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Reiseunterlagen zu spät erhalten

24.01.2009 13:32 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

es geht um folgenden Sachverhalt: Ich hatte eine Flugreise gebucht. Zu dieser Reise hatte ich die Unterlagen nicht rechtzeitig erhalten so dass ich die Reise nicht antreten konnte.

Ich forderte daraufhin die Erstattung der Reisekosten. Stattdessen erhalte ich nun eine Forderung nach Stornokosten.

Im Einzelnen:

1. Reisebeginn sollte am 7.1.2009 sein.
2. Am 5.1.2009 gegen 17:00 rief ich beim Reisebüro an und reklamierte dass die Reiseunterlagen noch nicht angekommen seien. Es wurde versichert dass die Unterlagen rechtzeitig ankommen würden und dass sie per Postexpress verschickt würden. Ich wies mehrfach daraufhin dass der nächste Tag (6.1.) ein Feiertag sei. Ebenso erhielt ich auf meine Frage nach dem Abflugzeitpunkt keine Auskunft.
3. Am 7.1.2009 war ich bis gegen 11:30 Uhr im Haus. Bis dahin erfolgte keine Zustellung. Ich verliess dann das Haus um Einkäufe zu tätigen. Gegen 12:30 kam ich zurück ohne die Reiseunterlagen oder eine Benachrichtigung der Post vorzufinden. (Anmerkung: Laut Auskunft Post erfolgte gegen 11:30 ein Zustellversuch. Ich müsste also den Zustellversuch knapp verpasst haben. Anmerkung 2: Es gab keine diesbezügliche Benachrichtigung welche aber nach Aussage Post obligatorisch wäre. Anmerkung 3: Mindestens der
Hauswirt war anwesend; eine Zustellung dort wäre also prinzipiell möglich gewesen)
4. Gegen 14 Uhr verliess ich erneut das Haus. Eine Kontrolle meines Briefkastens ergab (wie erwartet) gähnende Leere.
5. Gegen 16:45 kam ich zurück und bekam vom Hauswirt die Reiseunterlagen ausgehändigt da sie in der Zwischenzeit zugestellt wurden. (Anmerkung: Der Zustelldienst wurde gegen 15 Uhr vom Hauswirt gesehen. Anmerkung 2: Die Zustellung erfolgte laut Auskunft Post gegen 15 Uhr auf dem Rückweg. Anmerkung 3: Die Zustellung erfolgte durch einfachen Einwurf; also keine (!) persönliche oder bestätige Zustellung)
6. Der Abflugzeitpunkt war um 18:25 wodurch der Flug für mich nicht mehr erreichbar war. (Anmerkung: Auch am 15 Uhr wäre es nicht mehr möglich gewesen)
7. Ich versuchte sofort das Reisebüro telefonisch zu erreichen, was leider nicht gelang da einerseits bei der regulären Nummer niemand mehr erreichbar war (ca. 16:45 wobei die offiziellen Geschäftszeiten bis 17:00 sein sollten), andererseits die Servicenummer ständig besetzt war. Ich hatte dann bei beiden Nummern eine Nachricht mit der dringenden Bitte um Rückruf hinterlassen.
8. Bis zum 8.1.2009 erfolgte kein Rückruf... Ich rief dann erneut an (diesmal gelang es einen Mitarbeiter zu erreichen) und schilderte den Fall. Ich stellte klar dass das Problem in der nicht rechtzeitig erfolgten Zustellung der Unterlagen lag und dass ich eine Erstattung der Reisekosten wünsche. Es wurde versprochen den Sachverhalt zu überprüfen etc.
9. Anfang dieser Woche rief ich erneut an um den aktuellen Stand zu erfahren. Leider konnte mir keine diesbezügliche Auskunft erteilt werden.
10. Heute erhalte ich ein Schreiben mit der Forderung nach Stornogebühren basierend auf "Nichterscheinen oder Stornierung am Reisetag".

Meine Fragen nun:
1. Wie sieht die Rechtslage aus ? Muß ich die Stornogebühren tragen oder kann ich auf meiner urspünglichen Forderung bestehen ?
2. Bis zu welchem Zeitpunkt ist es zumutbar dass die Unterlagen zugestellt werden ? Muß ich tatsächlich (wie in meinem Fall) den ganzen Tag darauf warten dass die Unterlagen zugestellt werden ? Auch nach 12 Uhr ? (Express wird bis 12 Uhr zugestellt)

Mit freundlichen Grüßen

Guten Tag,

Ich würde davon ausgehen, dass Sie keine Stornogebühr zu zahlen haben. Die Fluggesellschaft bzw. das Reisebüro als Erfüllungsgehilfe für die Vertragsabwicklung war verpflichtet, den Flugschein rechtzeitig zu schicken und die Meldeschlusszeit für den Abflug anzugeben. Hier wurden die Unterlagen zu spät abgeschickt, was m. E. eine Pflichtverletzung darstellt, die zu einem Schadensersatzanspruch Ihrerseits führt. Dem Anspruch auf Stornogebühren können Sie diesen Schadensersatzanspruch entgegen halten. In der Höhe richtet sich der Anspruch zunächst nach dem bezahlten Reisepreis.

Abgesehen davon kommt es für den Anspruch auf eine Stornogebühr darauf an, dass Sie auf die Stornoklausel ausdrücklich hingewiesen worden sind. Wenn das nicht der Fall war und Sie auch keine AGB vorgelegt bekommen haben, dann müssen Sie schon aus diesem Grund keine Stornokosten erstatten.

Es müsste noch geprüft werden, ob Ihr Anspruch auf Erstattung des Reisepreises zu kürzen ist wegen eines Mitverschuldens Ihrerseits. Die Obliegenheit, den ganzen Tag zuhause auf eine Zustellung zu warten, besteht m. E. nicht, zumal andere Personen im Haus anwesend waren bzw. auch einfach der Briefkasten hätte benutzt werden können. Ein zweiter Anknüpfungspunkt für ein Mitverschulden könnte evtl. darin zu sehen sein, dass Sie auch ohne Flugschein am Schalter hätten erscheinen können. Dies hätte allerdings nur unter den besonderen Voraussetzungen der elektronischen Buchung zu einer Beförderung geführt, normalerweise muss der Flugschein vorgelegt werden (so sehen es die ABB Flugpassage vor). Im Ergebnis würde ich also davon ausgehen, dass kein Mitverschuldensvorwurf begründbar ist.

Zahlen Sie also keine Stornogebühr und verlangen Sie stattdessen die Rückzahlung des Flugpreises. Sollte eine außergerichtliche Klärung nicht möglich sein, sollten Sie die Sache einem Anwalt zur genaueren Prüfung vorlegen.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

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