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Reisestornierung durch Veranstalter-Schadenersatz?

09.01.2008 19:43 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexandros Kakridas


Sachverhalt:
Eine gebuchte Schiffsreise über Weihnachten und Silvester wurde am Tage des Reiseantritts auf Grund technischer Probleme am Schiff durch den Veranstalter kurzfristig komplett storniert.
Die Reisekosten (als Pauschalreise incl. Flug gebucht) wurden sofort voll erstattet, als Entschädigung bot der Reiseveranstalter 50% Rabatt auf die nächste Reise.

Diese Aussage wurde telefonisch getätigt und konnte als Pressemeldung auf der Homepage nachgelesen werden. Am Tag darauf war nur noch von 50% "ab Hafen" die Rede.

Frage: Ist die Entschädigung "50% Rabatt ab Hafen" abgemessen, oder kann der Veranstalter auf weitere Schadensersatzansprüche für z.B. "entgangene Urlaubsfreuden" (vor allem Weihnachten/Silvester) belangt werden? Wenn ja, in welcher Höhe bzw. lohnt sich ein Streit?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt summarisch beantworten will:

Eine Entschädigung für entgangene Urlaubsfreude kommt nicht in Betracht, da hierzu die Reise auch angetreten werden müßte. Eine insofern "vorweggenommene Urlaubsfreude" ist, bei allem Verständnis auf die Vorfreude auf eine gebuchte Reise, leider nicht kompensationsfähig.

Die Rechtsprechung ist auch eher zurückhaltend in dem Ersatz von entgangenen Urlaubsfreuden, dies wird erst bejaht, wenn es bei der Reise zu erheblichen Beeinträchtigungen und Reisemängel gekommen ist.

Sehr wohl erstattungsfähig sind aber alle vergeblichen Aufwendungen und eventuell erlittenen Schäden, welche aufgrund der Stornierung entstanden sind. So insbesondere vergebliche Fahrkosten oder Hotelaufenthalte.

Die sog."Entschädigung" durch den Veranstalter stellt eher ein neues Angebot auf den Abschluss eines neuen Reisevertrages dar. Erst mit einem solchen Abschluss käme der 50 % Rabatt zum tragen. Eine echte Entschädigung wäre aber unabhängig von einem solchem Vertragschluss fällig.

Ob sich ein Rechtstreit lohnt, ist abhängig davon, wie hoch die obens erwähnten Aufwendungen wären. Sollten diese sehr niedrig sein, würde ich von einer Rechtsverfolgung absehen, da der Aufwand in keiner Relation zum Gewinn stünde.

Sie könnten allerdings einen außergerichtlichen Versuch mittels einer E-Mail oder Schreiben starten. Erfahrungsgemäß zeigen sich viele Reiseveranstalter kulant bei geringeren Beträgen oder sie handeln einen größeren Rabatt für eine nächste Reise aus.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort weiter geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Alexandros Kakridas
- Rechtsanwalt –

Kanzlei Recht und Recht
Westerbachstraße 23 F
61476 Kronberg i.Ts.

Fon : 06173 – 70 29 06
Fax : 06173 – 70 28 94

@: kakridas@recht-und-recht.de
web: www.recht-und-recht.de

Nachfrage vom Fragesteller 09.01.2008 | 20:16

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Nochmals zu den 50% Rabatt: Kann der Veranstalter nicht an die ursprünglich genannten 50% auf die nächste Reise (also incl. Flug, da als Pauschalreise gebucht) gebunden werden?
Wir beabsichtigen nochmals eine Schiffsreise zu buchen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.01.2008 | 20:57

Sehr geehrter Frgesteller,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Sie könnten den Reiseveranstalter an sein Angebot binden, wenn Sie dieses ggfl.gerichtlich auch beweisen könnten. Das Problem hierbei liegt darin, dass dieses Angebot Ihnen "lediglich" mündlich mitgeteilt wurde und nicht etwa schriftlich vorgelegt wurde.

Sofern Sie aber einen Zeugen hätten, der dieses Telefonat mitgehört hat, hätten sie hierfür schon bessere Karten.

Zunächst rate ich ihnen aber, sofern sie nochmals eine Schiffreise buchen möchten, den Reisverantalter zu kontaktieren und ihn an sein mündlich abgegebenes Angebot zu erinnern. Erst wenn dieser sich an nichts mehr "erinnern" kann, sollten sie eventuelle Beweise anführen.

Hilfreich wäre bei den Verhandlungsgesprächen auch das Anführen der bereits erfolgten Stornierung und Ihres Wunsches dennoch erneut bei dem Reisveranstalter zu buchen und ihr Vertrauen dadurch auszusprechen.
Eventuell lassen sich andere Vergünstigungen, wie eine kostenlose Erhöhung der Kabineklasse oder anderes erreichen.

In den meisten Fällen läßt sich so eine für beide Seite vorteilhate Vereinbarung treffen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und wünsche Ihnen viel Erfolg bei den anstehenden "Verhandlungen"!

Mit den besten Grüßen

A. Kakridas

Rechtsanwalt

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