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Reiseanbieter lehnt Ersatzpersonen ab

| 19.04.2014 14:03 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


18:57

Zusammenfassung: Ein Reiseveranstalter muss dem Wechsel des Reisenden zustimmen, er darf hierbei lediglich geringe Umbuchungskosten für die Umschreibung der Reisedokumente erheben. Die Fiktion einer Kündigung mit Neubuchung von Reiseleistungen ist nicht gestattet.

Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund einer Fehlbuchung (falsches Datum) beim Reisevermittler ab-in-den-urlaub.de durch den Reiseanbieter XTFI(=FTI Packaging), wollte ich meine Reise abgeben, anstatt diese zu stornieren.

Inhalt: 2 Personen, Pauschalreise, Preis 1024€, Dauer 1Woche, Abflug 6.Juni von Hamburg nach Teneriffa.

Ich beantragte einen Namenschange für mich selbst und meinen Mitreisenden, da ich die Reise an 2 neue, für die Reise geeignete Personen abgeben wollte.

Für beide Ersatzpersonen verlangte man eine Umbuchungsgebühr größer den Stornierungskosten. Mit Hinweis, dass ich eine Kostenaufstellung für den mir gesetzlich zustehenden Namenschange (ungleich Umbuchung) wünsche, bekam ich folgende Mitteilung meines Reisevermittlers ab-in-den-Urlaub:

Zitat:

"soeben hat uns Ihr Reiseveranstalter "XFTI" folgende Mitteilung
übermittelt.:

***

Eine Namensänderung für beide Kunden wurde vom Hotel abgelehnt.
Es ist nur eine Stornierung lt. AGB und Neubuchung möglich.

***

Bei weiteren Fragen können Sie sich gern an uns wenden."

Frage: Ist das zulässig? Könnte ich nicht einfach die Reise stornieren und den gesamten Reisepreis zurückfordern?
Vgl: Amtsgericht Leipzig, Urteil vom 29.11.2006, Az. 109 C 6537/06



Würde mich gern weiterhin anwaltlich vertreten lassen...
19.04.2014 | 14:52

Antwort

von


(37)
Gutenbergplatz 1
65187 Wiesbaden
Tel: 0611-991660
Web: http://reiserechtsexperte.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,
vielen Dank für Ihre Anfrage auf dem Portal 123Recht.net.
Gerne beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes wie folgt:

Jeder Verbraucher, der mit einen Reiseveranstalter einen Vertrag über die Erbringung einer Pauschalreise geschlossen hat, hat das Recht, anstatt seiner Person eine andere geeignete Person in den Vertrag eintreten zu lassen, § 651b BGB.

Der Reiseveranstalter hat kein Widerspruchsrecht, es sei denn der eintretende Reisende wird den besonderen Reiseerfordernissen nicht gerecht oder seiner Teilnahme stehen gesetzliche Vorschriften oder behördliche Anordnungen entgegen. Ich unterstelle, dass letztere Hinderungsgründe nicht bestehen, so dass der Reiseveranstalter der Ersetzung zustimmen muss.

Folge der wirksamen Ersetzung ist, dass sowohl der eintretende Reisende und der ursprüngliche Vertragspartner dem Reiseveranstalter als Gesamtschuldner für den Reisepreis und die durch den Eintritt des Dritten entstehenden Mehrkosten haften.

Dieser Vorschrift ist zu entnehmen, dass ein Reiseveranstalter Mehrkosten gegenüber den Reisenden geltend machen darf. Allerdings ist den Gesetzesmaterialien zu § 651b BGB zu entnehmen, dass es sich bei den Mehrkosten nur um Kosten für eine Umbuchung, das heißt Umschreibung der Reisedokumente handeln kann. Der Gesetzgeber wollte ausdrücklich ausschließen, dass der Reisende, der an der Reise nicht mehr teilnehmen kann, kündigen muss und mit dem eintretenden Reisenden ein weiterer Vertrag geschlossen wird.

Genau diese Situation wird Ihnen aber ganz offensichtlich derzeit vom Reiseveranstalter bzw. seinem Leistungsträger aufgedrängt. Faktisch wird Ihnen das Recht aus § 651b BGB genommen. Das sehe ich als Pflichtverletzung an, die zum Recht auf Kündigung des Reisevertrages führt. Allerdings gibt es zu dieser Thematik noch keine einschlägige Rechtsprechung. Der von Ihnen zitierten Entscheidung des Amtsgerichts Leipzig liegt der Sachverhalt zu Grunde, dass dem Reisenden der Wechsel grundsätzlich nicht gestattet wird. In Ihrem Fall wird der Wechsel gestattet, allerdings gegen Fiktion der Kündigung des Beherbergungsvertrages und der Neubuchung. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass das hier zuständige Amtsgericht München Ihren Forderungen nachkommen würde.

Zu Ihrem weiteren Vorgehen empfehle ich folgendes:

Die Reise soll nach Ihren Angaben erst Anfang Juni beginnen. Momentan liegt der Reiseantritt demzufolge länger als vier Wochen in der Zukunft. Damit kann ein Reiseveranstalter maximal 20 Prozent des Reisepreises als Stornokosten erheben. Dieser Betrag stellt somit Ihr Risiko dar, soweit Sie nun unverzüglich vom Reisevertrag zurücktreten. In einem möglichen Rechtsstreit müsste sodann der Betrag der Stornokosten vom Reiseveranstalter zurückgefordert werden. Ich unterstelle, dass sie lediglich 20 Prozent als Vorauszahlung geleistet haben. Sollte hier eine höhere Vorauszahlung geleistet worden sein, wäre dieses mit den gesetzlichen Vorschriften nicht in Einklang zu bringen. Auch höhere Stornokosten als 20 Prozent des Reisepreises sind mit der gesetzlichen Lage nicht in Einklang zu bringen.

Wenn Sie nun unverzüglich den Reisevertrag kündigen bzw. hiervon zurücktreten, dürfte für Sie nur ein geringes wirtschaftliches Risiko bestehen. Allerdings sollte in dem Schreiben nicht auf das freie Rücktrittsrecht gemäß § 651i BGB abgestellt werden, sondern auf eine Kündigung wegen der Vertragsverletzung. Aus diesem Grunde empfehle ich die anwaltliche Vertretung bei der Durchführung der Kündigung. Gerne bin ich Ihnen behilflich. Wenn Sie meine Homepage besuchen, finden Sie die Möglichkeiten der Kontaktaufnahme.

Mit freundlichen Grüßen

Holger Hopperdietzel
-Rechtsanwalt-
- Experte für Reise- und Luftverkehrsrecht -


Nachfrage vom Fragesteller 21.04.2014 | 13:05

Sehr geehrter Herr Hopperdietzel,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!

Frohe Ostern!

Reisevermittler: ab-in-den-urlaub.de
Reiseveranstalter der Pauschalreise: XFTI

Jeder Kontakt kam bisher durch den Vermittler ab-in-den-Urlaub.de zustande.
Rechtlich liegen jedoch die AGB's des Veranstalters zugrunde.


Frage(Kurzantwort würde mir bereits reichen): Müsste die Kündigung beim Reisevermittler oder -veranstalter eingehen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.04.2014 | 18:57

Sehr geehrter Fragesteller,
die Nachfrage beantworte ich Ihnen gerne.

Sie haben einen (Reise-)Vertrag mit dem Reiseveranstalter unter Vermittlung des Reisebüros (ab in den Urlaub) geschlossen. Nach erfolgter Vermittlung ist ihr Vertragsverhältnis mit dem Vermittler erloschen. Jegliche weitere Korrespondenz ist demzufolge ausschließlich mit dem Reiseveranstalter zu führen. Den Rücktritt vom Vertrag sollten Sie dem Reiseveranstalter entweder per Telefax oder mit Einwurf-Einschreiben zustellen. Einschreiben mit Rückschein ist nicht erforderlich.

Mit freundlichen Grüßen

Holger Hopperdietzel
-Rechtsanwalt-

Bewertung des Fragestellers 21.04.2014 | 13:06

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Vielen Dank!"
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 21.04.2014
5/5,0

Werde die Kanzlei des Anwalts sehr gerne mit meinen Angelegenheiten seines Rechtsgebiets beauftragen.

Vielen Dank!


ANTWORT VON

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