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Renoviert und Saniert, dann gekündigt

| 13.02.2014 20:20 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin


Hallo,

wir haben Oktober letzten Jahres ein altes Bauernhaus als Untermieter bezogen. Der Hauptmieter des Hauses bewohnt das gleiche Haus, so dass eine neutrale Wohngemeinschaft aber keine Wirtschaftsgemeinschaft enstanden ist. Da das Haus in großen Teilen unrenoviert war und verrümpelt, habe ich für meine Familie den Wohnraum (abgesprochen waren 4 Zimmer des Hauses) nach und nach hergerichtet.

Dafür habe ich die alten zerfetzten und schmutzigen Linolium-Böden entfernt und den Holzboden saniert, damit die Zimmer bewohnbar sind und teils die Wände neu gestrichen. Teile von Gemeinschaftsräumen habe ich die Wände verputzt und gestrichen als auch alte Kellerräume geräumt und gesäubert um Schimmel zu entfernen und vorzusorgen. Alle alten Fenster wurden von mir abgedichtet als auch Risse in den Fugen und Wänden versiegelt. Nachdem ich nun mit den wesentlichen Arbeiten fertig war bekam ich von unserem Vermieter eine kündigung - wir könnten mit der Familie bis Mai 2014 bleiben und müssten dann raus - er habe keine Lust mehr mit einer jungen Familie zu wohnen. Wir haben die renovierung ohne Auftrag des Vermieters in Angriff genommen um die Räume bewohnbar zu machen und die Materialien und die Zeit investiert da wir davon ausgegangen waren, wir könnten hier bleiben. Nun sieht es anders aus und der Vermieter sagt, meine Investitionen wären mein Problem, nicht seins, ich hätte ja nichts machen brauchen.

Daher ein paar Fragen wie ich nun weiter vorgehen kann.

1: Ich habe die reguläre Miete gezahlt, habe aber drei Monate lang nur die hälfte der Zimmer bewohnt, da 2 von 4 Zimmern vermüllt und unbewohnbar waren - habe ich da rückwirkenden Anspruch auf Erstattung auch wenn ich die volle Miete bereits gezahlt habe?

2: Habe ich Anspruch auf Erstattung der Investitionen ohne eine Vertragliche Regelung für sanierungs und renovierungsarbeiten zu haben, ? ca 250 € Material+Werkzeug und ca 40 Arbeitsstunden (Schönheitsreparaturen und Renovierung bei Auszug nicht inbegriffen - auch keine Vertraglichkeit dafür vorhanden)

3: Durch das Zugeständnis des Vermieters haben wir einen kostenintensiven Umzug getätigt, den wir sonst nicht gemacht hätten, da wir sonst weiter nach einem langfristigen zu Hause gesucht hätten - nun muss dieser Umzug erneut getätigt werden wodurch nochmals Kosten und viel Zeit und eventuelle Wertverluste an Mobilar enstehen. Bleiben auch diese nun erneuten Kosten unser privates Problem oder kann der Vermieter in dieser Situation teilbelangt werden ?

Wir sind nun als junge Familie mit zwei kleinen Kindern und mich als Alleinverdiener durch diese Situation dazu gezwungen, Schulden aufzunehmen um den Mehrkostenaufwand, der durch die Wohnungssuche und den Umzug entsteht überhaupt finanzieren zu können. Wie geh ich damit um ?

Ich suche Rat auf welchem Terrain ich mich bewege und was ich wirklich verlangen kann, wenn überhaupt, oder ob nicht doch alles unser Problem ist und wir einfach nur Pech gehabt haben, da wir vertraut und nicht vertraglich geregelt haben.

Danke für die Hilfe. Uns sry wenn ich nur 25€ für Beratung biete - es liegt nicht and er Wertschätzung, sondern daran dass wir wirklich abgebrannt sind grad.
:)

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1: Ich habe die reguläre Miete gezahlt, habe aber drei Monate lang nur die hälfte der Zimmer bewohnt, da 2 von 4 Zimmern vermüllt und unbewohnbar waren - habe ich da rückwirkenden Anspruch auf Erstattung auch wenn ich die volle Miete bereits gezahlt habe?

Nein, das hätte man vorher klären müssen.

Zumal Ihnen der Zustand des Objektes ja auch bekannt war.

2: Habe ich Anspruch auf Erstattung der Investitionen ohne eine Vertragliche Regelung für sanierungs und renovierungsarbeiten zu haben, ? ca 250 € Material+Werkzeug und ca 40 Arbeitsstunden (Schönheitsreparaturen und Renovierung bei Auszug nicht inbegriffen - auch keine Vertraglichkeit dafür vorhanden)

Solange es keine konkrete Vereinbarung gab, besteht kein Anspruch auf Ersatz.

3: Durch das Zugeständnis des Vermieters haben wir einen kostenintensiven Umzug getätigt, den wir sonst nicht gemacht hätten, da wir sonst weiter nach einem langfristigen zu Hause gesucht hätten - nun muss dieser Umzug erneut getätigt werden wodurch nochmals Kosten und viel Zeit und eventuelle Wertverluste an Mobilar enstehen. Bleiben auch diese nun erneuten Kosten unser privates Problem oder kann der Vermieter in dieser Situation teilbelangt werden ?

Grundsätzlich besteht kein Anspruch auf Ausgleich.

Man könnte aber mal die Kündigung prüfen. Ich bin nicht sicher, ob diese überhaupt wirksam ist.

4. Wir sind nun als junge Familie mit zwei kleinen Kindern und mich als Alleinverdiener durch diese Situation dazu gezwungen, Schulden aufzunehmen um den Mehrkostenaufwand, der durch die Wohnungssuche und den Umzug entsteht überhaupt finanzieren zu können. Wie geh ich damit um ?

Ich sehe nach der bisherigen Schilderung keine Möglichkeit, solche Kosten vom Vermieter erstattet zu bekommen. Nur wenn sich ergibt, dass die Kündigung unwirksam ist, ergeben sich Ansprüche.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 15.02.2014 | 01:14

Danke für die verständlichen Antworten. Sie haben mir sehr weitergeholfen. Wenn ich diese Frage mit der Kündigung aufgreifen darf. Die Sache ist folgende:

Wir haben das Mietverhältnis zum 10 Oktober offiziell aufgenommen. In der zweiten Januarwoche dann eine Handschriftliche Kündigung mit dem Wortlaut erhalten :

"Hiermit kündige ich der Familie Matern das Untermietverhältnis im Haus [Name des Hausbesitzers / Adresse ] zum 31. Mai 2014.
Großviecht, den 10.01.2014"

Vom Vermieter Unterschrieben und von mir zur Kenntnis genommen am 12.01.2014"

Keine weiteren Begründungen, keine sonstigen Fristen zu Widerspruch oder sonstigem.

Ist das nun eine wirksame oder unwirksame Kündigung und was bedeutet dies dann?

Noch mal herzlichen Dank dass Sie sich die Sache angeschaut haben. Ich zitiere anschließend noch kurz unsere "Verträge" damit Sie wissen auf welcher Grundlage wir wohnen - es gibt außer einer schriftlichen Mietbestätigung nur Mündliche Einigungen und Absprachen.

Unser Mietvertrag beruht auf einer Bestätigung eines Mietverhältnisses - Handschriftlich mit dem Wortlaut:
"Hiermit bestätige ich, dass Familie Matern seit dem 10. Oktober bei mir zur Untermiete wohnen. Die Miete beträgt 180,00 Euro im Monat, Strom 40,00 €, Telefon/Internet 17,00 €, Holz ist in Eigenversorgung. Datum+Unterschrift des Vermieters"

Wir haben sonst keinen gültigen Mietvertrag in dem irgendetwas geregelt ist, wollte es aber eben anmerken damit Sie wissen welche Papiere überhaupt dasind ;)

Dankeschön
Boris Matern

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.02.2014 | 21:00

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Es besteht vorliegend kein Kündigungsschutz für Sie als Untermieter in der gegebenen Konstellation.

Sowohl der Vermieter als auch der Hauptmieter können das Untermietverhältnis mit der 3-Monatsfrist kündigen.

Eines Grundes bedarf es nicht.

Die Kündigung ist insoweit wirksam.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 17.02.2014 | 01:44

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"Zügig und aufschlussreich beraten, ich bedanke mich."
FRAGESTELLER 17.02.2014 4,6/5,0