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Reisemangel?


| 21.08.2017 17:26 |
Preis: 47,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren
Ich vermiete preiswerte Ferienbungalows mit Campingcharakter im Wald in direkter Küstennähe. Einige sind mit Kaminofen ausgestattet, so auch der, um den es hier geht. 2 Damen mit Hund reisten letzten Samstag hier an. Am Sonntag Mittag erwähnten sie beiläufig, dass es feucht sei im Bungalow. Sie nutzten weder die Sprechzeit, noch schien es ein sehr dringliches Problem zu sein. Da es sich bei der zur Zeit sehr hohen Luftfeuchtigkeit um ein grundsätzliches Problem der Küstennähe und des Waldes, sowie der Wetterlage allgemein, handelt bat ich sie, Feuer zu machen, dann verschwindet die Feuchte in kurzer Zeit. Das sahen sie nicht ein. Ich inspizierte vorsichtshalber den Bungalow in ihrem Beisein und ich konnte nichts finden, was ich hätte verändern oder nachbessern können. . Sie wollten einen anderen (gleichwertigen? ) Bungalow. Zum einen bin ich ausgebucht und zum anderen macht die Luftfeuchtigkeit auch vor den anderen Bungalows nicht halt. 1 h später brachten sie mir den Schlüssel und reisten ab ohne die Nebenkosten zu bezahlen. Und sie forderten den Reisepreis komplett zurück (420 € für 1 Woche mit Hund)
Heute erhielt ich eine Mail: Sehr geehrte Frau.... leider mussten wir ja unseren Urlaub bei Ihnen nach einem Tag abbrechen wegen der Feuchtigkeitsbelastung im Schlafraum. Wir haben sehr wohl wahrgenommen, dass Sie sich große Mühe bei der Einrichtung und in Bezug auf Sauberkeit der Ferienhäuser geben. Da Sie uns keine gleichwertige Alternative bieten konnten, möchten wir Sie bitten, uns die Überzahlung innerhalb von 7 Tagen auf folgendes Konto zu überweisen...... Mit freundlichen Grüßen....

Ich weiß nicht, ob ich überhaupt antworten muss, bzw. wenn ja, mit welchem Inhalt ?
21.08.2017 | 19:43

Antwort

von


31 Bewertungen
Am Forst 14
49809 Lingen
Tel: 0591/90024545
Web: www.emsrecht24.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen gerne wie folgt beantworten:

Ich empfehle Ihnen hier, der Kündigung mit der Begründung zu widersprechen, dass die Voraussetzungen für eine Kündigung nicht vorliegen.

Im Einzelnen:

Ich deute das Schreiben der Damen derart, dass diese der Ansicht sind, den Vertrag aufgrund eines Reisemangels kündigen zu können.

Grundsätzlich wäre hier zunächst zu prüfen, ob hier klassisches Mietrecht oder Pauschalreiserecht Anwendung findet. Allerdings benötigt der Mieter in beiden Fällen einen Kündigungsgrund.

Nach dem Mietrecht hat ein Urlauber grundsätzlich einen Anspruch auf Überlassung der Ferienwohnung zum vertragsgemäßen Gebrauch. Der Gast hat einen Anspruch auf die Ferienwohnung zu erhalten, wie es vereinbart worden ist, dieses kann sich auch aus Angaben aus der Werbung des Vermieters ergeben. Wenn keine konkreten Vereinbarungen getroffen sind, kann der Urlauber das verlangen, was „üblicherweise" erwartet werden kann.

Der Mieter kann dabei grundsätzlich fristlos kündigen, wenn beispielsweise seine Gesundheit gefährdet ist oder wenn ein weiterer Aufenthalt für ihn unzumutbar ist.

Auch im Pauschalreiserecht spricht man von einem Reisemangel, wenn die die Reiseleistungen des Veranstalters von den Vereinbarungen im Reisevertrag abweichen.

Der Reiseveranstalter ist grundsätzlich verpflichtet, die Reise so zu erbringen, dass sie die zugesicherten Eigenschaften hat und nicht mit Fehlern behaftet ist, die den Wert oder die Tauglichkeit zu dem gewöhnlichen oder nach dem Vertrag vorausgesetzten Nutzen aufheben oder mindern. Für die Feststellung eines Reisemangels sind insbesondere die Prospektbeschreibung, die Reisebestätigung, verbindliche Zusatzvereinbarungen und die Informationspflichten des Reiseveranstalters zu berücksichtigen.

Die Kündigung des Reisevertrages nach § 651e BGB setzt das Vorliegen eines Mangels i.S.d. § 651c BGB voraus. Einfache Mängel genügen hierbei grundsätzlich nicht; durch die Störung muss entweder eine objektiv erhebliche Beeinträchtigung oder die subjektive Unzumutbarkeit (die Ihnen bekannt oder wenigstens erkennbar war) für den Kunden hervorgerufen werden.

Grundsätzlich kann Feuchtigkeit einen Mangel darstellen, hierbei kommt es jedoch immer auch auf den konkreten Einzelfall an. Nach Ihrer Schilderung gehe ich allerdings nicht von einem entsprechenden (objektiven) Mangel aus. Nach meiner Einschätzung handelt es sich vielmehr um eine bloße Unannehmlichkeit aufgrund einer landesüblichen Gegebenheit in Küstenregionen bzw. ein entsprechendes allgemeines Lebensrisiko.

Liegen die Voraussetzungen einer Kündigung des Reisenden nicht vor, so behält der Reiseveranstalter grundsätzlich den Anspruch auf den Reisepreis.

Ich empfehle Ihnen hier, der Kündigung nachweislich mit der Begründung zu widersprechen, dass die Voraussetzungen für eine Kündigung nicht vorliegen. Grundsätzlich besteht in diesem Fall natürlich das Risiko, dass die Damen die Sache dann gerichtlich klären lassen.

Ich hoffe, dass ich Ihre Fragen verständlich beantwortet habe und Ihnen eine entsprechende erste Orientierung bieten konnte. Bei Unklarheiten können Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion nutzen.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung. Meine Kanzlei ist auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen

Claas
Rechtsanwalt



Nachfrage vom Fragesteller 22.08.2017 | 07:23

Sehr geehrter Herr Claas
Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Ich denke, ich habe mir nichts vorzuwerfen. Sowohl in den Flyern als auch im Internet, den Webeanzeigen und am Telefon werden die Urlaubswilligen auf die Bedingungen hingewiesen. Eine Rückzahlung des Reisepreises, auch nur teilweise, würde aus meiner Sicht einem Schuldeingeständnis entsprechen. Das könnte wiederum Folgen haben, wenn sich herumspräche, dass wir bei Nichtgefallen oder schlechtem Wetter Geld zurückzahlen. Andererseits möchte ich mich wegen 400 € auch nicht vor Gericht rechtfertigen wollen. Muss ich meinen Kündigungs - widerspruch begründen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.08.2017 | 11:26

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Sofern Sie den Anspruch nicht anerkennen wollen, können Sie diesen grundsätzlich als unbegründet zurückweisen.

Eine entsprechende Formulierung in Ihrem Antwortschreiben könnte dabei grundsätzlich wie folgt lauten:

"Ihren geltend gemachten Anspruch auf Überweisung einer Überzahlung weisen wir als unbegründet zurück."

Das entsprechende Schreiben sollten Sie nachweislich per Einschreiben mit Rückschein versenden (Rückschein und Kopie Ihres Schreibens aufbewahren).

Dennoch hat die Gegenseite natürlich die Möglichkeit ihr Anliegen weiter zu verfolgen und die Angelegenheit ggf. vor Gericht klären zu lassen.

Bitte beachten Sie, dass eine abschließende Beurteilung hier nur bei genauer Prüfung der gesamten Sachlage und entsprechenden Dokumente möglich ist. Dieser Dienst kann Ihnen hier dementsprechend lediglich eine erste Einschätzung an die Hand geben.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall weitere rechtliche Hilfe brauchen sollten, schreiben Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber auch weiterhin bei Nachfragen zur Verfügung stehen möchte. Meine Kanzlei ist auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.


Mit freundlichen Grüßen

Claas
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 22.08.2017 | 18:48


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