Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Reiserücktrittsversicherung bei Skireise zahlt nicht - was tun?

17.02.2014 10:27 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Zusammenfassung: Der Nachweis der den Reiseabbruch veranlassenden schweren Erkrankung muss grundsätzlich unmittelbar bei Eintritt des Versicherungsfalles und noch vor oder bei Abbruch der Reise eingeholt werden.

hallo, folgende ausgangssituation:
-skireise in die schweiz, 4 tage (mittwoch 5.2., bis sonntag, 9.2.), anfahrt als mitfahrer ohne eigenes auto
-kosten der reise: 814 euro, rückreise bahn 180 euro
-geguidete freerides im hochalpinen gelände
-1 skitag wahrgenommen (donnerstag)
-abbruch bei der ersten fahrt am 2. skitag (freitag, (grund: unwohlsein, fiebrig)
-danach bettruhe in der hoffnung auf besserung (freitag)
-samstagmorgen: keine änderung, arzt erst im nächsten ort (stündliche busfahrt)
-entscheidung: rückfahrt nach münchen mit dem zweiten zug und weg ins krankenhaus
-nach rückkehr am samstagabend (rückreise aus der schweiz ca. 7 stunden) direkt weg ins krankenhaus
-ärztliche diagnose: fiebriger grippaler infekt, bestätigung des arztes, die richtige entscheidung getroffen zu haben
-am montag aufsuchen des hausarzts, krankschreibung von mittwoch (rückwirkend) bis einschließlich sonntag (16.2.)
-versuch, die kosten der skireise sowie der ungeplanten zugfahrt bei der reiserücktrittsversicherung anteilig geltend zu machen
-weigerung der versicherung aufgrund des fehlendes ärztlichen attests aus der schweiz

Sehr geehrter Ratssuchender,

gerne beantworte ich Ihre Frage aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt:

Bei einer vorzeitigen und nicht planmäßigen Beendigung der Reise leistet der Versicherer im Versicherungsfall eine Entschädigung für die Kosten der Rückreise sowie die nicht genutzten Reiseleistungen. Zunächst gehe ich davon aus, dass die durch Sie abgeschlossene Reiserücktrittsversicherung auch einen entsprechenden Reiseabbruch beinhaltet.

Als versichertes Ereignis kommt – wie vorliegend – eine unerwartete schwere Erkrankung in Betracht. Dabei stellt ein schwerer grippaler Infekt regelmäßig eine unerwartete schwere Erkrankung dar (Führich, Handbuch Reiserecht Rn 825).

Grundsätzlich muss der Versicherungsnehmer die den Reiseabbruch veranlassende schwere Erkrankung durch ein ärztliches Attest nachweisen. Dabei muss das Attest nach der Rechtsprechung jedoch unmittelbar bei Eintritt des Versicherungsfalles und noch vor oder bei Abbruch der Reise eingeholt werden. Wird das Attest erst nachträglich eingeholt, trifft es grundsätzlich keine hinreichende Aussage darüber, welchen Zustand der Versicherungsnehmer bei Abbruch der Reise hatte (so LG Potsdam, Urteil vom 22.04.2004, Az.: 3 S 35/03 ).

Nach Ihren Angaben sind Sie vorliegend am 2. Skitag (Donnerstag) erkrankt und konnten ab diesem Zeitpunkt die weiteren gebuchten Reiseleistungen nicht mehr in Anspruch nehmen. Die durch Sie rückwirkend eingeholte Krankschreibung durch Ihren Hausarzt dürfte diesen Anforderungen daher – in Anbetracht des vorstehenden Urteils – leider nicht mehr genügen, da Ihnen dieses erst mehrere Tage nach Abbruch der Reise vorlag.

Insoweit ist auch zu berücksichtigen, dass eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung insbesondere keine hinreichende Aussage über den vorangegangenen Krankheitszustand trifft.

Vorliegend könnte man sich jedoch auf den Standpunkt stellen, dass die am Samstag im Krankenhaus eingeholte ärztliche Bescheinigung noch bei (!) Abbruch der Reise eingeholt wurde. Sofern diese Bescheinigung auch eine Aussage über den vorangegangenen Tag (Freitag) treffen sollte, was vorliegend aus der Bestätigung des Arztes, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, gefolgert werden könnte, dürfte sich die Versicherung wohl nicht auf ein fehlendes Attest eines Arztes aus der Schweiz berufen können.

Entscheidend wäre jedoch, dass sich aus der Bescheinigung des Krankenhauses ergibt, dass Ihre Erkrankung auch schon bereits am Vortag vorgelegen habe.

Sollte dies der Fall sein, hätte der Versicherer die Aufwendungen für die gebuchten, jedoch nicht in Anspruch genommenen Leistungen bis zur Höhe der Versicherungssumme zu übernehmen (Führich, Handbuch Reiserecht Rn 844). Aufgrund der Tatsache, dass Sie den 1. Skitag am Donnerstag noch wahrgenommen haben, käme daher eine Entschädigung frühestens ab dem 2. Skitag (Freitag) in Betracht.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben. Sollten Sie eine weitere Tätigkeit durch mich wünschen, stehe ich Ihnen hierfür jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Neubauer
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 78813 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ich bin zufrieden mit seinem Antwort. Herr Hoffmeyer hat eine detaillierte Antwort für meine Frage (über: frag-einen-anwalt.de) gegeben und er hat eine Idee erwähnen, die ich darum früher nicht gedacht habe. Vielen Dank Herr ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Präzise und schnell geantwortet, jederzeit wieder ! ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Meine Fragen wurden schnell, präzise und verständlich beantwortet. Vielen Dank ...
FRAGESTELLER