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Reisepreisminderung? (Schmutz, Klimaanlage, Schimmel und falsche Zimmerbeschreibung)

| 13.11.2013 16:33 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Schadenersatzansprüche bei Reisemängeln.

Guten Tag

Wir haben im Sommer eine Apartmentanlage in Caorle/IT gebucht und sind leider nach 5 statt den geplanten 14 Tagen abgereist.

Nach 10 stündiger Fahrt sind wir an einem Samstag müde und voller Vorfreude auf unsere Ferien vor Ort angekommen, wo uns eine sehr unfreundliche Dame an der Rezeption regelrecht abgefertigt hat. Kein freundliches Willkommen, keine Informationen oder Tipps, zudem keine Veranstalter Mappe mit Infos, Ansprechpartnern, Kontaktinfos etc.

Dann wurden wir zu unserem Appartment geführt. Das Appartment war schmutzig (Zigaretten und Schmutz im WC, Handabdrücke von Kinderhänden an der Duschkabine, Dreck in allen Ecken, Vorhänge mit zerdrückten Mücken und Fliegen, Couchbezug schmutzig, Flecken auf den Matratzen, Bettbezug vom Vorgänger, usw.). Wir haben alles per Handykamera dokumentiert. Nach einer entsprechenden Reklamation wurden die Räume erst einmal kläglich nachgereinigt. Wir weigerten uns aber dieses Appartement zu beziehen. Nach gut 3 Stunden Kampf haben wir dann doch noch ein anderes Appartement bekommen. Die überaus freche und sichtbar demotivierte Dame an der Rezeption hat uns dabei mehrfach vorgeworfen nur ein Appartement am Pool zu wollen, dabei war unser Ziel eher ein sauberes Appartement, dass man beziehen kann ohne sich einer ernsthaften Gesundheitsgefährdung auszusetzen.

Das neue Appartement lag zwar besser, war aber auch sehr schmutzig (übel riechendes WC, Bettlaken ebenfalls noch von den Vormietern, Matratzen und Schlafcouch mit Flecken, ebenfalls Dreck in allen Ecken und an Wänden, Spülmaschine mit Resten der
Vormieter, Garten ungepflegt und schmutzig, WC Papierhalter fehlte, Handtuchhalter
defekt, lose Leisten in der Küche, usw.) Auch das alles fotografiert.Nach einer 2‐stündigen Putzorgie haben wir versucht, uns einzurichten und das beste aus der Situation zu machen. Dann begann nach zwei Tagen die Klimaanlage, die im Inneren von Schimmel übersäht war und vermutlich noch nie gereinigt, geschweige denn desinfiziert wurde, ausgiebig zu tropfen. Die Menge an Wasser war nur durch Unterstellen eines Eimers und durch darunter hängen einer PET Flasche in den Griff zu bekommen. Inklusive der begleitenden Tropfgeräusche während der Nacht. Nach mehrfacher Bitte an der Rezeption einen Techniker zu schicken, kam dieser, schaute sich die Klimaanlage kurz von aussen an und nahm es dann locker, handelte aber keineswegs. Es sei normal und kein Problem.

Reklamationen an der Rezeption waren durchwegs erfolglos, da diese immer abgeblockt
wurden. Bei der Reklamation der Sauberkeit im ersten Appartement sagte uns die Dame der Rezeption sogar, es sei halt so, dass bereits vor uns jemand dort gewohnt habe. Sinngemäss ‐wir sollen uns nicht so anstellen. Einmal mehr eine einzige Frechheit und absolut inakzeptabel.

In der Bungalowbeschreibung aufgrund der wir das Appartement gebucht haben und in unserer Buchungsbestätigung steht zudem ein "zusätzliches Schlafzimmer". Das Apparment hatte ein Schlafzimmer und einen Wohn/Schlafbereich, was aus unserer Sicht nicht "zusätzliches Schlafzimmer" bedeutet. Auch das wurde fotografisch festgehalten. Gemäss der Dame an der Rezeption war das Zimemr korrekt, aus unserer Sicht entsprach es aber nicht der Buchung.

Wir haben dann am Dienstag mit der Hotline des Reiseveranstalters telefoniert (war am Wochenende nicht erreichbar) und einen sehr freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeiter am Telefon, der uns dazu riet eine alternative Unterkunft zu suchen und umzuziehen. Betreffend der Kosten für den restlichen Aufenthalt in der ursprünglichen Anlage dürften wir uns beim Kundenservice melden und auf eine unkomplizierte Behandlung unserer Situation hoffen. Leider konnten wir aufgrund der Hochsaison keine alternative Unterkunft finden, so dass wir uns entschlossen nach 5 Tagen Aufenthalt am Donnerstag auszuchecken und die Heimreise anzutreten. Der weitere Aufenthalt war für uns unzumutbar.

Beim Check‐out der nächste Ärger: Dieselbe Dame an der Rezeption stellte uns eine Check‐out Bestätigung mit der Klausel "aus persönlichen Gründen (hat nichts mit uns zu tun)" aus, was nicht stimmte. Wir haben auch das reklamiert und bekamen zur Antwort, dass diese oder keine Bestätigung ausgestellt wird. Nach einem erneuten sehr freundlichen Telefonat mit der Resieveranstalter Hotline und deren internen Abklärungen mit dem Kundendienst haben wir auf ihr Anraten die ausgestellte Bestätigung entgegengenommen und sind abgereist.

Zusammengefasst kann man sagen:

- Zimmerbeschreibung war irreführend (zusätzliches Schlafzimmer)
- Beide bezogenen Appartments waren sehr schmutzig
- Klimaanlage verschimmelt und nicht nutzbar (bei rund 40°)

- Kein Reiseveranstalter oder Vertreter vor Ort
- Keine Informationen des Veranstalters vor Ort verfügbar (Tel.Nr. usw.)

Wir haben alles fotografiert (>30 Fotos) und dem Reiseveranstalter mit der Reklamation (sofort nach unserer Rückkehr) zur verfügung gestellt.

Der Veranstalter reagierte mit einem 250€ Gutschein (die Reise hat rund 1600€ gekostet). Daraufhin haben wir unsere Rechtsschutzversicherung (aus der Schweiz) eingeschaltet. Auf deren Brief mit Bezug auf die Frankfurter Liste und eine Forderung einer Rückzahlung von 1200€, kam die Antwort, dass man auf den angebotenen 250€ beharre und die Entscheidung korrekt findet. Zudem sei die Frankfurter Liste nicht verbindlich. Wir hätten aber die Wahl, ob wir die 250€ als Check anstelle eines Gutscheins möchten.

Die Anwältin der Rechtsschutzversicherung nimmt das so hin und sagt es bestünde keine Aussicht auf eine höhere Rückerstattung. Da wir das so nicht akzeptieren möchten, wäre ich froh, wenn mir jemand sagen könnte, ob eine höhere Forderung wirklich aussichtslos ist.

Vielen Dank schonmal.

14.11.2013 | 10:34

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender!
Vielen Dank für Ihre Anfrage.Bitte beachten Sie, dass die Beantwortung der Frage auf Ihren Angaben beruht. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann sich die rechtliche Bewertung ändern. Dieses Forum kann eine umfassende Beratung bei einem RA nicht ersetzen, jedoch eine erste Einschätzung bieten.

Zu Ihrer Frage:
Zunächst einmal haben Sie bedauerlicherweise nicht mitgeteilt, welchen Gesamtpreis für die Reise Sie gezahlt haben und ob es sich um einen Reiseveranstalter in Deutschland handelt, da die Geltendmachung der Ansprüche im Ausland deutlich schwieriger ist.

Insbesondere der Gesamtreisepreis spielt eine Rolle für den geltend zu machenden Schadenersatzanspruch.

Ich gehe davon aus, dass sich die Forderung von 1200,00 Euro deutlich unter dem Gesamtreisepreis bewegt. Dies zugrunde gelegt, besteht meines Erachtens ein Anspruch auf höheren Schadenersatz. Dies wird auch deutlich an der Forderung Ihrer Rechtsschutzversicherung, welcher sich augenscheinlich an der Frankfurter Tabelle für Reisemängel orientiert. Problematisch ist hier allerdings die Beweislage hinsichtlich der Nichtverfügbarkeit einer Alternativunterkunft. Im Nachhinein müssen Sie möglicherweise beweisen können, dass Sie sich intensiv um eine solche Alternativunterkunft bemüht haben.

Entscheidend für die Geltendmachung eines höheren Schadenersatzanspruches dürften daher insbesondere folgende Punkte sein:
1. Gesamtreisepreis im Verhältnis zur Schadenersatzforderung (1200,00 Euro)
2. Beweisbarkeit hinsichtlich Bemühungen um Alternativunterkünfte
3. Gerichtsstand des Reiseveranstalters.

Sind diese Punktefür Sie positiv zu beantworten im Sinne der obigen Erklärungen, so sollten sie Ihre Rechtsschutzversicherung nochmals um Geltendmachung eines höheren Schadenersatzanspruches ersuchen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Wibke Türk, Rechtsanwältinse oder den hinterlegten Kanzleidaten.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Wibke Türk

Nachfrage vom Fragesteller 14.11.2013 | 11:19

Guten Tag

Vielen Dank für die Antwort. Den Gesamt-Reisepreis hatte ich angegeben (1600€). Die Bemühungen betreffend Alternativunterkunft, können wir nicht eindeutig nachweisen, da wir das persönlich über die Rezeptionen anderer Häuser und Agenturen gemacht haben. Gerichtsstand ist Deutschland (1-2-fly/TUI Deutschland).

Unsere Rechtsschutzversicherung zeigt leider keine Bereitschaft an dem Fall dranzubleiben. Man gibt sich dort mit dem Angebot des Veranstalters zufrieden und ist nicht bereit höhere Forderungen zu stellen (evtl. aus Unwissen heraus). Ich werde daher die Kommunikation selbst übernehmen. Können Sie mir ungefähr sagen, wie hoch der Anspruch ca. angesetzt werden kann und mit welcher Argumentation?

Vielen Dank und freundliche Grüsse

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.11.2013 | 11:36

Sehr geehrter Fragesteller,

entschuldigen Sie bitte meine Ausführungen zum fehlenden Gesamtreisepreis. Diese Angabe habe ich tatsächlich überlesen.

Was die Höhe des möglichen Anspruches anbelangt, so können Sie versuchen, im Endeffekt eine mindestens 50%-ige Minderung zu erlangen.
Argumentieren sollten Sie mit den jeweiligen Prozentsätzen der Frankfurter Tabelle ( addieren!), Ihren Beweisfotos, der Unzumutbarkeit der Unterbringung ( dreckige Bettlaken, dreckige Spülmaschine, dreckiges Bad, Geruchsbelästigung, tropfende Klimaanlage, usw.)den Mängelanzeigen (telefonisch) beim Reiseveranstalter, Ihren (!) Bemühungen um eine Alternativunterkunft.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage beantwortet zu haben.

Sollten Sie weitere Fragen haben, so kontaktieren Sie mich bitte unter der angegebenen E-Mail-Adresse.

Mit freundlichen Grüßen


Türk
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