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Renovierungsarbeiten bei Auszug des Mieters

| 26.10.2008 13:18 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


07:33
Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Mieterin ist am 15.01.2007 eingezogen und hat die Wohnung nun zum 30.11.2008 gekündigt. Die Mieterin hat die Wohnung in einem sehr guten Zustand, allerdings nicht frisch renoviert, übernommen. So war das Wohnzimmer z.B. sandfarben tapeziert, die Küche in weißer Glasfasertapete. In beiden Räumen wurden die Wände zur Hälfte in dunkelrot übergestrichen und mit einer Bodüre beklebt. Der weiße Raufaserantrich im Flur ist in hellgelb gestrichen worden, aber das stellt für mich kein Problem dar. Vielmehr die Tatsache, dass der Flur nach Hundepipi riecht, weil die Mieterin zwei kleine Hunde den ganzen Tag in den Flur gesperrt hat wenn sie arbeiten war. Zur Hinterlassung ihres Geschäfts hatte sie Handtücher ausgelegt, auf die Pipi gemacht wurde. Es gibt mehrere kleine Stellen, an denen die Raufaser beschädigt ist, weil die Wand wohl feucht war. Zudem ist das Parkett im Wohnzimmer im Eingang zu einem Teil beschädigt, weil die Feuchtigkeit unter der Tür durchgezogen ist. Der Parkettboden muss somit abgezogen und neu lackiert werden- eine Reparatur lediglich des Eingangsbereiches würde man sehen.

Nun meine Fragen:
1) Kann ich trotz unrenovierten Bezuges verlangen, dass die roten Wände neu tapeziert werden?
2) Wie stelle ich der Mieterin die Schäden an Parkett bzw. Flurwand durch den Hundeurin in Rechnung?

Die Dame ist sehr schwierig und sieht sich in keiner Verpflichtung etwas zu tun, da sie "mit den Tapeten, die schon da waren, ja nichts zu tun hat". Im Mietvertrag sind lediglich die Behebung von Schönheitsreparaturen nach 3, 5 Jahren etc. aufgeführt.

Danke vorab und viele Grüße

Jessica
26.10.2008 | 13:52

Antwort

von


(199)
Ulzburger Str. 362
22846 Norderstedt
Tel: 040 / 547 89 42
Web: http://www.bischoff-maertens.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf Grundlage der mir vorliegenden Informationen und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

In der Rechtsprechung wird überwiegend angenommen, daß der Mieter nach Treu und Glauben verpflichtet ist, die Wohnung am Ende des Mietverhältnisses nicht mit einer ungewöhnlichen Dekoration zurückzugeben. So hat das LG Frankfurt/Main (Az: 2/11 S 125,06, NZM 2007, 922 ) entschieden, daß ein roter Farbanstrich nicht mehr zum vertragsgemäßen Gebrauch gehört und daher am Ende der Mietzeit entfernt werden muß.

Sie können daher unabhängig von der Formulierung zur Leistung von Schönheitsreparaturen verlangen, daß Ihre Mieterin den roten Farbanstrich entfernt. Ob die Mieterin dies durch Überstreichen oder Neutapezieren ausführt, ist eine Entscheidung Ihrer Mieterin.

Der Hundeurin und die Beschädigung am Parkett stellen eine Beschädigung der Mietsache dar. Sie können daher auch hier - unabhängig von etwaigen Schönheitsreparaturklauseln - die Beseitigung dieser Schäden verlangen.

Ich empfehle Ihnen, Ihre Mieterin schriftlich zur Beseitigung dieser Schäden bzw. des Farbanstrichs bis zum Ende der Mietzeit aufzufordern. Wenn sie dieser Verpflichtung nicht nachkommt, können Sie die Schäden bzw. den Farbanstrich selbst beseitigen und die Kosten hierfür Ihrer Mieterin in Rechnung stellen. Hier kommt dann auch eine Verrechnung mit der Kaution in Betracht.
Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben, und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Sonja Richter
- Rechtsanwältin -


Rückfrage vom Fragesteller 26.10.2008 | 19:38

Sehr geehrte Frau Richter,

besten Dank für die schnelle und umfassende Antwort!
Wie gehe ich denn korrekt vor, wenn es um die Kosten für die Parkett- bzw. Raufaserschäden geht? Es ist ja anteilig nur ein kleiner Teil beschädigt, da kann ich doch nicht die komplette Sanierung in Rechnung stellen, oder?

Viele Grüße und noch einmal lieben Dank!
Jessica

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.10.2008 | 07:33

Sehr geehrter Fragesteller,

hinsichtlich der Raufaser habe ich keine Bedenken, wenn Sie die Schäden an einer Wand beseitigen und die Kosten hierfür insgesamt in Rechnung stellen.

Beim Parkett müssen Sie sich allerdings einen Vorteil anrechnen lassen, wenn nur ein Teil beschädigt ist und Sie das gesamte Parkett abschleifen lassen. Hier könnte man z.B. die Quadratmeteranteile (Wohnzimmer zu Eingangsbereich) ins Verhältnis setzen. Alternativ Sie am Alter des Parketts ansetzen. Da Parkett regelmäßig abgeschliffen werden sollte, können Sie das Alter der Abnutzung ins Verhältnis zur ersparten Zeit bis zum geplanten Abschleifen setzen.

Mit freundlichen Grüßen

Sonja Richter
- Rechtsanwältin -

Bewertung des Fragestellers 01.11.2008 | 13:22

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