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Reiserecht / Koffer weg


07.12.2006 23:20 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Ich befinde mich mit meiner Frau auf einer dreiwoechigen Reise in Brasilien (Pauschalreise). Zunaechst 10 Tage Rundreise, im Anschluss Badeurlaub. Leider ist einer unserer beiden Koffer nicht mitgekommen (zum Glueck meiner). Trotz intensiver Bemuehungen unsererseits, insges. ca. 60 min Handygespraeche und vergeblicher Reisen zum Flugplatz / der Koffer bleibt verschwunden. Und mit ihm neben der Kleidung wichtige Medikamente, Ladegeraete fuer Handy und Kamera, Taucherbrille mit geschliffenen Glaesern (ohne bin ich blind) usw. Inzwischen sind mehr als drei Tage vergangenen und die Hoffnung auf den Koffer geschwunden. Deshalb meine Fragen:
1. Gibt es festgelegte Betraege, fuer die ich mir pro Tag ohne Koffer Ersatzkleidung, Hygieneartikel etc beschaffen kann? Falls nein, welche Summen wurden bisher etwa angesetzt?
2. Falls der Koffer nicht wieder auftaucht, gibt es pauschalen Ersatz, oder muss ich die Werte nachweisen?
3. werden von diesem Ersatz (siehe 2) die Betraege gemaess Frage 1 abgezogen oder sonstwie angerechnet?
Bitte antworten Sie nur, wenn Sie konkrete Hinweise / Antworten geben koennen, mit evtl. und koennte ist mir nicht geholfen
Herzlichen Dank im voraus, viele Gruesse aus dem sonst schoenen Brasilien!

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Sehr geehrter Fragesteller!

Mit Hilfe der von Ihnen gemachten Angaben und im Rahmen dieses Forums kann ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

Zunächst einmal, sollte ihr Koffer doch noch gefunden, was in den meisten Fällen passiert - wenn nicht währen Sie die berühmte Ausnahme- so wird er Ihnen natürlich kostenlos geliefert, sie müssten ihn also nicht selbst am Flughafen abholen.

Zunächst einmal handhaben die einzelnen Fluggesellschaften die Sache auf dem Kulanzwege völlig unterschiedlich, und auch abhängig vom gebuchten Ticket. Hier erhalten Sie overnight bags bis hin zur Firmenkreditkarte um sich neu einzukleiden, hierauf haben sie allerdings keine Rechtsanspruch -dennoch Fragen sie nach, wenn es sein muß mehrmals.

Rechtsgrundlage für Ihre Ansprüche ist das Montrealer Übereinkommen (MÜ). Unterstellt, Start und Ziel Ihrer Reise war in der BRD können Sie Ihre Ansprüche hier im Land geltend machen.

Nach Artikel 22 Abs. 2 haftet die Fluggesellschaft bis zu einem Höchstbetrag von 1000 Sonderziehungsrechten für Beschädigung, Verlust, Verspätung. Sonderziehungsrechte sind eine künstliche Währungseinheit des IWF, mit heutigem Kurs entspricht dies ca. 1.500 US Dollar.
Dies stellt den Höchstbetrag dar, ungeachtet dessen was sich wirklich im Koffer befand. Haben sie dort Wertgegenstände transportiert, die diesen Betrag überschreiten, so verlangt die Airline von Ihnen eine Extra-Versicherung (vor Flugantritt) abzuschliessen.
Ca. 5 Tage nach dem gemeldeten Kofferverlust bekommen Sie von der Airline ein Formular, hier müssen Sie dann den Inhalt und damit die Werthaftigkeit des Koffers beschreiben.
Ob die weiteren in diesem Zusammenhang entstandenen Kosten angerechnet werden hängt von der Airline ab. In jedem Fall alle Rechnungen gut aufbewahren.

Da sie angeben eine Pauschalreise gebucht zu haben, sollte ihnen auch noch ein Anspruch gegen den Reiseveranstalter zustehen. Dieser ist von der Entschädigung der Airline unabhängig. Ziel ist hier den Reisepreis zu mindern zu mindern. Ansatzpunkt ist hier immer die Beeinträchtigung die dadurch stattgefunden hat. Je nach nachgewiesener Beeinträchtigung wird ein Prozentsatz vom Tagesreisepreis abgezogen. Hierfür gibt es keinen festen Regelsatz. Das AG Frankfurt hat einmal pro Tag eine Minderung von 25 % bei einer Rundreise durch Südafrika ausgeurteilt.
Das AG Bad Homburg und das AG Nürnberg haben 50 % des Reispreis als Erstattung ausgeurteilt, in diesen Fällen haben die Reisenden ihr Gepäck nie erhalten.
Wichtig ist hier, dass sie eine Bestätigung von der Reiseleitung über Ihre Beschwerde beibringen.
Wichtig ist hier außerdem, dass die Ansprüche innerhalb eines Monats nach Reiseende gelten gemacht werden müssen, ansonsten sind sie verfristet!

Ich hoffe Ihnen mit meinen Angaben eine erste Orientierung ermöglicht zu haben. Gerne stehe ich Ihnen für die Durchsetzung Ihrer Ansprüche zur Verfügung.

Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage!

Trotz allem wünsche ich noch einen schönen Urlaub und verbleibe,

mit freundlichen Grüssen

O. Aretz
Rechtsanwalt

ra-aretz@arcor.de


Nachfrage vom Fragesteller 08.12.2006 | 01:03

Voellig ungenuegende Antwort! Das ich nicht selbst zum Flugplatz muss, weiss ich auch, danach habe ich nicht gefragt. Was heisst denn BIS ZU einem Hoechstbetrag, unabhaenging, was sich im Koffer befand...? Ist das der Regelbetrag, oder muss ich den Schaden dezidiert nachweisen? Die anderen Fragen haben Sie gar nicht beabtwortet. Ich habe nach Recht gefragt, nicht nach Kulanz der Airline. Warum antworten Sie, wenn Sie keine Antwort haben? Haetten Sie die Frage einem kompetenteren Kollenen ueberlassen, waere mir hier in Brasilien weitergeholfen, so nicht!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.12.2006 | 01:34

Sehr geehrter Fragesteller!

Mit bedauern nehme ich zur Kenntnis, dass Sie mit der Antwort unzufrieden waren.

Ich werde versuchen die Antwort in Ihrem Sinne zu präzisieren.

Es gibt keine festgesetzen Beträge die Ihnen pro Tag zustehen.

Die 1.500 US-Dollar stellen den Höchstbetrag dar, den die Airline bei Kofferverlust bzw. verspäteter Zustellung des Koffers zu zahlen hat. Selbst wenn der tatsächliche Wert höher war.

Wie bereits ausgeführt, werden Sie ein Formular erhalten und müssen darin den Wert Ihres Koffers samt Inhalt bestimmen.

Sie müssen also den Ihnen entstandenen Schaden selbst darlegen.

Anhand dieser Angaben bestimmt die Airline den tatsächlichen Schaden und gleicht ihn aus. Die von Ihnen in der Zwischenzeit angeschafften Ersatzartikel sind hier mit eingeschlossen, werden also zu den von Ihnen gemachten Wertangaben zum Koffer hinzugerechnet.

Wie bereits gesagt, stehen Pauschalreisenden weitergehende Ansprüche gegen den Reiseveranstalter zu. Hierzu gibt es keine Regelsätze, sie können eine Reisepreisminderung für die Zeit ohne frische Kleidung verlangen. Einschlägige Urteile habe ich Ihnen bereits genannt.

Ich hoffe Ihnen hiermit zu Ihrer Zufriedenheit weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüssen

Aretz
Rechtsanwalt

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