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Reklamationen hinsichtlich Handwerkerleistung bei Badsanierung

| 24.07.2016 15:42 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Wir sanieren gerade unser ca. 10 qm großes Bad. Es wird insgesamt an die 40.000€ teuer werden, also ein Bad in gehobener Ausstattung.
Nun geht alles Mögliche schief:

1. Sanitärfachmann, Fliesenleger u. Schreiner gaben an, gut zs.zuarbeiten u. alles zu koordinieren. Dies war nicht der Fall.
2. Sanitärfachmann:
a) Badewanne und Duschkabine zu spät bestellt - wir warten seit Wochen drauf. Bad stagniert, wir können seit ca. 5 Wochen nicht duschen. Das Bad bleibt eine Baustelle.
b) Die teuere Toilette für ca. 5000 € wurde nicht altersgerecht angebracht - zu niedrig. Es müssten wieder alle Fliesen entfernt werden.
c) Es war nichts vorher geplant: Der Halter für eine Kopfbrause wurde vergessen u. passt jetzt platzmäßig nicht mehr hin.
Notfalls muss jetzt ein kleinerer genommen werden, an dem man sich jedoch nicht festhalten kann, wie vorgesehen.
Die Rücknahme der vorgesehenen Halterung (400 €) kostet 30 % des Kaufpreises.
d) die Armatur für den Kneipp-Schlauch wurde vorher nicht in den Maßen berücksichtigt u. passt jetzt nicht mehr hin. Es wird ein neuer bestellt, der von der Armatur her kleiner ausfüllt, aber nicht von mir ausgesucht! Ich hatte auf Design geachtet.
e) Den Heizkörper sollte ich laut Sanitärfachmann noch nicht aussuchen, wollte er erst zum Schluss entscheiden. Mir fiel dann gerade noch ein, dass man aber dazu einen Anschluss benötigt. Dieser wurde vom Sanitärfachmann falsch angegeben. Nach Auswahl der Heizung passte der Anschluss nicht. Die Fliesen wurden nochmal entfernt u. der Anschluss vom Elektriker nochmal neu woanders hin verlegt. Wer zahlt das?

e) In der Toilette, die auch saniert wurde, wurde vergessen ein Geruchsabsauger zu installieren. Ist jetzt wohl nicht mehr möglich.
Da meine Wahl des Waschbeckens nicht abgewartet wurde, sind nun die Anschlüsse zu eng an der Toilette gesetzt. Das Waschbecken ist noch nicht geliefert; man hätte es weiter nach links, weg von der Toilette, setzen müssen.

2. Fliesenleger:
a) die Toilette wurde auch saniert. Hier wurde die falsche Größe von Fliesen verlegt, so dass die Höhe der Fliesen statt 1,20 m nun 1,50 m beträgt. Dadurch war unsere Spiegellösung, die günstig gewesen wäre (ganze Seite über den Fliesen) nicht mehr möglich. Es musste zu einem teuren senkrechten Spiegel ausgewichen werden (statt ca. 100 € ca. 700 €).
b) Die großen Fliesen (es waren ca. 2 qm davon mehr zu bestellen als von den kleineren!) hätten genau in die Breite der Toilette gepasst, jedoch wurden sie getrennt, damit die Fuge der Bodenfliese durchgängig sein sollte. Ich wurde nicht gefragt.
c) Die Metallkanten sind nicht auf Gärung.
d) über den Metallleisten wurde eine völlig zerrissen Silikonfuge angebracht, die nur für raue Wände gedacht ist. Der Maler, den ich kommen ließ entfernte diese u. ersetzte sie durch eine glatte.
e)Die Holzdecke wurde abgenommen, eine Decke neu eingezogen u. die Wände u. Decke gestrichen. Das Ergebnis war schrecklich: Die Fugen zwischen Decke u. Wand rissen schon nach wenigen Tagen, die Wände waren unschön, alles andere als glatt.

Der Fliesenleger sah seine Fehler ein; er wollte die Arbeit nochmal machen. Jedoch war davon auszugehen, dass dies nicht zur Zufriedenheit hätte stattfinden können. Deswegen habe ich einen Maler bestellt. Die Rechnung liegt mir noch nicht vor. Kann ich diese dem Fliesenleger in Rechnung stellen?


f) Bad: Kanten Metallleisten schließen nicht bündig, sind keineswegs auf Gärung. Sie stehen teils direkt hervor, so dass man hängen bleiben kann. Sieht auch sehr unschön aus! Eine Metallleiste ist schief eingesetzt, also nicht gerade wie die Fliesen.
g Beim Wegnehmen der Decke wurde einfach die recht neue Lampe mit entfernt, sprich kaputt gemacht. Das Arbeitszeit fürs Wegnehmen sei teurer, wurde mir gesagt.
h Bei der Dusche wurde falsch gemessen, so dass zu wenig seitlich gefliest wurde. Das hätte bedeutet, dass innen in der Duschkabine rechts ein Stück Wand stehen geblieben wäre. Wir hätten die ganze lange Seite der Fliesen wieder entfernen lassen müssen, um das zu richten. Wir sind entgegengekommen u. waren damit einverstanden, dass das fehlende Stück, ca. 15 cm, mit Fliesen angestückelt wurde. Das ist natürlich nicht besonders schön für das viele Geld!
i Die Fugen sind zu breit. Teilweise geht das Fugenmittel über die Fliesen.

j Im Bad stehen mehrere Fliesen deutlich hervor u. bilden eine Kante, die optisch u. beim Putzen stört.

k) Die Fliesenverlegung ist vorher nicht abgesprochen worden. Sie ist am großen Fenster z.B. nicht symmetrisch. Eine Abschlussfliese mit Wellenmuster habe ich nochmal entfernen lassen u. ohne Fuge verlegen lassen. Nun geht die Fuge von unten nicht nach oben durch, aber immerhin sind die Wellenfliesen re. u. li. vom Fenster nun auf beiden Seiten fugenlos. Wer zahlt das?
l) Über dem Waschbecken verläuft direkt eine Reihe mit den Wellenfliesen. Hier wurden Steckdosen gesetzt, die die schönen Wellenfliesen unterbrachen. Ich habe die Wellenfliesen, die wohlgemerkt sowieso nicht bündig aneinandergesetzt waren (Fliese stand vor), wieder abnehmen u. die Steckdosen unterhalb des Waschbeckens, im vorgesehenen Waschtischunterschrank, anbringen. Das ist eine Leistung des Elektrikers, die ich wohl, trotz fehlender Beratung, zahlen muss? Aber kann ich das nochmalige Anbringen der Fliesen nicht dem Fliesenleger anlasten, da die Fliesen ja nicht schön aneinander waren?
m) An einer Kante blieb eine Fuge mit ca. 1,5 cm. Breite stehen. Ich wollte nicht, dass so eine breite Fuge entsteht. Nun wurde ein Streifen aus der Fliese geschnitten u. in die Fuge gelegt, was aber auch schrecklich aussieht. Die große Fuge ist lt. Handwerkermeinung von anderer Seite deswegen entstanden, weil die breite Metallleiste auf der falschen Seite gesetzt worden ist. Man hätte die große Fuge vermeiden können. Kann ich das auf Kosten des Fliesenlegers rückgängig machen, d.h., alle Fliesen an dieser Stelle wieder weg?
n) Die Bodenfliesen stehen manchmal leicht hervor. Die Fugen sind zu tief.
Es wurde nochmal nachverfugt, aber die Fugen liegen immer noch zu tief.
o) eine Bodenfliese war schadhaft. Sie wurde nochmal herausgenommen u. eine neue verlegt. Wie erkenne ich in der Rechnung, dass dies nicht verrechnet wurde?
p) Die Metallschienen am Rand zum Fenster sind ebenfalls nicht auf Gärung - sieht schrecklich aus.

Der Kostenvoranschlag für die Toilette belief sich auf 846,50 €, die Rechnung war aber 2.743,41 € hoch. f meine Reklamation hin 200,- € erlassen; dabei war aber noch nicht berücksichtigt, dass die Decke u. die Wände nochmal vom Fliesenleger überarbeitet werden sollten, was ich jetzt aber einem Maler übergeben habe. Das müsste ich ja jetzt auch noch in Abzug bringen? Auf meine Reklamation hin wurden mir bisher 200 € erlassen. s.o. - mir löscht es beim Verbessern immer die Buchstaben weg!
Es wurde mir gesagt, dass man leider vergessen hätte, nach Änderungswünschen einen neuen Kostenvoranschlag zu erstellen.

Für das Bad besitze ich einen Kostenvoranschlag für Fliesenarbeiten über 14.860,10 €, erhalten habe ich bis jetzt eine Teilrechnung von über 10.797,33 €. Telefonisch wurde mir mitgeteilt, wahrscheinlich werde das gleichzeitig die Endrechnung sein. Aber die Zusage bindet ja nicht. Was soll ich jetzt überweisen?
Die Welle, die rechts am Fenster ausgewechselt wurde, weil ich sie ohne Fugen wollte - symmetrisch zur linken Seite, wurde in Rechnung gestellt, ebenso das Tauschen der Fliesen an der Ablage über dem Waschtisch, wo ich die Elektroanschlüsse verlegen ließ, obwohl die Wellenfliesen darüber ja nicht bündig aneinander waren. Insgesamt macht der Posten 800 € aus. In diesem Betrag ist weiterhin mit eingeschlossen die Rücknahme von Bodenfliesen mit Abtransport u. Anfahrtspauschale: Die Bodenfliesen wurden anders geliefert als wie die Musterfliese ausgesehen hatte. Ich habe von der gleichen Firma andere genommen. Ich weiß nicht, inwieweit die Fa. sie kostenlos zurückgenommen hat oder nicht.
Für Bauleitung innerhalb der Rechnung über wie gesag 10.797,33 € wurden 804,00 € allein angesetzt für die Bauleitung, Fliesen Sanitär, Beratungsgespräche u. Termine Baustoffhändler. Ich hatte mir nicht gewünscht, dass der Fliesenleger zum Baustoffhändler mitkommt - ich habe mir sowieso die Fliesen selbst ausgesucht! Er wollte mitkommen. Dass Beratungsgespräche etwas kosten, habe ich auch nicht gedacht! Sohn arbeitete oft mit Vater - das war dann wohl die Bauleitung, die aber ja doch sehr schief lief. Einzeln sind diese Arbeiten nicht weiter aufgeschlüsselt.

Was soll / muss ich jetzt bezahlen? Die fehlenden Silikonfugen in der Dusche etc. möchte ich jetzt dem Maler übergeben, da ich nicht glaube, dass diese sauber gemacht würden.
Am Mittwoch kommt der Fliesenleger zu einer Aussprache... Wie verhandle ich?
Mein Elektriker meint, er würde alles wieder herausreißen lassen, aber max. 50 € bezahlen. Mein Maler meint, ich solle 20 % abziehen.
Der Schreiner bemängelt, dass das ganze Fliesenbild nicht mit ihm abgesprochen wurde. So ist jetzt z.B. die Fuge oberhalb des Waschbeckens nicht in der Mitte vom Spiegelschrank. Er findet das mangelhaft.

Der Sanitärfachmann hat einen Kostenvoranschlag über 14.783,12 € gestellt. Bezahlt habe ich schon Abschlagszahlungen über 4.700,00 €. Eine Abschlagszahlung über 6.500 € steht jetzt aus. Von der Duschkabine habe ich einen Kostenvoranschlag über 2.653,22 €, wonach die Dusche jetzt bestellt wurde.

Wenn Sie bitte auf meine einzelnen Punkte eingehen würden mit dem Ziel, mir mein weiteres Verhalten rechtlich richtig zu schildern u. vor allem wie viel ich in Abzug bringen kann.
Ich weiß nicht, ob ich mit dem Gebot richtig liege. Notfalls geben Sie mir Bescheid.


Einsatz editiert am 24.07.2016 17:08:00

Einsatz editiert am 24.07.2016 17:30:59

Sehr geehrte Ratsuchende,

wie Sie weiter vorgehen sollten, hängt davon ab, welches Ziel Sie haben:

Wollen Sie das Bad mit den Mängel behalten, kommt die Minderung in Betracht.

Wollen Sie ein ordnuingsgemäß erstelltes Bad zu dem vereinbarten Preis, kommt die Nacherfüllung in Betracht

Wollen Sie die Arbeiten durch eine anderen Firma beenden, kommt die Selbsthilfe in Betracht.

Auch können Sie vom Vertrag zurücktreten und Schadenersatz fordern.

Dieses ergibt sich aus § 634 BGB, in dem Ihre Rechte bei Mängel geregelt ist:

Ist das Werk mangelhaft, kann der Besteller, wenn die Voraussetzungen der folgenden Vorschriften vorliegen und soweit nicht ein anderes bestimmt ist,

1. nach § 635 Nacherfüllung verlangen,

2. nach § 637 den Mangel selbst beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen,

3. nach den §§ 636, 323 und 326 Abs. 5 von dem Vertrag zurücktreten oder nach § 638 die Vergütung mindern und

4. nach den §§ 636, 280, 281, 283 und 311a Schadensersatz oder nach § 284 Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen.

Nach Ihrer Schilderung ist das Werk komplett mangelhaft.

Sie sollten sich die Mängel von den anderen Handwerkern schriftlich bestätigen lassen, damit Sie im Streitfall diese Mängel auch beweisen können.

Sie sollten dann schriftlich und nachweisbar den Handwerker zur Mangelbeseitigung auffordern und eine angemessene Frist setzen, die allenfalls drei Wochen betragen sollte.

Die Nachbesserung ist komplett vom Handwerker zu tragen, d.h. er hat alle Kosten selbst zu tragen.

Achten Sie darauf, dass Sie keine Abnahme unterschreiben. Auch sollten derzeit keine Zahlungen vorgenommen werden, solange die bisher bestehenden Mängel nicht zu Ihrer Zufriedenheit beseitigt sind.


Zu den Fragen noch im Einzelnen:

" Dieser Anschluss wurde vom Sanitärfachmann falsch angegeben. Nach Auswahl der Heizung passte der Anschluss nicht. Die Fliesen wurden nochmal entfernt u. der Anschluss vom Elektriker nochmal neu woanders hin verlegt. Wer zahlt das?"

Der Sanitärfachmann, da er den Anschluss falsch angegeben hat.


"Deswegen habe ich einen Maler bestellt. Die Rechnung liegt mir noch nicht vor. Kann ich diese dem Fliesenleger in Rechnung stellen?"

Nein. Sie hätten den Nachbersserungsversuch abwarten müssen.

Da Sie diese Gelegenheit zur Nachbesserung nicht gegeben haben, werden Sie den Maler selbst zahlen müssen.

"Das ist eine Leistung des Elektrikers, die ich wohl, trotz fehlender Beratung, zahlen muss? Aber kann ich das nochmalige Anbringen der Fliesen nicht dem Fliesenleger anlasten, da die Fliesen ja nicht schön aneinander waren?"

Richtig, diese Leistung werden Sie zahlen müssen.
Und Richtig, die Fliesenarbeiten hat der Fliesenleger kostenlos auszuführen, da sie sowieso mangelhaft waren.

"Kann ich das auf Kosten des Fliesenlegers rückgängig machen, d.h., alle Fliesen an dieser Stelle wieder weg?"

Ja, das ist möglich, da die Fliesen ja mangelhaft verlegt worden sind.

"Wie erkenne ich in der Rechnung, dass dies nicht verrechnet wurde?"

Es müsste auf der Rechnung eine Gutschrift oder eine kostenlose Position enthalten sein.

"Dabei war aber noch nicht berücksichtigt, dass die Decke u. die Wände nochmal vom Fliesenleger überarbeitet werden sollten, was ich jetzt aber einem Maler übergeben habe. Das müsste ich ja jetzt auch noch in Abzug bringen?"

Nein. Sie hätten ihm einen Nachbesserungsversuch gestatten müssen.

Die Beauftragung des Malers war rechtlich betrachtet, leider verfrüht.

Daher werden Sie keinen Abzug vornehmen können.

"Was soll ich jetzt überweisen?"

Derzeit gar nichts mehr.

Ich rate dringend dazu, morgen schon mit Bildern und allen Vertragsunterlagen einen Rechtsanwalt vor Ort aufzusuchen.

Es werden ergänzend alle Unterlagen geprüft werden müssen und dann sollten Sie den Rechtsanwalt mit dem Handwerker sprechen lassen.

Je nach Ziel, wird das Gespräch dann in die eine oder andere Richtung gehen.

Vermutlich muss ein Gutachter eingeschaltet werden, der die Mängel genau und gerichtsverwertbar aufnimmt und die Schadenpositionen auch beziffert.

Die Bauleitung werden Sie auch nicht zahlen müssen, sodern wohl vielmehr Schadenersatzansprüche auch gegen die Bauleitung haben.

Auch die verzögerte Fertigstellung wird dabei zu berücksichtigen sein.

Machen Sie Bilder, gehen Sie morgen sofort zum Rechtsanwalt.

Sprechen Sie am besten gar nicht mehr mit Handwerker und überlassen Sie alles Weitere dem Kollegen.

Nach Ihrer Schilderung wird es zum Entfernen und Neuaufbau des Bades kommen müssen. Kosten, Mehrkosten und Zeitverzögerung werden Sie als Schadenersatz geltend machen können.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 24.07.2016 | 23:01

Vielen Dank für Ihre recht präzise Antwort! Was noch fehlt: Was macht man mit den Sachen, die nicht so ausgeführt worden sind wie besprochen (Stange für Brause vergessen, bestellter Kneippschlauch passt nicht mehr in die Dusche, Geruchsabzug vergessen, falsche Größe von Fliesen verlegt....) - hier muss ich wohl auf Minderung bestehen - wie viel Prozent macht das in der Regel vom Preis aus - einschl. Arbeitslohn?
Falls diese Frage zu viel ist, lege ich noch mehr Wert auf die Beantwortung folgender Frage:

Mir wurde Beratung vom Fliesenleger in Rechnung gestellt, weil er z.B. meine ausgesuchten Fliesen sehen wollte u. auch ins Fliesengeschäft gekommen war. Ich brauchte gar keine Beratung, weil ich die Fliesen schon ausgesucht hatte. Er sagte mir nur noch, dass die ausgesuchten Fliesen o.k. seien. Allerdings verlegte er dann größere als wie vereinbart u. bestellt. Dann war er in meiner Wohnung, schaute sich Toilette u. Bad an u. schlug mir vor, eine Art Bordüre in der Toilette zu machen, was ich aber nicht wollte. Er flieste dann nach meinem Plan.
Das war sozusagen die einziger Beratungsleistung.
Muss ich also Beratung zahlen?

Welche Art von Anwalt brauche ich: Für Baurecht??

Vielen Dank nochmal!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.07.2016 | 08:15

Sehr geehrte Ratsuchende,


die Beratung und das ungewollte Begleiten ins Fachgeschäft müssen Sie nicht zahlen.

Das meinte ich damit, dass Sie nur das zahlen müssen, war vereinbart und ordnungsgemäß ausgeführt worden ist.

Und davon kann hier keine Rede sein.

Daher müssen Sie auch wegen "Sachen, die nicht so ausgeführt worden sind wie besprochen (Stange für Brause vergessen, bestellter Kneippschlauch passt nicht mehr in die Dusche, Geruchsabzug vergessen, falsche Größe von Fliesen verlegt....)" nur die Minderung hinnehmen.

Auch da können Sie die Erfüllung verlangen, also die ordnungsgemäße Ausführung.

Wenn das nicht mehr so einfach möglich ist, muss der Handwerker seinen Pfusch eben wieder entfernen und völlig neu aufbauen. Auch das ist also rechtlich möglich.

Insbesondere der fehlende Geruchsabzug wird derart unangenehm werden, dass es mit einer Minderung nicht abzugelten sein wird.

Ansonsten müssen Sie die Materialkosten und die Einbaukosten in Abzug bringen, wenn Sie partout mindern wollen. Dazu können Sie sich einen Kostenvoranschlag geben lassen.

Aber suchen Sie unbedingt einen Rechtsanwalt auf, damit die Unterlagen alle geprüft werden können.

Der Rechtsanwalt sollte sich mit Vertragsrecht und Baurecht auskennen. Einen Fachanwalt brauchen Sie nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle, Oldenburg

Bewertung des Fragestellers 25.07.2016 | 21:16

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Prompte und recht genaue und verständliche Beantwortung. Ich weiß jetzt, wie ich weiter vorgehen kann."
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 25.07.2016 4,8/5,0
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