache der räumlichen Distanz nichts weiter mit der Renovierung zu tun habe. Was die restlichen Mieten angeht, würde man sich einig werden.

In der 6 Wochen später erfolgten Wohnungsübergabe war meine Schwester mit ihrem Lebensgefährten anwesend. Beide wurden bei der Übergabe sowohl von der Vermieterin als auch ihrem Adjutant (Immobilienverwalter) angegangen für den Zustand der Wohnung und dazu gedrängt, ein Übergabeprotokoll zu unterzeichnen, in dem etliche Mängel aufgeführt wurden. Bereits während der Begehung und der einzelnen Ansprache der Mängel kommentierte meine Schwester jeden einzelnen Vorwurf mit "Ich verstehe ihren Einwand, stimme diesem aber nicht zu". Auch das Protokoll wurde am Ende nicht gegengezeichnet durch meine Schwester.

Zwischenzeitlich wurde die Wohnung renoviert und neu vermietet.

Ich erhielt nun von eben jenem Adjutanten eine Art Zahlungsaufforderung. Diese beinhaltet 3 Positionen.

1) 2x Monatsmieten die noch ausstehend sind zu je 610€

2) Allgemeine Reparaturkosten 250€ (zusammengesetzt aus willkürlich gewürfelten Pauschalen für beispielsweise 10 defekte Bodenfliesen zu 50€, 2 Wandfliesen zu 10€, Löcher in Fliesen 30€, verkalkte Duschkabine 30€, Kratzer in Türe zu 50€, schmutziges Gebläse zu 30€)

3) anteilige Kostenrechnung eines Klempners in Höhe von 1168€ für die Instandsetzung bzw. viel mehr den Austausch von 2 Toilettenschüsseln und Waschbecken inkl. Anschlussmaterial und Entsorgung der defekten Altteile.


Jetzt mal abgesehen vom menschlichen Aspekt, mich so in Sicherheit zu wiegen um dann wiederum hiermit um die Ecke zu kommen - ist es rechtens, uns derartige Kosten einfach aufzudrücken, wenn ich doch vom jetzigen Forderer zuvor entbunden wurde, überhaupt tätig zu werden? Ich wurde nie aufgefordert diese Mängel zu beheben, weder schriftlich noch telefonisch. Es wäre, und das war allen Beteiligten jederzeit klar, durchaus möglich gewesen, dass wir die Mängel vor der Übergabe beseitigen, jedoch war es ausdrücklich nicht gefordert.

Bezüglich der Miete fehlt mir hinsichtlich der geforderten Summe die eine Woche nach dem Tod meines Vaters zugesagte "Einigung". Aber gut, deswegen würde ich jetzt keinen Streit vom Zaun brechen. Die Renovierung auf unsere Kosten, nachdem mein Vater 22 Jahre in dieser Wohnung gelebt hat und nie irgendwelche Reparaturen durch die Vermieterin erfolgten, empfinde ich aber als verletzend, in Anbetracht dessen wie genügsam mein Vater hinsichtlich seiner Wohnsituation all die Jahre war.

Wie gehe ich nun am besten vor? Was antworte ich dieser Zahlungsaufforderung? Ich habe davon gelesen, es gäbe für anrechenbare Reparaturen Tabellen über Halbwertszeiten von Inventar und maximal der Zeitwert wäre hier seitens der Vermieterin überhaupt anzusetzen. Jedoch frage ich mich gleichzeitig, ob ich mich überhaupt beteiligen muss, wenn mir gar nicht die Chance blieb diese Mängel selbst zu beheben. War es womöglich von vorne herein eine Farce um nun Geld fordern zu können?

1. Oktober 2022 | 23:56

Antwort

von


(2542)
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Web: http://www.rechtsanwalt-bohle.de
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Sehr geehrter Ratsuchender,


sofern MIetzahlungen ausstehen, wären diese auszugleichen; sobald die Wohnung aber weiter vermietet worden ist, ist das ab diesem Zeitpunkt nicht mehr zu leisten. Das sollte also anhand der genauen Zeiten kontrolliert werden.


Sofern Mängel an der Mietsache bestanden haben, die über die normale Abnutzung hinausgehen, sind diese Mängel zu beseitigen, bzw. ein finanzieller Ausgleich zu leisten.


Dabei braucht bei solchen Mängel der Vermieter nicht nochmals gesondert die Beseitigung fordern; insoweit bedarf es also keiner besonderen Beseitigungsaufforderung, erst recht nicht, nachdem Ihre Schwester die Mängel nicht akzeptiert hat.

Aber der Vermieter muss eben nachweisen, welche Mängel es tatsächlich gegeben hat, was keine normale Abnutzung ist und welcher Aufwand erforderlich ist. Pauschalen brauchen so nicht hingenommen werden, es bedarf also konkreter Berechnung.

Und dabei greift der Grundsatz Neu-für-Alt, d.h. der Zeitwert wird in Hinblichkauf die restliche wirtschaftlichen Lebensdauer errechnen, wobei es aif den jeweiligen Gegenstand und dessen Qualität ankommt; bei einem Durchschnittswaschbecken z.B. 20 Jahre, sodass bei einem Austausch nach 22 Jahren gar nichts zu zahlen wäre, da eben die wirtschaftliche Lebensdauer dann bei Null liegt.


Prüfen Sie die ausstehenden Mietzahlungen genau nach;
lassen Sie sich konkrete Rechnungen mit Aufzählungen der ausgetauschten Gegenstände vorliegen und prüfen Sie dann anhand dieser Liste, wie der Abzug Neu-for-alt zu berechnen ist.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg


Rückfrage vom Fragesteller 2. Oktober 2022 | 00:37

Moin Herr Bohle und vielen Dank für die schnelle Antwort.

Das Haus ist Baujahr 1982 und das Inventar natürlich beim Einzug meines Vaters nicht mehr neu gewesen. Für die korrekte Errechnung bedarf es also für alle bemängelten Gegenstände zunächst mal den Nachweis über die Anschaffungszeit und den damaligen Preis, korrekt? Es kann ja nicht ausschließlich die Wohndauer meines Vaters berücksichtigt werden. Muss vor der Anwendung der Tabelle zur Ermittlung des Zeitwertes noch eine Berücksichtigung der damaligen Kaufkraft eingerechnet werden?

Ferner müssen dann also auch die aufgeführten Pauschalen (die ohne nähere Nachweise darüber, ob überhaupt eine Instandsetzung stattgefunden hat aufgelistet wurden) über Rechnungen nachgewiesen werden? Beispielsweise defekte Fliesen bedürfen dann einem Nachweis der damaligen Kosten, das Entkalken der Duschkabine einer Rechnung eines Dienstleisters?

Wir kennen die Nachmieterin sehr gut und haben diese selbst vermittelt. Aus erster Hand wissen wir daher, dass nebst der Klempner Arbeit nichts weiter instandgesetzt wurde.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 2. Oktober 2022 | 10:05

Sehr geehrter Ratsuchender,


nach so langer Zeit wird kein Kostenersatz zu leisten sein, da die wirtschaftliche Lebensdauer längst überschritten ist, der Restwert bei Null liegt.

Der Vermieter müsste nachweisen, wann er damals (!) dieser Einrichtungen zu welchem Preis und welcher Qualität gekauft hat, wenn er noch Geld fordert. Dann wird sich sicherlich "Null" errechnen lassen.

Dann könnt es noch nichjt einmal darauf an, ob es vertragsgemäße Abnutzung (und Materialermüdung) ist, oder schuldhaft (!) verursachte Schäden. Letzteres müsste der Vermieter auch nachweisen.


Hier besteht daher die Vermutung, dass der Vermieter sie sowieso dringend notwendigte Instandsetzung sich bezahlen lassen will.

Daher sollten Sie die Ansprüche - bis auf eben mögliche ausstehende Mietzahlungen - zurückweisen, eine mögliche Kautionsabrechnung (mit Zinsen!) und eine Nebenkostenabrechnung fordern, da auch dort möglicherweise ein Guthaben besteht.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

ANTWORT VON

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