Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
503.682
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Renovierung bei Auszug ohne Vereinbarung

| 13.07.2011 11:11 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Guten Tag,

ich bezog Anfang Februar 2008 eine komplett renovierte Wohnung und kündigte den Mietvertrag fristgemäßg zum 31.08.2011.
Zusätzlich zum Mietvertrag unterschrieb ich damals eine - bereits im Voraus maschinell verfasste - Zusatzvereinbarung.

Mietvertrags bzw. Zusatzvereinbarung bestehen unter anderem aus folgenden Punkten:



Mietvertrag:
----------------------------------
Nach Beendigung des Mietverhältnisses hat der Mieter die Mietsache vollständig geräumt und besenrein zurückzugewähren. Alle Schlüsse, auch die von dem Mieter selbst beschafften, sind dem Vermieter zu übergeben.
Beschädigungen der Mietsache, die die Mieter oder seine Erfüllungsgehilfen schuldhaft verursacht haben, sind zu beseitigen.
----------------------------------



Zusatzvereinbarung:
----------------------------------
Die Wohnung wurde vor dem Einzug des Mieters vom Vermieter vollständig renoviert. Die Wohnung ist vollständig tapeziert.

Die Parteien haben sich im gegenseitigen Einvernehmen darauf verständigt, dass der Mieter beim Einzug in die Wohnung einen Anstrich der Wände vornimmt. Der Mieter ist dabei grundsätzlich in der Farbwahl frei.
die Parteien sind sich darüber einig, dass der mieter keine kräftigen Farbtöne wählt (z. B. rot, blau, schwarz, dunkelgrün). Die Farbtöne sind so zu wählen, dass die Tapete nach dem Auszug des Mieters vom Vermieter durch einmaligen Anstrich wieder geweißt werden können.

Dübellöcher die von dem Mieter verursacht wurden, sind nach Beendigung des Mietverhältnisses wieder fachgerecht zu schließen.
Fliesen in der Küche und im Bad dürfen nicht angebohrt werden. (Bitte nur in den Fugen bohren)

Die Vertragsparteien sind sich darüber einig, dass Haustierhaltung in den angemieteten Räumen nicht gestattet ist.
----------------------------------



Obwohl in dieser zwar festgehalten wurde, dass Haustierhaltung nicht gestattet sei, wurde mir im August 2008 die Haltung von zwei Katzen telefonisch erlaubt.

Diese haben nun im Laufe der vergangen drei Jahre in den Räumen stellenweise an der Tapete gekratzt und soweit beschädigt, dass ein einfaches Überstreichen nicht ausreichen würde.


Meine Fragen lauten deshalb nun wie folgt:

- müssen die Tapeten in Räumen, die durch normales Benutzen beschädigt wurden, ersetzt werden? Im Bad hängt z. B. die Tapete an einer Stelle leicht von der Decke, da hier der Vermieter zwei oder drei Bahnen Tapete übereinander geklebt und mehrfach gestrichen hatte. Das hielt der Feuchtigkeit wohl nicht stand.

- muss ich die restlichen Tapeten, die durch die Katzen beschädigt wurden, ebenfalls ersetzen?

- reicht - sofern das Tapezieren von meiner Seite aus notwendig ist - dieses aus oder muss ebenfalls ein neuer Anstrich erfolgen?

- Da der Vermieter das Billigste vom Billigen genommen hat gibt es in der Wohnung keine normalen Fußleisten sondern nur PVC-Leisten, die direkt auf die Tapete geklebt wurden. Muss ich diese ebenfalls ersetzen, falls ich die Räume tapezieren muss? Die Fußleisten haben schon durch bloßes Anschauen ihre gesamte Klebekraft verloren und müssten deshalb neu gekauft werden.


Da ich aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten wieder ins Elternhaus zurückgezogen bin, wäre es natürlich schön, wenn ich die Wohnung nicht renovieren müsste. Allerdings bin ich auf die Kaution, die ich beim Vermieter hinterlassen habe, angewiesen und möchte nicht, dass er jene einbehält bzw. Nachforderungen stellt, falls er ein Unternehmen mit der Renovierung beauftragen würde.


Vielen Dank im Voraus.

Sehr geehrter Rechtsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

grundsätzlich müssen Sie eine Endrenovierung nur vornehmen, soweit eine solche wirksam vereinbart wurde.

Aus Ihrer Schilderung kann ich eine solche Vereinbarung nicht erkennen.

Daher sind Sie grundsätzlich nur zum Ersatz der Schäden verpflichtet, die über den normalen Gebrauch der Mietsache hinausgehen. Hierunterfallen meines Erachtens nur die Beschädigungen durch Ihre Katzen, auch wenn der Vermieter die Tierhaltung erlaubte.

Im Ergebnis müssen Sie daher nur die durch die Katzen beschädigten Tapeten renovieren. Die Tapeten sind meines Erachtens auch zu streichen, da nach rund drei Jahren ein Neuanstrich nicht fällig gewesen wäre. Insoweit kommt dem „alten" Anstrich ein auszugleichender Restwert zu.

U.U. kann sich sogar eine Ausgleichspflicht des Vermieters zu Ihren Gunsten ergeben, wenn die Räume in einen neu gestrichenen Zustand versetzt werden, welchen er grundsätzlich nicht verlangen kann. Denn der Vermieter würde dadurch einen Aufschub der von ihm zu erbringenden Schönheitsreparaturen erlangen, was ihm einen geldwerten Vorteil verschafft. Einen Ausgleich sollten Sie jedenfalls erwägen zu beanspruchen, wenn es aufgrund der Tapeten notwendig wird, den gesamten Raum neu zu tapezieren und zu streichen ist (z. B. weil ein Austausch oder Anstrich einzelner Tapetenbahnen nicht möglich ist).

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiterhelfen.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den vorstehenden Ausführungen um eine erste Einschätzung aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts handelt, die eine persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt nach umfassender Sachverhaltsaufklärung nicht ersetzen kann. Durch Auslassen oder Hinzufügen von Tatsachen Ihrerseits kann sich die rechtliche Bewertung ändern.

Bei Unklarheiten können Sie gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch machen.

Mit freundlichen Grüßen

Chris Koppenhöfer
(Rechtsanwalt)

Nachfrage vom Fragesteller 13.07.2011 | 13:18

Sehr geehrter Herr Koppenhöfer,

vielen Dank für die rasche Antwort.

Ich gehe davon aus, dass der Vermieter mir gegenüber einen Anspruch auf finanziellen Ausgleich haben würde, wenn ich nur die Tapeten ablösen und er ein Unternehmen mit der Renovierung beauftragen würde. Sehe ich das richtig?

Ich werde nun versuchen eine Vereinbarung mit dem Vermieter zu treffen. Welche Ansprüche könnte ich ungefähr geltend machen, falls ich die Wohnung komplett von der Tapete befreien, neu tapezieren und streichen sowie neue Fußleisten anbringen würde?
Alleine der finanzielle Aufwand läge hier bei ca. 200 bis 250 Euro.


Mit freundlichen Grüßen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.07.2011 | 14:55

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn Sie die Wohnung "beschädigt" zurücklassen, könnte der Vermieter in der Tat die Reparaturkosten ersetzt verlangen. Insoweit könnte er dann auch mit Ihrer Mietkaution aufrechnen.

Wenn Sie tatsächlich wegen der (vereinzelten) Kratzspuren die gesamte Wohnung renovieren müssten, wäre eine Vorteilsanrechnung vorzunehmen. Hier wäre - ohne nach unterschiedlicher Renovierungsfristen für einzelne Raumarten zu differenzieren - in etwa anzunehmen, dass moderne Materialen bei normalem Gebrauch etwa 7 Jahre lang "halten". Hiervon haben Sie 3,5 Jahre abgewohnt. Bei einer Vollrenovierung hätte der Vermieter also einen Vorteil der dem Wert der halben Renovierungskosten entspricht (3,5/7). Neben den Materialkosten wird man auch den Wert Ihrer Arbeitsleistung zu berücksichtigen haben.

Meines Erachtens wäre es daher ein sinnvoller Kompromiss, wenn Sie z.B. anbieten, die Arbeiten vorzunehmen und im Gegenzug der Vermieter Ihnen die Materialien zur Verfügung stellt, zumal der Vermieter eine renovierte Wohnung leichter oder teurer neu vermieten können dürfte.

Mit freundlichen Grüßen
Chris Koppenhöfer
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 13.07.2011 | 15:00

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt: