Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
484.392
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Renovierungsarbeiten unüberdachte Dachterasse


22.11.2012 11:29 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Ehefrau und ich ziehen jetzt nach 5 Jahren aus einer Wohnung mit Dachterasse aus. Bei Einzug war die ca. 18 m2 großen Dachterasse gefliest, es sind jedoch aufgrund daß Wasser auf der Terasse stand und nicht ablaufen konnte einige Fliesen aufgeplatzt.
Daraufhin haben wir uns mit dem Vermieter darauf geeinigt, dass er einen Holzbodenbelag auf die gesprungenen Fliesen legt. Soviel zur Vorgeschichte.

Heute nach 5 Jahren ziehen wir zum 31.12.2012 aus der Wohnung aus. Es besteht ein sogenannter normaler, ich glaube das nennt sich "Einheitsmietvertrag", der ja u.a. auch besagt, dass wieder gestrichen werden muss (Streichen ist schon geschehen !) etc.

Über die Jahre hinweg habe ich natürlich das verblasste und z.T. verwitterte Holz auf der Dachterasse mit Holzschutzlasur gestrichen, was am Anfang auch super toll aussah. Nach 2-3 maligem Überstreichen ist es jetzt so, dass die Lasur an vielen Stellen abblättert (Vielleicht haben sich hier unterschiedliche Lasuren nicht vertragen ?)

Die Forderung jetzt vom Vermieter: Bitte stellen Sie den Ursprungszustand wie er war mit den Holzbrettern wieder her. Nach Rücksprache mit einem guten Bekannten (gelernter Schreiner) ist es jetzt im November für Abbeizen zu spät, da eine Mindesttemperatur von 10 Grad vorherrschen sollte, damit das überhaupt funktioniert.

Zu allem Überfluss schreibt jetzt noch der Vermieter, er habe damals Bankirai-Bretter verwendet, die eigentlich nicht gestrichen werden müssen, behauptet er. Da koste ein m2 ca. 120 Euro, das wären ja bei 2,70 Meter mal 6,0 Meter knapp 2.000,- Euro.
Ich kann mich jedoch nicht daran erinnern, dass er beim Einzug sagte, die Bretter sind so hochwertig bzw. müssen nicht gestrichen werden. Jeder normale Mensch trägt auf Holzbauten normalerweise von Zeit zu Zeit eine Schutzlasur auf, oder etwa nicht?

Er hat mir die Adresse genannt, bei wem er die Bretter vor 5 Jahren gekauft hat,
weil ich sehen wollte, ob auch wirklich dieses teure Holz verbaut worden ist. Der Unternehmer sagte, er müsse nachsehen, wahrscheinlich gäbe es aber nur eine Rechnung, auf der Komplettpreis Holz steht und das Holz nicht als Bankirai ausgewiesen ist. Ansonsten hätte ich hochwertige Lärche neu verlegt.

Soweit der Sachverhalt. Meine Fragen diesbezüglich:

1. Muss ich überhaupt Außenarbeiten (Holz) bei Auszug durchführen ?
2. Wenn ja, muss ich wieder diese teuren Bretter kaufen, würde Lärche nicht reichen ?
Ich konnte doch (und das meine ich jetzt ehrlich) bei Einzug nicht wissen, dass da so
teures Holz verbaut wurde.
3. Wenn es nur eine Pauschalrechnung ist: Habe Angst, dass beide mir im Nachhinein
die Rechnung neu ausstellen mit einem Datum von damals, auf denen ausgewiesen
ist, dass es sich genau um dieses Holz handelt.

Wie ist die Rechtslage hierzu ?
Sehr geehrter Ratsuchender,



der Außenanstzrich gehört nicht zu den Schönheitreparaturen (BGH, Urt.v. 13.01.2010, Az.: VIII ZR 48/09), so dass unter diesem Gesichtspunkt von Ihnen nichts gefordert werden könnte.

Sie hätte also insoweit gar nichts machen müssen.


Allerings könnte der Vermieter Schadensersatz fordern, wenn Sie unsachgemäß Lack auf das Holz aufgebracht haben. Dazu müsste Ihnen aber auch ein Verschulden angelastet werden können und ein messbarer Schaden auf Vermieterseite entstanden sein.

Grundsätzlich ist es entgegen Ihrer Auffasung nicht so, dass Holz zwingend mit Schutzlasur gestrichen werden muss. Die heutigen Hölzer benötigen dieses nicht und bei unsachgemäßem Auftrag oder Nichtverträglichkeit einzelner Komponenten kann das Holz sogar Schaden nehmen.

Insoweit sollte der Schreiner also prüfen, ob ein Abbeizen möglich ist, um den alten Zustand wieder herzustellen. Dieses sollte dann gemacht werden.

Insoweit wäre der Vermieter dann auch verpflichtet, solange zu warten, bsi die Witterung solche Arbeiten zulässt.

Mehr müssten Sie - wenn mit dem Abbeizen der alte Zustand errecht werden kann - nicht machen, also dann keinesfalls das Holz kostenintensiv auswechseln.

Dieses wäre nur dann notwendig, wenn mit dem Abbeizen die Lasur nicht entfernt oder das Holz angegriffen würde. Dann allerdings ist auch das teuere Holz zu verwenden, wobei aber ein Abzug Neu-für-Alt vorgenommen werden müsste.

Diese Holzart müsste der Vermieter Ihnen natürlich nachweisen; Eine Pauschalrechnung reicht nicht aus, wobei ich aber davon ausgehe, dass Ihr Bekannter (Schreiner) sehr schnell feststellen kann, welche Holzart es ist.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php



Ergänzung vom Anwalt 22.11.2012 | 12:49

Sehr geehrter Ratsuchender,


bezugnehmend auf unser Telefonat teile ich Ihnen gerne nochmals mit, dass der Vermieter das Abbeizen hinnehmen muss, wenn damit die Lasur rückstandlos entfernt werden kann.

Sofern derzeit die Temperatur nicht ausreichend ist, wird dem Vermiter unter dem Gesichtspunkt der Schadensminderungspflicht zuzumuten sein, dann ggfs. bis zum Frühjahr zu warten.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 61064 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Mein Erstnutzer-Eindruck : kompetent und schnell - unbedingt weiterzuempfehlen. Eine der sinnvollsten Internetseiten die ich kenne. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Unsere Fragen wurden konkret beantwortet. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Hat uns sehr geholfen Können so mit guten Voraussetzungen im einem Rechtsstreit gehen. Vielen Dank und gerne wieder Sehr zu empfehlen ...
FRAGESTELLER