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Reitunfall - vorzugsweise durch 'reitenden Anwalt-in' zu beantworten .-)

| 22.02.2020 16:41 |
Preis: ***,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von


23:28

Zusammenfassung:

Pferderecht

Kurze Frage:

Meine Sohn ist 9 und war das 3. Mal beim Reitunterricht. Mitgenommen - von einem guten Bekannten.

In dieser 3. Stunde wurde im Trab das Umsitzen geübt. Plötzlich bockte das Pferd, meine Tochter fiel herunter: Arm gebrochen.

Ich bin völlig unbedarft in solchen Fragen:

a) Legt man einfach die Hände in den Schoß, und "deren" Haftpflicht zahlt dann das Krankenhaus, wenn ich nicht zur Arbeit und mein Sohn nicht zur Schule kann?

b) Oder wird automatisch eine Pauschale oder das Schmerzensgeld und eine Wiedergutmachung überwiesen, oder muss man das einklagen?

Oder gilt es als "normales, hinzunehmendes Risiko", dass ein 9jähriger beim Reitüben vom Pferd fallen und sich was Brechen kann - außer bei grober Fahrlässigkeit?

Vor allem aber interessiert mich:

d) Ist es "normal", dass in der 3. Stunde im Trab schon das Umsitzen geübt wird?

e) Und wo kann man nachlesen, prüfen, welchen Charakter ein Pferd hat, und ob es dafür geeignet war,

f) bzw. eine Reitlehrerin die notwendige Qualifikation hatte?

Was würden Sie machen? Ich weiß nichts über das Pferd, und nichts über die Reitlehrerin.

Nun verstehen Sie meine Frage - an eine-n reitendende-n Anwalt-in.

Herzliche Grüße in diesem kalt-windigem Land.

22.02.2020 | 17:18

Antwort

von


(704)
Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
Web: http://www.drseiter.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Als Reiterin kann ich Ihnen gerne weiter helfen.

Grundsätzlich gehen leider Reitlehrer immer verschieden an den Unterricht heran. Die einen bauen zuerst das Vertrauen Kind-Tier auf, die anderen gehen gleich in Trab und aus meiner Sicht immer viel zu früh in den Galopp. Auf der anderen Seite sind es eben Tiere, daher weiss man nie, wie diese reagieren und daher ist es eher gut, früh mit Trab und Galopp anzufangen, wenn die Kinder dies sicher sitzen können, damit diese vorbereitet sind, falls das Pferd mal bockt oder durchgeht.

Dort wo ich reite wird jedoch erst mit den Kindern an der Longe gearbeitet und erst wenn sie sicher sitzen können - oder ein braver Schulpferd haben, wird die Longe abgemacht.

Ich verstehe, dass Sie nunmehr erschrocken sind und eigentlich fallen Kinder nicht unbedingt bei einem guten Reitstall/Reitunterricht vom Schulpferd, weil genau darauf geachtet werden muss, was kann das Kind/was für ein Pferd passt zum Kind. ABER: Es sind eben Tiere, wir hatten die Tage ja Sturm und auch unser Pony ist da eher aufgeregter als normal. Es kann auch sich erschocken haben und sonst das liebste Pony der Welt sein.

Zum Umsitzen: Hier hatte man scheinbar Leichtraben (aufstehen, hinsetzen) geübt, was in der Regel einfacher ist als aussitzen (einfach sitzenbleiben). Umsitzen heisst, wenn das Kind falsch aufsteht, obwohl das Pferd das andere Bein vorne hat, dann bleibt man kurz sitzen, dann ist man wieder im "Takt".
In der 3. Reitstunde etwas früh - da wird in der Regel ausgesessen, denn leichttraben auf dem richtigen Fuss ist schon schwer!

Daher wichtig: sprechen Sie unbedingt mit dem Besitzer des Reitstalls, warum es dazu kam, prüfen Sie, was ist es für ein Pony (Anfänger oder mangels weiterer Schuldpferde nicht an das Können angepasst).

Sollte ein Fehlverhalten vorliegen, können Sie etwas unternehme, anderenfalls ist es leider allgemeines Lebensrisiko.

a) Legt man einfach die Hände in den Schoß, und "deren" Haftpflicht zahlt dann das Krankenhaus, wenn ich nicht zur Arbeit und mein Sohn nicht zur Schule kann? wohl eher ja, wenn kein konkretes Fehlverhalten.

b) Oder wird automatisch eine Pauschale oder das Schmerzensgeld und eine Wiedergutmachung überwiesen, oder muss man das einklagen?
Nein, jeder Fall ist individuell

Oder gilt es als "normales, hinzunehmendes Risiko", dass ein 9jähriger beim Reitüben vom Pferd fallen und sich was Brechen kann - außer bei grober Fahrlässigkeit?
ja, Reiten ist leider unberechenbar.

Vor allem aber interessiert mich:

d) Ist es "normal", dass in der 3. Stunde im Trab schon das Umsitzen geübt wird? s.o.

e) Und wo kann man nachlesen, prüfen, welchen Charakter ein Pferd hat, und ob es dafür geeignet war,
Gar nicht, ältere Pferde sind in der Regel ruhiger, aber es hängt davon ab, was das Pferd erlebt hat, welchen Charakter es hat - da gibt es keine Regel. Wie die Menschen so sind die Pferde auch alle unterschiedlich!

f) bzw. eine Reitlehrerin die notwendige Qualifikation hatte?
zu erfragen im Stall, am besten auch bei den Mitreitern

Was würden Sie machen? Ich weiß nichts über das Pferd, und nichts über die Reitlehrerin.
Wie geschrieben, mit dem Stallbesitzer sprechen.

Mehr auch zum Pferderecht:
https://youtu.be/KbeGunm9PuQ

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Strafrecht

Rückfrage vom Fragesteller 22.02.2020 | 18:37

Liebe Frau Dr. Seiter …

Delmenhorst+Pferde+RA =

Ich verstehe, dass es für Pferde keinen „Charakter-Pass" oder keine „Punkte in Flensburg" gibt, aus denen heraus man ablesen kann, ob (das große) Pferd für Reitunterricht mit Kindern geeignet ist …

Ok, verstanden.

Und: Ich verstehe, dass es für Reitlehrer keine notwendige Prüfung gibt, Kinder unterrichten zu dürfen. Vermutlich heißt das, dass jeder unterrichten kann.

Der empfohlene Stallbesitzer – wird sich allerdings schön bedeckt halten – und anschließend mit der Versicherung ein Bier trinken.

Mein Problem: Ihr Rat ist etwas unjuristisch – ein bisschen aus der Lamäng heraus.

Ich versuche ein bisschen zu konkretisieren (zu wiederholen):

1. Kann man daher als „wahrscheinlich" annehmen, dass es unsachlich sein kann, bereits in der 3. Stunde im Trab das Umsitzen zu üben – zudem auf einem „großen" Pferd?

Und ist es daher „wahrscheinlich" anzunehmen, dass mein Junge in der 3. Stunde noch nicht sicher sitzen kann – sollte das Pferd mal bocken …

… und daher auch nicht richtig „umsitzen" kann?

Wäre es für die Reitlehrerin unter normalen Umständen sinnvoller gewesen, bei einem 9jährigen Kind sowohl mit einem großen Pferd wie mit dem Umsitzen im Trab noch zu warten?

2. Für den Fall, dass all das NICHT zutrifft – schreiben Sie, wäre es allenfalls „allgemeines Lebensrisiko".

Kann man das wirklich so formulieren?

Können ein Kind, konnte mein Bekannter, oder kann ich den Mix beurteilen, für den ich als Vater ja zahle,

aus dem mir unbekannten Charakter Pferdes,

seiner mir unbekannten aktuellen Verfassung,

sowie der mir unbekannten, sondern „präsentierten" Reitlehrerin?

Oder wäre das nicht Aufgabe und damit Haftung des Stalls?

Mit anderen Worten: Müsste der Stall nicht in jedem Fall zahlen, auch dann, wenn nicht grobes Fehlverhalten vorliegt?

??

Lieben Dank


Ein besorgter Vater
(dessen Onkel lebenslang unter einem Pferdeunfall litt)

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 22.02.2020 | 23:28

Ich hatte versucht, Ihnen die Gesamtsituation nahezubringen, da Sie aber behaupten, ich würde nicht juristisch argumentieren und unterstellen, der Stallbesitzer würde mit der Versicherung ein Bier trinken, fällt mir dazu nicht mehr viel ein, schade.

Erstmal habe ich Ihnen alles mitgeteilt, was Sie wissen müssen, so pauschal kann das nämlich keiner sagen und es hängt vom Einzelfall ab - groß beim Pferd ist relativ - große Pferde können lieber sein als Ponys, Trab kann ein Kind in der 1. Stunde oder erst nach 1 Jahr - hängt ja von dem Kind ab.

Sie können das nur beurteilen, wenn Sie vor Ort gewesen wären - dann hätten Sie konkret sagen können, das Pferd ist nicht das Richtige. So werden Sie schwer ein Fehlverhalten nachweisen können.

Nur wenn der Reitlehrer einen Fehler gemacht hat, haftet dieser. Dazu haben Sie hier aber nichts vorgetragen

Bewertung des Fragestellers 23.02.2020 | 09:20

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Ich schließe mit einem Reitstall einen Vertrag (!), der bestimmte Inhalte inkludiert. Einer dieser Inhalte ist der sachgemäße Umgang mit Pferd und Kind.

Die RAin jedoch empfiehlt den Stallbesitzer zu befragen - der letztlich Verfahrensgegner wäre. Kopfschüttel.

Auf sachliche Fragen - persönlich und dann beleidigt reagiert ("unterstellen", "behaupten" etc.) - und das bei zusätzlich fehlender juristischer Substanz - nicht einmal BGB 833 erwähnt. Nicht gut.

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 23.02.2020
2,6/5,0

Ich schließe mit einem Reitstall einen Vertrag (!), der bestimmte Inhalte inkludiert. Einer dieser Inhalte ist der sachgemäße Umgang mit Pferd und Kind.

Die RAin jedoch empfiehlt den Stallbesitzer zu befragen - der letztlich Verfahrensgegner wäre. Kopfschüttel.

Auf sachliche Fragen - persönlich und dann beleidigt reagiert ("unterstellen", "behaupten" etc.) - und das bei zusätzlich fehlender juristischer Substanz - nicht einmal BGB 833 erwähnt. Nicht gut.


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