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Reklamation einer Fehlmontage

| 03.04.2017 16:08 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Bitte überprüfen Sie den Fall.
Welche Gutschrift halten Sie für angemessen.

Horst xxxxxx xxxxxxxxxxx
30916 Isernhagen / OT Kirchhorst

4.04.2017

Elektro xxxxxxx

Am Bockshorn 18
xxxxxxxxxx


Sehr geehrter Herr xxxxxx,

Ihr Unternehmen hat bei mir am 12.12,2016 durch Ihren Techniker, Herrn Hamel einen Lüfter an der Heizung F360 geliefert und eingebaut.
Die Rechnung belief sich auf 690,59 €, darin sind enthalten ca. 450.- € Montagekosten.

In der Folgezeit hatten wir ständig Störungen und zeitweise Ausfall an der Heizungsanlage.

Wiederholte Anrufe in Ihrer Firma ergaben, dass zunächst der Herr Hamel und in der Folge auch noch der andere Techniker wegen Krankheit nicht eingesetzt werden konnten.

Ich versuchte dann über die Firma Nibe Hilfe zu erhalten.
Daraufhin wurde ich an die Firma Heinze verwiesen.

Herr Heinze besuchte mich am Folgetag, konnte den Fehler jedoch nicht eingrenzen.

Er beorderte 2 Techniker, wovon einer für Elektrik und der andere für Klimatechnik zuständig waren.

Diese Techniker überprüften die Anlage und stellten nach eingehender Fehlersuche fest, dass der von Ihrem Techniker Herrn Hamel eingebaute Lüfter in die falsche Drehrichtung beschaltet wurde.

Nach Änderung der Drehrichtung wurde mir die Anlage nunmehr als „fehlerfrei" übergeben.

Durch die Fehlmontage, die Ihr Haus zu verantworten hat, entstanden mir zusätzliche Kosten
In Höhe von 700.- Euro.

Ich möchte Sie auffordern, mir einen Vorschlag zur Beteiligung an diesen Kosten bis zum 1.05.2017
zu unterbreiten.

Zunächst möchte ich versuchen, ohne einen Rechtsbeistand eine Lösung zu erreichen.

Ich hoffe auf Ihr Verständnis,

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Herr Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts gerne wie folgt beantworten möchte:

Rein rechtlich betrachtet dürfte Ihrem Vertragspartner kein Anspruch auf Kostenbeteiligung zustehen. Dem liegt die rechtliche Wertung zugrunde, dass dem Verkäufer / Werkunternehmer in aller Regel das sogenannte "Recht zur zweiten Andienung" zusteht. Unabhängig von der Frage, ob es sich hier vorliegend um einen Kauf- oder einen Werkvertrag handelt, muss dem Verkäufer / Unternehmer bei einem Mangel die Möglichkeit eingeräumt werden, diesen innerhalb einer angemessenen Frist zu beseitigen. Eine solche Frist wurde Ihnen laut den Schilderungen oben nicht gewährt.

Das Gesetz kennt nur enge Ausnahmefallgruppen, in denen eine Fristsetzung nicht erforderlich ist. Ein wichtiger Fall ist die "ernsthafte und endgültige Verweigerung der Leistung". An eine solche werden aber entsprechend strenge Anforderungen gestellt. Die kann nur angenommen werden, wenn es sich erkennbar um das "letzte Wort" des Verkäufers bzw. Unternehmers handelt. Dass 2 eigene Techniker erkrankt sind und dies dem Kunden mitgeteilt wird, dürfte nicht ausreichen. Jedenfalls stünde dem Verkäufer / Unternehmer das Recht zu, selbst einen dritten Unternehmer nach eigener Wahl mit der Nacherfüllung zu beauftragen.

Auch eine "Unzumutbarkeit" der Fristsetzung gem. § 637 Abs. 2 S. 2 BGB dürfte hier laut Sachverhalt noch nicht gegeben sein, zumal die Instandsetzung offenbar einige Tage in Anspruch genommen hat.

Sollte also der Kunde nicht dazu vortragen, warum eine Fristsetzung und ihr Ablauf für ihn unzumutbar waren, sehe ich nach Ihren bisherigen Schilderungen keinen Anlass, sich an den Kosten zu beteiligen. Der Kunde hat Ihr Recht auf die zweite Andienung missachtet.

Dennoch steht es Ihnen natürlich offen, dem Kunden aus Kulanz dennoch entgegen zu kommen, um einen Rechtsstreit zu vermeiden. Diese unternehmerische Entscheidung können nur Sie selbst treffen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich und zu ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben. Sollten noch Unklarheiten bestehen, können Sie gern auf die kostenlose Nachfragefunktion zurückgreifen.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Sarah Neumann,
Rechtsanwältin aus Dortmund

Rückfrage vom Fragesteller 03.04.2017 | 18:12

Sehr geehrte Frau Neumann,
vermutlich habe ich mich nicht richtig ausgedrückt.
Das eingestellte Schreiben sollte von mir an den Unternehmer der die Fehlmontage zu verantworten hat, nach Prüfung durch Sie, versandt werden.
Die von ihm ausgeführte Montage war fehlerbehaftet.
Die betreffende Firma war jedoch wegen fehlenden Personals nicht in der Lage, eine erneute Überprüfung durchzuführen.
Es konnte auch kein Ausweg aus der Situation angeboten werden.
Im Dezember ist bei Ausfall der Heizung in einem vermieteten Haus Eile geboten.
In der Ausfallzeit musste ich dem Mieter eine Elektro-Ersatzheizung zur Verfügung stellen.
Deshalb wurde auf Anraten des Importeurs der Heizung eine andere Firma beauftragt.
Diese stellte dann den gravierenden Fehler bei der Erstmontage fest.
Hierdurch entstanden Kosten in Höhe von 700.- Euro.
Ziel meiner Anfrage war eigentlich die Würdigung meines Wunschens, die Kosten der Fehlmontage nicht tragen zu müssen.
Hätte der erste Monteur fachgerecht gearbeitet, wäre es nicht zu diesem Einsatz gekommen.
Gedacht hatte ich , die Kosten der fehlerhaften Montage zurück zu erhalten.
Dieses wollte ich dem Unternehmen mitteilen.

Leider sagt Ihr Schriftsatz nicht das aus, was ich lesen wollte.
Ich hoffe, dass Sie nun zu einer anderen, sehr einfachen Wertung kommen.
Danke!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 03.04.2017 | 18:57

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage und die damit verbundene Klarstellung. Wie Sie gemerkt haben bin ich davon ausgegangen, Sie seien der Empfänger des angegebenen Schreibens.

Wie schon oben beschrieben kann der Besteller bei einem Werkvertrag einen Mangel - ein solcher liegt auf bei fehlerhaftem Einbau vor - selbst beseitigen und die hierfür erforderlichen Aufwendungen ohne Setzung einer Frist ersetzt verlangen, wenn besondere Umstände vorliegen, die unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Selbstvornahme rechtfertigen, §§ 634 Nr. 2 , 637 Abs. 2 S. 1 , 323 Abs. 2 Nr. 3 BGB .

Derartige besondere Umstände dürften hier gegeben sein, wenn - wie Sie ausführen - die Heizung im ganzen Haus im Dezember nicht mehr funktioniert und eine zeitnahe Mängelbeseitigung durch den Unternehmer abgelehnt wird.

In diesem Falle können Sie also die "erforderlichen" Aufwendungen ersetzt verlangen. Erforderlich sind solche Aufwendungen, die ein vernünftiger und wirtschaftlich denkender Teilnehmer am Rechtsverkehr für angemessen halten durfte. Welche Kosten dies im Einzelfall sind, ist schwer zu beurteilen. Für die Erforderlichkeit der von Ihnen aufgelegten 700 EUR spricht sicherlich der Eilfall. Anderseits wird der Unternehmer anführen, dass die Montage durch ihn ursprünglich nur 450 EUR gekostet hat und es nicht einzusehen ist, warum die Nachbesserung so erheblich teurer sein sollte. Hier sollten Sie "gewappnet" sein und ggf. darlegen können, warum diese Kosten gerechtfertigt sind. In diesem Falle stehen Ihnen die vollen 700 EUR zu.


Ich hoffe, Ihre Frage nunmehr zufriedenstellend beantwortet zu haben. Bitte entschuldigen Sie das anfängliche Missverständnis. Falls Sie weitere Fragen haben, können Sie sich gern per Mail an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen,

Sarah Neumann,
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 04.04.2017 | 22:28

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Frau Neumann hat meine Fragestellung weit über das normale Maß und sehr ausführlich beantwortet. Ich bin absolut zufrieden. Gerne werde ich Frau Neumann weiterempfehlen. Danke!

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