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Renovierung nach 29 Mietjahren, Todesfall


20.07.2007 13:18 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Einen schönen guten Tag!

Unsere Mutter wohnte 29 Jahre in einer Wohnung, im sog. Betreuten Wohnen.
Am 01.07.07 ist sie plötzlich verstorben. Nun will der Vermieter (eine Verbandsorganisation), erstens von uns eine normale Kündigungsfrist von 3 Monaten u. entlässt uns aus dem Mietverhältnis erst zum 01.10.07. –Ist das rechtens?

Die Verbandsorganisation verlangt von uns eine vollumfängliche Renovierung.
Streichen der Wände und der Türrahmen, Lackieren der Heizkörper, fachmännische Grundreinigung. Auch aller fünf Wohnungstüren, diese sind aus Holz.

Unsere Eltern haben vor 29 Jahren selbstklebende Teppichfliesen auf einem Linoleumboden aufgebracht, da der Vater Gehstöcke benötigte. Diese Fliesen kann man heute nur noch in Fetzen und unvollständig entfernen. Der Kleber bleibt haften. Der Vermieter verlangt, dass das auf unsere Kosten geschehen soll und wir den ursprünglichen Zustand, von vor 30 Jahren wieder herstellen. Müssen wir das, nach so einer langen Mietdauer hinnehmen, oder fällt das unter „normale Abnutzung der Mietsache“? –Da ein jeder Boden nach 29 Jahren ohnehin hinüber ist?

Zu dem hat Mutter vor zwei Jahren auf eigene Rechnung einen neuen Kühlschrank gekauft, weil der alte kaputt war, diesen will der Verband nun behalten, da beim Einzug vor 29 Jahren, ein Kühlschrank in der Küche bereitgestellt wurde. Der Herd ist ebenfalls Eigentum des Verbandes und nicht mehr sauber zu bekommen, nach fast 30 Jahren. Der Verband sieht uns hier in der Pflicht.

Dem Maler haben wir bereits aus eigener Tasche 800,00 Euro bezahlt. Mussten wir das überhaupt ?Oder können wir die Kosten sogar wieder einfordern?


Auf eine Antwort freut sich
Berenike
Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre einzelnen Fragen möchte ich wie folgt beantworten:

Der Vermieter kann auf die Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist bestehen.

Schönheitsreparaturen sind dann durchzuführen, wenn dies vertraglich vereinbart ist. Dazu müßte der Mietvertrag geprüft werden, ob dieser bezüglich der Schönheitsreparaturen eine Abwälzungs- oder Endrenovierungsklausel enthält und ob diese Klauseln auch wirksam sind.

Da Sie aber bereits Malerarbeiten finanziert haben, kann man der Ansicht sein, dass Sie die Verpflichtung zur Durchführung der Schönheitsreparaturen damit anerkannt haben (z.B. KG Berlin, Urteil vom 06.04.2006, 8 U 99/05 in einem ansatzweise vergleichbaren Fall). In diesem Fall wäre es Ihnen verwehrt, sich auf die Unwirksamkeit der Schönheitsreparaturenklausel zu berufen; den gezahlten Malerlohn werden Sie aus diesem Grund wahrscheinlich nicht erstattet verlangen können.

Ein von den Mietern selbst verlegter Bodenbelag ist bei Auszug zu entfernen. Wird dabei der Unterboden beschädigt, ist Schadensersatz zu leisten.

Der Vermieter kann tatsächlich Schadensersatz für Herd und Kühlschrank verlangen, allerdings nur in Höhe des Zeitwertes. Dieser dürfte nach 29-jähriger Nutzung meines Erachtens gleich Null sein.

Aufgrund der verschiedenen Einzelfragen sollten Sie erwägen, einen Anwalt mit Ihrer weiteren Interessenvertretung zu beauftragen.

Mit freundlichem Gruß

Kaussen
Rechtsanwalt
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