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Reiserecht oder doch Reiseunrecht!?

10. April 2015 20:09 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


08:56

Sehr geehrter Damen und Herren,

wir klagen gegen einen großen dt.Reiseveranstalter vor dem zuständigen Amtsgericht, selbst.

Wir machen 2 Punkte geltend:

Während unserer Rundreise war ein Hotelzimmer nicht entsprechend dem angegebenen Standard. (Es wurden Bilder zur Dokumentation angefertigt – Schimmel und sogar defekte Klobrillen usw. usw.). Der Reiseveranstalter hat uns für diese Nacht ein Zimmer in der Stadt der nächsten Station angeboten, was wir sodann angenommen haben, lediglich haben wir an diesem Ort kein Abendessen (es war Halbpension gebucht) bekommen. Als wir vor Ort mit dem Reiseveranstalter telefonierten wurde und mitgeteilt, dass man das mit dem Abendessen sodann hinterher klären könne. Hier haben wir jedoch nur durch fahren einen ganzen Urlaubstag verloren.

2. Punkt: Wir erhielten zu Beginn der Rundreise vor Ort eine genaue Beschreibung wieviel Kilometer wird von einer Station zur anderen, sprich von einem Tag zum nächsten fahren mussten. Bei dieser Sizilien-Rundreise ging logischer Weise nicht darum, an dem jeweils nächsten Hotel anzukommen sondern auch etwas von der Insel zu sehen.
Vorschläge wurden uns in den Unterlagen auch zahlreich unterbreitet).

So an einem Tag stand, dass wir „nur" 60 Kilometer zu fahren haben, konnte man den Tag natürlich entspannter angehen als wenn man 180 Kilometer zu fahren hatte. An einem Tag wurde uns lt. Beschreibung mitgeteilt, dass 93 Kilometer zu fahren wären, dabei waren es fast 300.

Wir machten also 2 Urlaubstage und das entgangene Abendessen geltend, rd. 250 Euro von 1.200 Euro

Reaktion der Gegenseite und der Richterin:
Die Gegenseite bestritt einfach alles, in einem Zweizeiler und reagierte überhaupt nicht auf unsere erneute Erwiderung und ließ somit zahlreiche Gesichtspunkte unbestritten, z.B. das uns die Mitarbeiterin am Telefon eine Klärung zusagte, dass wir die Rechnung für das Abendessen bereits vor der gerichtlichen Klärung an den Reiseveranstalter übersandt haben usw. usw.

Die Richterin schreibt, dass uns kein Anspruch auf Minderung wegen der Kilometerangabe in den Reiseunterlagen zustehen dürfte. Auch fehlt ein glaubhafter Beweis bzgl. der Restaurantrechnung.

Es ist schlicht eine Unverschämtheit, dass die Richterin die Unterlagen nicht richtig liest, dort wurde nämlich von uns die Vorlage der übermittelten Restaurantrechnung von der Gegenseite angemahnt. Darüber hinaus wurde diesem Punkt, wie erwähnt, auch nicht widersprochen durch die Beklagte.

Die Richterin schlägt einen inakzeptablen Vergleich vor, von 50,00 Euro und wir sollten 80% der Gerichtskosten zahlen. Also zusätzlich zu diesem Ärger auch noch ein Minusgeschäft. Ich möchte nicht so unreflektiert sein und behaupten, dass die Richterin mit dem bekannten dt.Reiseveranstalter unter einer Decke steckt, jedoch kann es wie erwähnt nicht sei, dass wir klein bei klein alles deutlich schildern, mit Unterlagen, Fotos usw. belegen, die Gegenseite einen Zweizeiler schickt, mit Konjunktiven wie „es könnte vielleicht auch so gewesen sein" und dann noch gewinnen soll.

Wie soll ich in der Sache weiter vorgehen, ist es möglich ein Richtertausch oder ähnliches zu erbitten?

10. April 2015 | 20:30

Antwort

von


(497)
Mühlgasse 2
71711 Murr
Tel: 07144-8889866
Web: http://www.anwalt-for-you.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Auf Grund des gesetzlichen Richters können Sie nicht einfach den Austausch der Richterin verlangen.
Nur ein Befangenheitsantrag wäre denkbar, aber hier ist leider nicht ersichtlich, dass die hohen Hürden erreicht werden können.

Hier bleibt nur, nochmals auf die Umstände hinzuweisen und ggf. die Durchführung einer mündlichen Verhandlung zu beantragen, da ich davon ausgehe, dass diese wegen des niedrigen Streitwertes nicht vorgesehen ist. Dort können Sie nochmals sicherstellen, dass alles 'angekommen' ist.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Sollten Sie eine Vertretung benötigen, stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Stefan Steininger

Rückfrage vom Fragesteller 10. April 2015 | 20:50

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Steininger,

bezüglich des folgenden Punktes bitte ich Sie doch höflich um eine "intensivere" Reflektion:
Stimmt es, dass uns lt. deutschem Recht keine Erstattung zusteht bzgl. der völlig falschen Entfernungsangaben? Wir nutzten vor Ort ein Auto ohne Navigation, da uns lt. Reisebüro vor Ort eine ausführliche Weg- bzw. Fahrtbeschreibung erwartet. Und ob sie bergauf, bergab 90 Kilometer über Serpentinen fahren oder 300 Kilometer ist doch wohl ein Unterschied. Wir verbrachten einen gesamten Tag nur im Auto. Dann wäre es doch wohl konsequent,dass man Kunden keinerlei Wegekarten und Fahrtbeschreibungen übergibt!? Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass bei einer siebentägigen Rundreise, der Verlust eines gesamten Urlaubstages nicht einklagbar sein soll. Wie schätzen Sie das ein und können Sie mir ggf. Urteile oder passende Paragraphen nennen?

Vielen Dank!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 11. April 2015 | 08:56

Sehr geehrter Fragesteller,

bislang hatten Sie zur Rechtslage nichts gefragt. Gerne nehme ich aber ergänzend Stellung.

Minderung sind nie pauschal, sondern von der konkreten Auswirkung abhängig.

Für die abweichende Unterbringung sind 10-25% des anteiligen Reisepreises üblich, hier sicher an der Obergrenze (verGl. Landgericht Frankfurt - Frankfurter Tabelle).

Natürlich müssen im Rahmen der Reise Unterlagen übergeben werden.

Die Frage der Entfernung ist allerdings kritisch, da die Reiseleistung ja richtig erbracht wurde. Man kann natürlich in der längeren als der geplanten Fahrzeit einen Nachteil erkennen, ob diese als erheblicher Mangel einzustufen ist, ist aber leider zweifelhaft. Hierzu müsste man die konkrete Reissebeschreibung einsehen.

Leider muss ich daher derzeit auch davon ausgehen, dass der volle Anspruch nicht realisiert werden kann.

Das Fehlende Abendessen ist ein Mangel und die angemessenen Kosten waren zu erstatten.

ANTWORT VON

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