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Reiserecht Minderung

| 29.03.2015 12:02 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


12:57

Liebe Damen und Herren Rechtsanwälte,

meine Frau und ich reisten über Weihnachten / Silvester durch die USA, meine Frau ist Amerikanerin und kauft, wenn sie zuhause ist gerne ist.

Im Reisebüro extra großes Fahrzeug gebucht (lt. Katalog für 4 Personen und 4 Koffer). Ich wollte vermeiden, dass ständig Koffer auf der Rücksitzbank stehen und monoton gegen die Vordersitze schlagen. Es wurde uns jedoch ein kleines Auto übergeben (man hatte kein anderes vor Ort) und es passte nur einer unserer vier Koffer in den Kofferraum.

Nach Beschwerde Reisebüro beim Veranstalter, verweigerte man eine Rückzahlung, mit der völlig absurden Begründung, es handelte sich um ein Sportwagen-Upgrade (und das beim Tempolimit in den USA….) und wir hätte ja irgendwo sonst in einer Filiale den Wagen tauschen können. Man erwartete offensichtlich von uns Dinge vor Ort in Ordnung zu bringen, nur weil man nicht im Stande war ein Auto vorzuhalten, dass Monate vorher bereits bestellt wurde….

Meine Frage:
Ich bin im Begriff einen gerichtl. Mahnbescheid zu veranlassen, jedoch findet sich zu einem solchen Fall keinerlei Prozentzahlen in den Reisepreisminderungstabellen wie z.B. der Frankfurter oder der Kemptener Tabelle. Was soll ich realistischer Weise veranschlagen und soll ich in Erwartung eines Vergleichsvorschlages des Gerichts etwas höher gehen? Darüber hinaus würde ich mich freuen, wenn Sie bzgl. meiner Argumentation vor dem Amtsgericht ggf. ein Urteil anführen könnten?

Vielen Dank!

29.03.2015 | 12:40

Antwort

von


(335)
Tannenweg 17
72654 Neckartenzlingen
Tel: 07127/349-1208
Web: http://www.rechtsanwalt-kromer.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Soweit ersichtlich wurde ein solcher Fall noch nicht gerichtlich entschieden. Auch in einschlägigen Tabellen – die jedoch ohnehin nur Anhaltspunkte liefern – habe ich nichts Vergleichbares gefunden.

Der Minderungsbetrag bemisst sich rechtsdogmatisch wie folgt:
Man teilt den hypothetischen Wert der Reise im mangelfreien Zustand durch den tatsächlichen Wert der Reise mit Mangel und setzt dies ins Verhältnis zu dem gezahlten Reisepreis im Verhältnis zum geminderten Reisepreis. (Vgl. Sprau in Palandt BGB 74. Auflage 205 § 651d BGB Rn. 6)

Als Beispiel:

Die Reise war theoretisch EUR 4.000 wert. Aufgrund eines Mangels war die Reise nur noch EUR 3.500 wert. Gezahlt haben Sie für die Reise EUR 4.500. Damit ergibt sich ein geminderter Reisepreis von rund EUR 3937.

Letztlich müssen Sie hier meines Erachtens ermitteln, welchen Aufpreis Sie – ggf. bei einer anderen Autovermietung gezahlt hätten, um das gewünschte Fahrzeug zu erhalten. Allerdings besteht ja wohl die Besonderheit, dass Sie faktisch ein „Upgrade" erhalten haben, nämlich ein teureres Fahrzeug, so dass diese Berechnung nicht zu einer Minderung führen kann.
Meines Erachtens ist der richtige Ansatzpunkt dann hier eher im Schwerpunkt Untauglichkeit des Fahrzeugs für den gewünschten Zweck. Und dies ist dann nur sehr schwer an finanziellen Grenzen festzumachen.

Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass die Argumentation Ihres Reiseveranstalters grundsätzlich nicht abwegig ist. Jeden trifft eine sogenannte Schadensminderungspflicht aus § 254 Abs. 2 BGB . Sie müssen alles zumutbare unternehmen, den Schaden gering zu halten. Dazu hätte ggf. auch das Abholen des Fahrzeugs an einer anderen Station gehört. Dem können Sie jedoch entgegensetzen, dass Sie grundsätzlich nicht verpflichtet sind, ein Fahrzeug an einem anderen als dem vereinbarten Ort abzuholen.
Eine konkrete Prozentangabe kann ich Ihnen leider nicht mit dem auf den Weg geben. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Kosten des Mietwagens im Vergleich zum Restwert der Reise (Flüge, Unterkünfte) eher gering ausfielen, so dass sich jedenfalls auf die gesamte Reise keine hohen Prozentzahlen ergeben werden. Meines Erachtens wird sich der Minderungsbetrag im einstelligen Prozentbereich bewegen.

Ob Sie den Betrag höher beziffern ist eine reine taktische Erwägung, solange sich der Betrag in einem vernünftigen Rahmen hält. Andererseits wäre bei Angabe eines niedrigen Wertes ggf. von Seiten des Reiseveranstalters die Bereitschaft da, es nicht auf einen Prozess ankommen zu lassen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Johannes Kromer

Rückfrage vom Fragesteller 29.03.2015 | 12:47

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Kromer,

vielen Dank für Ihre Antwort. Das Auto kostete für die Tage rd. 400,00 Euro. Welchen Betrag würden Sie - unverbindlich- ansetzen?

Haben Sie herzlichen Dank für Ihre geschätzte Hilfe

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 29.03.2015 | 12:57

Da das Fahrzeug als solches ja durchaus funktionstüchtig war und Einkäufe als solches auch möglich waren halte ich eine Betrag von rund EUR 200 für eine vernünftige Maximalforderung.

Bewertung des Fragestellers 29.03.2015 | 13:13

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