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Renovierung bei Auszug aus Mietwohnung


04.10.2007 12:01 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Guten Tag,

Ende Oktober ziehe ich nach 20 Monaten aus meiner Mietwohnung (1 Zimmer, ca. 35qm) aus.

Bei Einzug waren sämtliche Wände mit Rauhfaser tapeziert und weiß gestrichen, wobei der letzte Anstrich bereits ein Jahr zurück lag. Ich habe zwei der Wände farbig gestrichen und würde diese beiden bei Auszug wieder weiß überstreichen.

Im Badezimmer gibt es kein Fenster, lediglich einen Abzug / Gebläse. An der Decke löst sich Farbe und blättert ab, vermutlich bedingt durch heißen Wasserdampf beim Duschen.

Mein Vermieter ist nun der Meinung, dass ich
- alle Wände weiß streichen und dies von einem Malereibetrieb vornehmen lassen muss, damit es "fachgerecht" durchgeführt ist und
- für den neuen Anstrich der Decke im Bad aufzukommen habe, da ich seiner Meinung nach zu heiß geduscht bzw. den Lüfter nicht ordnungsgemäß gennutzt habe. Beides stimmt nicht.

Nun bin ich verunsichert; muss ich tatsächlich einen Maler beauftragen, um die Wände weiß zu streichen? Ich würde dies gern selbst vornehmen, dazu liegt mir folgende Info vor:

"... Alles, was der Vermieter verlangen kann, ist eine „fachgerechte" Renovierung „mittlerer Art und Güte", egal wer diese ausführt. Man kann die Wohnung also durchaus in kostensparender Eigenarbeit renovieren, solange das Ergebnis normalen Qualitätsanforderungen entspricht. ..."
(Quelle: Mieterverein München)

Ist dies so korrekt?

Und ist die abblätternde Farbe im Bad nicht Vermietersache? Etwas in der Art habe ich ebenfalls auf der Homepage des Mietervereins gelesen.

Besten Dank vorab!
Frenudliche Grüße






Sehr geehrte Ratsuchende,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform nur dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Die Leistungen im Rahmen einer persönlichen anwaltlichen Beratung/Vertretung können und sollen an dieser Stelle nicht ersetzt werden.

Durch Weglassen oder Hinzufügen von wesentlichen Tatsachen kann die Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen. Es können nur die wesentlichen Aspekte des Falles geklärt werden.

Aufgrund Ihrer Angaben beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Die Renovierung muss nur fachgerecht und nicht vom Fachmann ausgeführt werden. Hier sind Ihre Informationen richtig.

Darüber hinaus ist zu sagen, dass Sie eventuell gar keine Renovierungspflicht trifft, falls die Sie verpflichtende Klausel unwirksam ist. Sollten Ihnen Schönheitsreparaturen und eine Endrenovierung in einem formularmäßigen Mietvertrag auferlegt worden sein, müssen Sie gar keine Renovierung vornehmen (BGH, Urteil v. 14.05.2003 – VIII ZR 308/02). Eine Endrenovierung scheidet insbesondere dann aus, wenn die Klausel nicht auf den konkreten Bedarf abstellt (BGH, Urteil v. 12.09.2007 – VIII ZR 316/06) Eine Übergabe der besenreinen Wohnung reicht dann vollkommen aus.

Sie sollten hierauf Ihren Mietvertrag noch einmal untersuchen. Gegebenenfalls sollten Sie Ihren Mietvertrag einem Anwalt komplett zur Beurteilung vorlegen. Gerne können Sie mich hierfür kontaktieren.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung bieten.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Mareike Preu
Rechtsanwältin


www.kanzlei-preu.de

Nachfrage vom Fragesteller 04.10.2007 | 15:38

Sehr geehrte Frau Preu,

haben Sie vielen Dank für Ihre schnelle Antwort und Auskunft!

Meinen Mietvertrag werde ich nochmals gründlich durchsehen; sollte die darin enthaltene Klausel (formularmäßiger Mietvertrag) unwirksam sein, bedeutet dies tatsächlich, dass ich nicht renovieren muss?! Um Missverständnisse zu vermeiden:

1.) Dürfte ich selbst die farbigen Wände im Wohnraum so lassen?
2.) Die abblätternde Farbe im Bad müsste ebenfalls der Vermieter in Ordnung bringen?

Besten Dank vorab!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.10.2007 | 21:31

Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

hinsichtlich der Farbe der Wände ist darauf zu achten, was im Mietvertrag steht. Steht dort, dass die Wände bei der Übergabe weiß sein müssen, müssten Sie die farbeigen Wände weiß streichen. Wenn im Mietvertrag hierzu keine Regelung getroffen ist, brauchen Sie auch nicht weiß streichen. Probleme gibt es jedoch häufig dann, wenn die Wände in grellen und kräftigen Farben gestrichen sind. Hier müsste dann weiß gestrichen werden. Ausschlaggebend ist, dass die Weitervermietung nicht gefährdet wird.

Zu der Problematik in Ihrem Badezimmer lässt sich folgendes noch sagen: Soweit es sich bei der abblätternden Farbe um einen oberflächlichen Schaden handelt, können Sie im Rahmen der möglicherweise erfolgten Abwälzung verpflichtet sein. Sie sind jedoch nicht zu über die gewöhnlichen Malerarbeiten hinausgehende Beseitigung von Untergrundschäden an Holz, Putz und Mauerwerk verpflichtet.

Mit freundlichen Grüßen,

Mareike Preu
Rechtsanwältin

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