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Renovierung holzverkleideter Hausgiebel - Ärger mit dem Auftragnehmer

| 09.08.2014 13:55 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Dratwa


Renovierung eines mit Holz verkleideten Giebels an einem Einfamilienhaus

nach einem ersten telefonischen Kontakt mit Malermeister "W" Anfang Mai 2014 und sich anschliessender Besichtigung vor Ort waren wir uns über Art und Umfang der auszuführenden Arbeiten einig (als "Mustervorlage" für diese Arbeit sollte der andere bereits einige Zeit zuvor durch mich renovierte Holzgiebel gelten).
Herr 'W' machte mir per Mail folgendes Angebot:

> -----Ursprüngliche Nachricht-----
> Von: Malermeister 'W'
> Gesendet: Mo. 12.05.2014 18:54
> An: xxxxxxxxxx@freenet.de ,
> Betreff: Malerarbeiten am Giebel
>
> Sehr geehrter Herr xxxxxxxxxxx,
>
> wie bereits besprochen sende ich Ihnen folgendes Angebot:
>
> Holzverkleidung am Giebel schleifen und 3 x lasieren
> incl.Gerüstbauarbeiten zum
> Festpreis von 900,00? zzgl. 19% MwSt.
>
> Mit freundlichem Gruss
> Malermeister 'W'
>
> Von meinem iPad gesendet>
>
> -----Ursprüngliche Nachricht Ende-----

Danach war zuerst einmal "Sendepause". Ich habe daher folgende Mail an Malermeister 'W' gesandt:

Hallo Herr 'W',
sie sind telefonisch wirklich schwer zu erreichen - ich habe am letzten Wochenende auf ihren AB gesprochen und
die Arbeiten für sie frei gegeben. Ich warte nun auf eine Antwort von ihnen zwecks weiteren Vorgehens.
Sie haben doch Kapazitäten frei oder? Falls nicht lassen sie es mich bitte wissen, damit ich mich
anderweitig orientieren kann.

Viele Grüße
xxx xxxxxxxxx


Letztendlich erreichte ich Malermeister 'W', der mir dann erklärte, er würde mit den Arbeiten nach einem Familienurlaub ab 3 Juni 2014 beginnen.

Tatsächlich war Malermeister 'W' am 3.Juni ab 08:00 Uhr (vereinbart war 09:00 Uhr) mit einem Kollegen vor Ort und baute in ca.1,5 Stunden das Gerüst auf. Anschliessend sagte er, er würde am Nachmittag wieder mit seiner Arbeit fortfahren, fuhr fort und lies sich die gesamte Woche nicht mehr blicken ohne uns hierüber zu informieren.

Di., 10.06.2014 tauchte der Malermeister dann alleine wieder auf und arbeitete von ca. 09:00 bis etwa 13:30 (erstmalig erklärte er meiner Frau und mir später, sein Kollege hätte sich beim Aufbau des Gerüstes eine Woche zuvor am Fuß verletzt – für meine Frau war dies jedoch eine Woche zuvor nicht ersichtlich)
Der ihm zur Verfügung gestellte Stromanschluss für die lt. seiner Aussage benötigte Maschine zum Abschleifen des holzverkleideten Giebels wurde nicht genutzt.
Meine Frau hat ihn noch an diesem Tag, als er unser Grundstück verlassen hat daraufhin angeprochen. Malermeister 'W' hat auf die Frage meiner Frau, ob abgeschliffen worden war mit einem klaren ja geantwortet! Bis 13:30 Uhr an diesem Tag wurde von ihm auch der Giebel zum ersten Male angestrichen, wobei die gewählte Farbe viel zu hell war und nicht zu dem bisher zuvor renovierten Giebel passte. Dies habe ich ihm mitgeteilt und ihm klar gemacht, dass der Farbton anzupassen ist.
(Ich bin kein Fachmann – ein Fachmann sollte dies sehen!!)

Mi., 11.06.2014 kam der Malermeister dann wieder vorbei strich angeblich das 2. und das 3. Mal (Trocknungszeit zwischen den Anstrichen wurde nicht eingehalten), baute anschliessend alleine lautlos (meine Frau hat hiervon nichts mitbekommen) das Gerüst ab und meldete sich ab. Eine Abnahme durch mich/ meine Frau und der Möglichkeit mit Hilfe des Gerüstes nachzubessern war somit gar nicht mehr möglich.

Ich telefonierte mit Malermeister "W" und monierte seine Arbeiten. Nachbesserungen unter zur Hilfenahme einer Leiter waren erfolglos. Bei seinem letzten Auftritt vor Ort (17.06.2014) drückte er mir im Wegfahren noch die Rechnung in die Hand und sagte: Zahlungsziel 2 Wochen und 3% Skonto. Ich war regelrecht geschockt und sagte daraufhin nichts mehr.

In den nachfolgenden Tagen begutachtete ich zusammen mit meiner Frau die Arbeit von Malermeister "W" - Ergebnis katastrophal.

In einem Einschreiben vom 22.07.2014 an Malermeister "W" machte ich klar, daß ich sein Werk nicht abnehme und auch keine Nachbesserungen mehr wünsche.

Wortlaut des Einschreibens:

ich beauftragte sie mit der Renovierung des linken holzverkleideten Giebels unseres Wohnhauses zu den mit ihnen getroffenen Absprachen.

Hierzu sollten das komplette Abschleifen der Holzverkleidung und ein sich an-schliessender 3-facher Lasuranstrich gehören.

Vorgabe war hierbei, dass sich der aufzubringende Lasurfarbton so nah wie möglich an den bisher bauseits schon renovierten übrigen Holzverkleidungsteilen(rechter Hausgiebel und Erker auf der linken Seite)
orientieren sollte.

Dies ist ihnen während ihrer Arbeiten nach einer "Farbtonanpassung" immer noch nicht gut gelungen.

Vorbereitende Ausführung der Arbeiten:

Vereinbart war u.a. die Klinkerfassade unseres Hauses entsprechend abzudecken, um die Gefahr von Farbspritzern auf der Fassade zu vermeiden.
Eine entsprechende Abdeckung wurde von ihnen nicht vorgenommen – an
mehreren Stellen (nicht nur an der Klinkerfassade) ist es zu Farbspritzern gekommen, die von ihnen nachträglich nachweislich nicht zufriedenstellend entfernt wurden (u.a. sieht man auf der Fassade noch die Spuren von der Fleckentfernung durch sie noch sehr deutlich).


Ausführung der Hauptarbeiten:

Das Abschleifen der alten Fassadenfarbe wurde nur unzureichend vorgenommen. Auch wenn ich kein Fachmmann bin, ist abzusehen, dass nach relativ kurzer Zeit die neu aufgebrachte Farbe abplatzen wird.
Das vereinbarte 3-fache Streichen ist nur 2-fach erfolgt. Dies zeigt sich auch darin, dass die Farbe trotz Nacharbeiten ihrerseits an mehreren Stellen ungleichmässig deckend aufgetragen wurde.

Qualität ihrer Arbeit:

Sie haben an mehreren Stellen Dinge überstrichen,die von ihnen zuvor hätten abgedeckt/ abgeklebt werden müssen(z.B. Aluprofile auf dem Balkon)
Ihre Versuche, diese unerwünschten "Überlackierungen" nachträglich zu entfernen sind ihnen nicht gelungen - an vielen Stellen sind noch diese Überlackierungen vorhanden
schlimmer noch:
durch das versuchte Reinigen mit einem Spezialreiniger haben die Aluprofile einen "Grauschleier" bekommen, der sich nicht mehr entfernen lässt.
Was meine Frau noch heute entdeckt hat: sie haben die über dem Erker auf dem Balkon angebrachte Markise an mehreren Stellen mit Farbe beschmiert(nicht nur den Markisenrahmen, nein auch das Markisentuch)


Nicht erklären kann ich mir den Materialanteil in Höhe von 200 Euro. Die Preise für Gorilasur sind mir bekannt.Was haben sie noch sonst für Material verbraucht?

Sie hatten schon mehrere Versuche nachzubessern - weitere Versuche lehne ich ab.
Ich kann Verständnis für ihre Situation aufbringen (ein Mitarbeiter von ihnen hat sich bei der Gerüststellung auf meinem Grundstück verletzt und stand ihnen anschlissend ja auch für andere Aufträge leider nicht mehr zur Verfügung)

Aber dies alles kann jedoch nicht zu meinen Lasten gehen.

Bei korrekter Ausführung der Arbeit wie beauftragt wäre ich natürlich breit gewesen den vereinbarten Preis zu zahlen. Nicht jedoch nach der von ihnen in dieser Qualität ausgeführten Arbeit.
Ich erwarte ihre Stellungnahme und teile ihnen jetzt schon mit, dass ich für diese Arbeit den von ihnen in dieser Höhe in Rechnung gestellten Betrag nicht zahlen werde

Gruß
xxx xxxxxxxxx


Auf die Inhalte dieses Schreiben erwartete ich irgendeine Reaktion, was jedoch kam, war Anfang Juli 2014 eine Mahnung des Malermeisters "W". Von mir angestrebte mehrmalige Versuche einer Kontaktaufnahme mit dem Malermeister waren erfolglos.
Ich setze mich daraufhin mit der zuständigen Kreishandwerkerschaft in Verbindung und schilderte den Fall.
Der zuständige Geschäftsführer sagte mir seine vermittelnde Unterstützung zu,wies mich aber daraufhin, daß dies nur Erfolg bringen würde, wenn die Gegenseite dazu bereit wäre. Ich würde wieder informiert werden, was bisher jedoch noch nicht geschehen ist.

Gestern (08.08.2014)habe ich nun von der "mediafinanz", einem Inkassounternehmen ein Schreiben erhalten, in dem ich aufgefordert werde den Gesamtbetrag in Höhe von 1.250,50 EUR(incl. vorgerichtliche Inkassogebühren 149,50, Inkassoauslagen 20,00 EUR und bisherige Mahnungskosten des Mandanten 10,00 EUR) bis zum 16.08.2014 unter Androhung von ernsten Konsequenzen wie gerichtlichem Mahnverfahren, hohen Folgekosten für Gericht und Anwalt, Vollstreckungskosten und zusätzlichen negative Auswirkungen auf die allgemeine Kreditwürdigkeit (zur Info. mein persönlicher SCORE bei der Schufa liegt bei über 96%!!!) zu zahlen.

Wie sollte ich mich weiterhin verhalten – ich fühle mich im Recht und von der sehr mangelhaften Arbeit des Malermeisters enttäuscht und "über den Tisch gezogen"

Da ich aufgrund erfolgloser Nachbesserungen weitere Nachbesserungen abgelehnt habe, frage ich sie, welche Möglichkeiten mir noch verbleiben und wie die Erfolgsaussichten sind.
Hierbei sollten sich die zusätzlichen (monetären Aufwände in Grenzen halten)

Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst bedanke ich mich für Ihre Frage.

Der Anspruch des Malers auf Bezahlung seiner Rechnung ist mangels Abnahme der Malerarbeiten nicht fällig.

Teilen Sie dies dem Inkassobüro unter Schilderung der mangelhaften Arbeiten und der fehlgeschlagenen Nachbesserungsarbeiten mit. Mangels Fälligkeit und Verzug haben Sie weder für die Inkassogebühren sowie Mahnkosten aufzukommen. Soweit die Arbeiten mangelhaft sind, haben Sie diese auch nicht zu bezahlen, in welchen Umfang diese mangelhaft und welche Kosten zur Beseitigung erforderlich sind, kann letztlich nur ein Sachverständiger ermitteln.

Bezüglich der Nachbesserungen bitte ich um Prüfung, wieviele tatsächlich erfolgten. Der Auftraggeber kann weitere Angebote zur Mängelbeseitigung mit dem Hinweis ablehnen, dass er das Vertrauen in die Fähigkeiten des Unternehmers verloren hat. Die Rechtsprechung stellt hierbei auf den Einzelfall ab, wie viele Nachbesserungsversuche dem Unternehmer zugestanden werden müssen. Dieses hängt von der Art und dem Umfang des Mangels ab. In der Regel müssen dem Auftragnehmer 2 bis 3 Versuche zugestanden werden.


Mit freundlichem Gruß

Peter Dratwa
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 11.08.2014 | 14:48

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Hierfür vielen Dank. "
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 11.08.2014 4,4/5,0
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