Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Reklamation wurde von der Bank abgewiesen, weil die Frist verstrichen ist

10.01.2017 03:19 |
Preis: ***,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Reklamation Umsatz Kreditkarte AGB; Kreditkartenmißbrauch Beweislast

Liebe Gemeinde,

Ich habe Anfang November eine Reklamation bei meiner Bank (Barclays) gestellt, weil meine Kreditkarte im August 2016 missbrauch wurde. Mit meiner Kreditkarte wurde im August 2016 in Spanien eine Fkugticket gebucht, wovon ich keine Ahnung habe. Die Buchung habe ich erst im November 2016 festgestellt, denn ich sehr selten die Karte benutze.
Nach erfoglter Reklamation bei der Bank, heisst das eine Rückbelastung nicht mögllich ist, denn die Frist (6 Wochen) schon verstrichen sei. Hier meine Frage: besteht hier die Möglichkeit, mein "Anspruch" ggü der Bank durchzusetzen und irgendwie eine Rückbelastung zu ermöglichen? Ich habe derzeit finanzielle Schwierigkeiten und kann das Geld nicht aufbringen. Es gibt doch eine Versicherung bei der Bank für solche Fälle, oder? Was habe ich als Möglichkeiten hier? Danke im Voraus für die Rückmeldung.

Liebe Grüße

10.01.2017 | 07:45

Antwort

von


(23)
Güterbahnhofstraße 10
37073 Göttingen
Tel: 0551-5211627
Web: http://www.RAScheide.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich gehe davon aus, dass für Ihre Kreditkarte die AGB der Barclays Bank PLC, London gelten. Diese finden Sie hier:
https://www.barclaycard.de/index.php?page=sn4&zanpid=2253787390177317888

Nr. 10. der AGB lautet:
Einwendungen gegen den Rechnungsabschluss
Einwendungen gegen die Richtigkeit des monatlichen
Rechnungsabschlusses Ihres Kartenkontos sind innerhalb von 6 Wochen
nach Zugang des Rechnungsabschlusses in Textform (z.B. mittels Brief,
Telefax oder E-Mail) zu erheben. Es genügt die Absendung innerhalb
der Frist. Das Unterlassen gilt jeweils als Genehmigung des
Rechnungsabschlusses. Auf diese Folge werden wir Sie bei der Erteilung
des Rechnungsabschlusses hinweisen. Sie können nach Fristablauf eine
Berichtigung des Rechnungsabschlusses verlangen, müssen dann aber
beweisen, dass Ihr Konto zu Unrecht belastet oder eine entsprechende
Gutschrift zu Unrecht nicht erteilt worden ist.

Es kommt also darauf an, ob Sie innerhalb von 6 Wochen nach Rechnungserhalt in Textform den betreffenden Umsatz reklamiert haben. Wenn bereits mehr als 6 Wochen vergangen waren, können Sie den Umsatz zwar immer noch reklamieren, müssen aber beweisen, dass Ihr Konto zu Unrecht belastet worden ist. Wenn Sie also beweisen können, dass jemand Ihre Kreditkarte mißbraucht hat, wäre auch nachträglich eine Einwendung gegen den Umsatz möglich.

Allerdings sind in den AGB auch einige Sorgfaltspflichten des Kreditkarten-Inhabers enthalten. Diese lauten:

2.5. Ihre Sorgfaltspflichten
Sie sind verpflichtet, unmittelbar nach Erhalt der Kreditkarten alle
zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, um die Kreditkarten und die PIN vor
unbefugtem Zugriff zu schützen. Die Kreditkarten dürfen insbesondere
nicht unbeaufsichtigt im Kraftfahrzeug aufbewahrt werden. Sie dürfen die
Kreditkarten und die PIN auf keinen Fall zusammen aufbewahren, auch
nicht, wenn Sie die PIN verschlüsselt haben. Sie haben sich insbesondere
auf Reisen kurzfristig zu vergewissern, ob die Kreditkarten noch vorhanden
sind und ob die PIN einem Dritten bekannt geworden sein könnte. Sie dürfen persönliche Merkmale (s. Ziffer 2.2.), die auf der Kreditkarte nicht aufgedruckt sind, nicht auf dieser vermerken. Sie haben dafür Sorge zu tragen,
dass kein Unbefugter Zugriff auf eine an die registrierte Telefonnummer
(s. Ziffer 2.2.) gesendete mTAN erhält.

2.6. Benachrichtigung bei missbräuchlicher Nutzung
Sie haben uns den Verlust, den Diebstahl, die missbräuchliche Ver
wendung oder die sonstige nicht autorisierte Nutzung der Kreditkarten, der
PIN, des Empfangsgeräts, dessen Nummer für den Versand von mTAN
registriert worden ist (z.B. Mobiltelefon), oder einer zuvor empfangenen
mTAN oder einen entsprechenden Verdacht unverzüglich telefonisch (Tel.
[0 40] 8 90 99-877) sowie in Textform (z.B. mittels Brief, Telefax oder
E-Mail) innerhalb von 7 Tagen anzuzeigen, nachdem Sie hiervon Kenntnis
erlangt haben.

2.7. Haftung bei missbräuchlicher Nutzung
Verlieren Sie Ihre Kreditkarten, Ihre PIN oder das Empfangsgerät (z.B.
Mobiltelefon), dessen Nummer zuvor für den Empfang von mTAN registriert worden ist, werden sie Ihnen gestohlen, kommen sie Ihnen sonst
abhanden oder wurden diese in sonstiger Weise missbraucht und kommt
es dadurch zu nicht autorisierten Kartenverfügungen, so haften Sie für
Schäden, die bis zum Zeitpunkt der Sperranzeige verursacht werden, nur
dann, wenn Sie dazu in betrügerischer Weise oder durch vorsätzliche oder
grob fahrlässige Verletzung Ihrer Sorgfaltspflichten beigetragen haben.
Sobald der Verlust oder Diebstahl der Kreditkarten, die missbräuchliche
Verwendung oder eine sonstige nicht autorisierte Nutzung von Kreditkarten
oder PIN uns gegenüber angezeigt wurde, übernehmen wir alle danach
durch Kartenverfügungen entstehenden Schäden. Handeln Sie jedoch in
betrügerischer Absicht, tragen Sie auch die nach der Sperranzeige entstehenden Schäden. Sie haben uns unverzüglich zu unterrichten, falls Sie
feststellen, dass ein Zahlungsvorgang nicht autorisiert war oder fehlerhaft
ausgeführt worden ist.


Diese Bestimmungen müssten Sie ebenfalls eingehalten, um den betreffenden Umsatz nachträglich erfolgreich reklamieren zu können.

Für ein erfolgreiches Vorgehen gegen die Bank kommt es also auf die näheren Umstände des Mißbrauchs an und darauf, inwieweit Sie diese der Bank gegenüber beweisen können.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Ingo Scheide

Nachfrage vom Fragesteller 24.01.2017 | 22:57

Sehr geehrter Herr Anwalt,
erstmal haben Sie vielen Dank für die schnelle Rückmeldung. Ich war unterwegs, deshalb komme ich erst jetzt auf Sie zurück.
Bezugnehmend auf Ihre Antwort muss ich bedauernswerterweise bestätigen, dass zum Zeitpunkt der Reklamation die sechswöchige Frist schon verstrichen war. Buchungsdatum war der 01.08.16 und die Reklamation wurde von mir am 23.11.16 per Email eingereicht. Die Kreditkarte benutze ich nur im Notfall und gucke daher sehr selten auf die monatliche Abrechnung.
Die Karte wurde vorsorglich von der Bank erneuet.
Die Bestimmungen der AGB sind mir bekannt. Mein Problem liegt jetzt daran, dass das Unterlassen jeweils als Genehmigung des Rechnungsabschlusses gilt. Jetzt muss ich beweisen, dass mein Konto zu Unrecht belastet wurde. Meine Karte habe ich weder verloren noch verlegt. Aus meiner Sicht wurde meine Karte missbraucht. Die Karte wurde vorsorglich von der Bank erneuet.
Wie kann ich besten darstellen, dass ich zum fraglichen Zeitpunkt keine Buchung vorgenommen habe?
Könnten Sie mir bitte genausten sagen, wie ich hierbei vorgehen werden soll oder was soll mein nächstes Schreiben an die Bank beinhalten?
Beste Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.01.2017 | 17:00

Sehr geehrter Fragesteller,

um Ihre Nachfrage zu benantworten sind umfangreiche Detailkenntnis über die tatsächliche Nutzung und die Umstände des Mißbrauchs notwendig. Diese Details müssen Sie gegenüber der Bank darlegen und im Streitfall auch beweisen. Ein Schreiben an die Bank sollte daher die Umstände des Mißbrauchs ausführlich schildern und die nochmalige Ausdrückliche Erklärung enthalten, dass dem betreffenden Umsatz widersprochen wird.

Ansatzpunkte sind:

Wurde die Karte selbst bei dem Mißbrauch benutzt (Kartenlesegeräte) oder wurden nur die Daten im Internet eingegeben? Gibt es einen unterschriebenen Zahlungsbeleg, bei dem nachgewiesen werden könnte, dass es sich nicht um Ihre Unterschrift handelt? Bei Benutzung der Karte selbst könnte der Nutzungsort ein Anhaltspunkt für Mißbrauch sein, wenn weder Sie noch die Karte sich nachweislich zu diesem Zeitpunkt dort befunden haben.

Wer war der Reisende, für den das Ticket gebucht wurde? Kann nachgewiesen werden, dass Sie zu dieser Person keine Verbindung haben?

Besteht eine Verbindung zu dieser Person, die einen Mißbrauch der Karte nahelegt?

Ist Strafanzeige gegen die Person gestellt worden?

Worin liegt Ihrer Ansicht nach der Mißbrauch? Woher könnte die Person Ihre Kartendaten, die Karte selbst oder ein Duplikat erhalten haben?

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen,

Rechtsanwalt Ingo Scheide

ANTWORT VON

(23)

Güterbahnhofstraße 10
37073 Göttingen
Tel: 0551-5211627
Web: http://www.RAScheide.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Insolvenzrecht, Baurecht, priv., Mietrecht, Markenrecht, Erbrecht, Vertragsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70521 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle und sehr kompetente Hilfe. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Anwalt hat meine Fragen sehr gut verständlich und ausführlich beantwortet und war sehr freundlich. Ich kann den Anwalt weiterempfehlen und werde mir überlegen, ob ich ihn für den noch zu bearbeitenden Rest dieser Klage engagiere, ... ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Kurz, verständlich und zügig ...
FRAGESTELLER