Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
490.902
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Reklamation COSTA-Kreuzfahrt


04.02.2018 11:00 |
Preis: 55,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tamás Asthoff


Zusammenfassung: Bei einem Kreuzfahrt beurteilen sich die Ansprüche auf Minderung nach den einzelnen Leistungen, wie etwa Tagesabschnitten - der Reiseveranstalter haftet auch bei höherer Gewalt, aber nur eingeschränkt!


Wir hatten eine 15 tägige Kreuzfahrt gebucht mit den Zielen:
Madagaskar, Seychellen, Le Reunion, Mauritius.

Reisepreis: 6.393,30 Euro –-- Reisedatum: 06.01.- 20.01.18

Kurz vor Kreuzfahrtbeginn wurden wir informiert, dass aufgrund
der Lungenpest Madagaskar nicht angelaufen wird.

Während der Kreuzfahrt wurden wir dann informiert, dass Le Reunion
wegen dem herannahenden Zyklon Berghitta nicht angelaufen wird,
sowie auch Mauritius – von dort sollten wir den Heimflug starten.

Insgesamt wurden 50 % der Ziele nicht angelaufen, die wir gebucht hatten
und für die wir Landausflüge organisiert hatten – wir hatten 9 Seetage anstatt 4 Seetagen.

Informationen über den weiteren Verlauf der Kreuzfahrt, nachdem wegen des herannahenden Sturms ein Kurswechsel erfolgte, gab es keine.
So war eine große Unruhe und Unzufriedenheit an Bord. Ab dem Zeitpunkt war das keine Erholung mehr, weil man ständig auf der Suche nach Informationen war ...

Das wäre alles nicht nötig gewesen, denn laut den Arbeitsplänen
der Service-Mitarbeiter (die wír später einsehen konnten), war
von Seiten Costa gleich entschieden worden, dass es zurück zu den Seychellen
geht und von dort Flugzeuge für den Rückflug der Gäste eingesetzt werden.
Diese Informationen bekamen wir erst kurz vor Abflug.

Costa bot folgende „Entschädigung" wegen der misslungen Kreuzfahrt
freiwillig im Vorfeld an:

Mit einem Schreiben vom 21.12.17 (bereits vor Kreuzfahrtbeginn):
30 % auf eine Kreuzfahrt im Jahr 2018
Mit einem Schreiben vom 15.01.17 (an Bord):
30 % auf eine zukünftige Kreuzfahrt – zu buchen im Jahre 2018

Im Bordreisebüro wurden Rabatte von bis zu 75% gewährt auf Kreuzfahrten, die noch in 2018 wahrgenommen wurden.

Unsere Frage an Sie?

1) Können wir Reisepreiserstattung verlangen? Wenn ja, welche Form ist zu wählen?
Wie machen wir das sach- und fachgerecht?

2) Können wir Flugpreiserstattung verlangen?
Der Heimflug erfolgte 12 Stunden verspätet von den Seychellen
(anstatt Mauritius) – wir hatten LH gebucht mit Sitzplatz-Reservierung-
zurück flogen wir Condor ohne Sitzplatzreservierung und entspr.
Service (schlechter!).

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrter Fragesteller,

ich gehe davon aus, dass Flug und Seereise einheitlich gebucht wurden. Somit handelt es sich um einen Reisevertrag gem. §§ 651 a ff. BGB mit den entsprechenden Ansprüchen. Anspruchsvoraussetzung für das Vorliegen eines Reisevertrages ist nämlich immer, dass eine Mehrheit von Reiseleistungen wie Flug, Transfer und Unterkunft gebucht wurde, die in einer Gesamtheit zusammengefasst sind (Paket, Pauschalreise, Programm), d.h. ein Flug allein ist beispielsweise keine Reise.

Sie stellen zu ihrem Fall nunmehr die folgenden Fragen:

1) Können wir Reisepreiserstattung verlangen? Wenn ja, welche Form ist zu wählen?
Wie machen wir das sach- und fachgerecht?

2) Können wir Flugpreiserstattung verlangen?
Der Heimflug erfolgte 12 Stunden verspätet von den Seychellen
(anstatt Mauritius) – wir hatten LH gebucht mit Sitzplatz-Reservierung-
zurück flogen wir Condor ohne Sitzplatzreservierung und entspr.
Service (schlechter!).

Ich möchte auf die gestellten Fragen wie folgt antworten:

Können wir Reisepreiserstattung verlangen?

Sie haben unter Umständen einen Anspruch auf nachträgliche Minderung des Reisepreises. Der Nachlass auf Getränke, Speisen oder Gutscheine bleiben dabei außer Acht.

Wie hoch die Minderung anzusetzen ist, kann mit Hilfe vorangegangener Entscheidungen annähernd beurteilt werden. Der Reiseveranstalter trägt dabei nach den deutschen Gerichten sogar das Risiko von höherer Gewalt (LG Frankfurt a.M.Az: 2/21 0 61/99 , RRa 2000, 118 LG Kleve Az: 6 S 305/99 , RRa 2000, 99 ).

Findet ein geplanter Landausflug nicht statt, so werden 80-100% des Tagesreisepreises pro betroffenem Urlaubstag anerkannt (LG Hamburg Az: 302 S 78/97 , RRa 1998, 76 AG Erkelenz Az: 14 C 464/03 , RRa 2004, 71 ), das AG Rostock, AZ: 47 C 243/13 , RRa 2014, 99 sieht bei Nichtanlaufen eines Hafens 60% vor. Wenn bei Ihnen angenommen 4 Tage voll entfallen sind ( ich kann aus Ihrer Schilderung nicht entnehmen, wieso bei 3 Zielen 5 Seetage entstanden sein sollen ) - ist die Reise dennoch erheblich beeinträchtigt. Da Sie das, weswegen Sie gebucht und viel Geld bezahlt haben, nicht zu Gesicht bekommen haben, ist eine angemessene Minderung rechtmäßig. Bei einem Tagespreis von grob 460 Euro ( 14 Tage / Gesamtpreis) käme man auf einen Verlust von 4* 460= 1840 EURO, der um ca. 80 % zu mindern wäre, also bleibe 368 Euro für diesen Zeitraum zu zahlen. Sie könnte num ca. 1472 EURO mindern.

Wegen der schlechten Organisation würde ich 2-3% des Gesamtpreises für angemessen betrachten, wenn der Umstand bewiesen werden kann.

Sowiet dies möglich ist, müssten SIe die Mängel jedoch während der Reise anzeigen un Abhilfe verlangen.Spätestens einen Monat nach Rückkehr MÜSSEN Sie aber die Ansprüche auf Minderung beim Reiseveranstalter anzeigen bzw. versuchen geltend zu machen. Dies mussam besten in Textform (Email, Fax mit Absendenachweis,Einschreiben) beim Reiseveranstalter geschehen-

§ 651g
Ausschlussfrist, Verjährung

(1) 1Ansprüche nach den §§ 651c bis 651f hat der Reisende innerhalb eines Monats nach der vertraglich vorgesehenen Beendigung der Reise gegenüber dem Reiseveranstalter geltend zu machen. 2§ 174 ist nicht anzuwenden. 3Nach Ablauf der Frist kann der Reisende Ansprüche nur geltend machen, wenn er ohne Verschulden an der Einhaltung der Frist verhindert worden ist.

(2) 1Ansprüche des Reisenden nach den §§ 651c bis 651f verjähren in zwei Jahren. 2Die Verjährung beginnt mit dem Tage, an dem die Reise dem Vertrag nach enden sollte.


Ihre Frage Nr. 2) lautet: "Können wir Flugpreiserstattung verlangen?"

Der Heimflug erfolgte 12 Stunden verspätet von den Seychellen
(anstatt Mauritius) – wir hatten LH gebucht mit Sitzplatz-Reservierung-
zurück flogen wir Condor ohne Sitzplatzreservierung und entspr.
Service (schlechter!).

Hatten Sie ausdrücklich bei COSTA eine Fluggesellschaft gewählt?

Das AG Kleve Az: 3 C 564/98 sieht bei Änderung des Abflugortes, der Abflugzeit durch Reiseveranstalter 5% des Tagesreisepreises pro Stunde für angemessen an (hier wären 5% von 460 mal 12=276 Eur).

Wegen des Wechsles der Fluggesellschaft sind weitere Minderungen zu machen. Diese sind, je nachdem wie die bestimmte Fluggesellschaft zugesichert wurde, vom Tagespreis oder Gesamtpreis zu berechnen und dürften etwa im selben Rahmen zu finden sein ( 2,5% des Gesamtpreises= 160 EURO bis 40% des Tagespreises der Rückreise = 184 EURO)

Zusammen dürften Ihnen also etwa (immer EInzelfallabhängig) etwa bis zu 2000 Euro zustehen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Wenn Sie weitere Hilfe benötigen, mailen Sie mir gerne direkt!

Mit freundlichen Grüßen

Ergänzung vom Anwalt 04.02.2018 | 12:17

Erlauben Sie mir noch die Ergänzung, dass wegen höherer Gewalt der Anspruch im Einzelfall natürlich eingeschränkt sein kann. So wäre den Reisenden nicht zuzumuten, einen Hafen anzulaufen, wo die Lungenpest herrscht. Andererseits erspart sich das Unternehmen auch zahlreiche Kosten , sowie unterliegt besonderen Informationspflichten, die man in Ihrem Fall offenbar vernachlässigt hat. Der tatsächliche Ansprich kann auch niedriger ausfallen.


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie müssen sich neben Ihrer Arbeit auch noch um rechtliche Fragen und Belange kümmern? Das raubt Zeit und Nerven. Für Sie haben wir die Flatrate für Rechtsberatung entwickelt.

Mehr Informationen
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 62411 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,4/5,0
Die erste Antwort etwas an der Frage vorbei beantwortet; dann aber selbst bemerkt und für mich eindeutig und verständlich beantwortet. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Frage wurde umfangreich und vollständig beantwortet. Vielen Dank ...
FRAGESTELLER