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Reisemangel


| 05.05.2006 15:39 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Im Nov. 2005 haben wir eine 14-tägige Reise nach Tropea/Kalabrien über ***** München, gebucht. Wert 2.500 €.
Die Flugdaten wurden uns mit der Übersendung der Flugkarten vor ca. 3 Wochen wie folgt angegeben:
Abflug FFM Sa. 6.5.06, 23.00 Uhr, Rückflug ***** Sa. 20.5.06, 13.55 Uhr.
Heute um 14 Uhr erhielten wir einen einen Anruf von *****, dass der Rückflug vorverlegt wurde auf Sa. 6.5.06, 4.15 Uhr morgens.
Díese Flugdaten bedeuten für uns, dass nicht nur beim Hinflug sondern auch jetzt beim Rückflug die komplette Nachtruhe entfällt.
Zur Info: Die Flugzeiten betragen ca. 2.15 h, die Transferzeit zwischen Flughafen und Hotel in Kalabrien ca. 1.30 h. Dazwischen liegen wie üblich die Wartezeiten vor Abflug und Gepäckübernahme.
Können wir von der Reise ohne Kostenübernahme zurücktreten oder einen Reisemangel sofort oder nach Rückkehr von der Reise geltend machen? Bitte um sofortige Antwort, weil im Falle von Rücktritt wir heute reagieren müssen.
Vielen Dank

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Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich - die Richtigkeit Ihrer Angaben vorausgesetzt - anhand der von Ihnen gemachten Angaben gerne wie folgt summarisch beantworten möchte:


Eine Kündigung der Reise ist nach § 651e Abs. 1 BGB nur möglich, wenn die Reise infolge eines Mangels der in § 651c BGB bezeichneten Art erheblich beeinträchtigt ist oder wenn dem Reisenden die Reise infolge eines solchen Mangels aus wichtigem, dem Reiseveranstalter erkennbaren Grund nicht zuzumuten ist.

Die Verlegung fester Abflugzeiten wird von einigen Gerichten durchaus als Mangel im Sinne von § 651c BGB angesehen (z.B. AG Düsseldorf, Urteil vom 02.04.2002, Az. 30 C 14061/01, Fundstelle: NJW-RR 2003, 1638), da eine solche Änderung nicht nur in die persönliche Reiseplanung des Reisenden eingreift, sondern ihm im Zweifel (wie in Ihrem Fall) einen Urlaubstag „klaut“, den der Reisende eigentlich mitbezahlt hatte. Ich schließe mich dieser Ansicht an, auch wenn es sicherlich Gerichte gibt, die dies anders sehen dürften (vgl. z.B. AG Stuttgart, Az. 11 C 793/97), wenn insbesondere bei einer längeren Reise die Vorverlegung des Rückflugs nicht erheblich ins Gewicht fällt.

Obwohl ich in Ihrem Fall also einen Mangel im Sinne von § 651c BGB erkennen kann (Ihnen fehlt ja immerhin ein Urlaubstag), so halte ich den Mangel jedoch nicht für eine „erhebliche Beeinträchtigung“ im Sinne von § 651e Abs. 1 BGB oder eine solche „Unzumutbarkeit“, dass Ihnen gleichwohl ein Rücktritt von der Reise zustünde. Ihre Reise ist mit zwei Wochen verhältnismäßig lang, Ihnen wird „nur“ ein halber Tag geklaut. Am Abreisetag hätten Sie ohnehin vormittags keinen Urlaub mehr machen können, weil der ursprüngliche Rückflug um 13:55 Uhr war. Die restlichen zwölf Tage können Sie Ihren Urlaub wie geplant verbringen. Damit ist die Vorverlegung zwar ärgerlich, versaut Ihnen jedoch nicht den ganzen Urlaub.

Soweit ich eine Kündigung für ausgeschlossen halte, steht Ihnen jedoch ein Recht auf Minderung des Reisepreises für den geklauten halben Urlaubstag gemäß § 651d BGB zu. Sie können den Reisepreis daher um den halben Urlaubstag kürzen. Sie sollten dem Reisebüro den Mangel vorsorglich schriftlich anzeigen und dieses auffordern, einen Flug zu den ursprünglich gebuchten Zeiten bereit zu stellen. Damit geben Sie dem Reisebüro die Möglichkeit, dem Mangel abzuhelfen (vgl. § 651d Abs. 2 BGB). Setzen Sie hierfür eine Frist von einer Woche und sehen Sie zu, dass Sie das Schreiben per Einschreiben mit Rückschein versenden. Ihr Hinflug geht zwar bereits morgen, jedoch hätte das Reisebüro nunmehr Zeit, während Ihres Urlaubes einen anderen Rückflug zu buchen. Kommt das Reisebüro diesem Verlangen nicht nach, so müssen Sie binnen eines Monats nach Ihrer Rückkehr den Mangel erneut schriftlich anzeigen (vgl. § 651g Abs. 1 BGB) und verlangen, dass man Ihnen den anteilig geminderten Reisepreis binnen einer angemessenen Frist (ca. zwei Wochen) zurückzahlt.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Sofern Sie eine abschließende Beurteilung Ihres Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem konkret zu erörtern.



Mit freundlichen Grüßen



Jorma Hein
Rechtsanwalt, Mediator

Gisselberger Straße 31
35037 Marburg

Telefon: 06421 - 167131
Fax: 06421 - 167132

hein@haftungsrecht.com
www.haftungsrecht.com
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