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Reise Türkei 19.07.2020 Rücktritt möglich ?

| 10.06.2020 21:33 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


23:04

Folgendes Problem ,
Reise gebucht Start 19.07.2020 in die Türkei , aktuelle Reisewarnung bis 31.8.2020 nun ausgesprochen ( mögliche Ausnahmen werden geprüft für wann auch immer ) ist es denn dann aktuell nicht möglich von der Reise zurück zu treten?

Bzw die Bereits gezahlte Anzahlung zurück zu bekommen ?

Ob und wann eventuell doch in die Türkei eingereist werden darf ist ja ungewiss.

Abwarten möchten wir auch nicht mehr, denn wenn wir nicht bis 15.06.2020 stornieren , müssten wir bei Rücktritt nicht nur 35 Prozent einbüßen des Reise Preises sondern 65 Prozent.

Zeit zum abwarten haben wir also nicht mehr.

Mit freundlichen Grüßen

Elisa

10.06.2020 | 22:04

Antwort

von


(475)
Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
Web: http://deutschland-schulden.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

da es sich bei der von Ihnen gebuchten Reise offenbar um eine Pauschalreise handelt und diese aufgrund der Einreisesperre wohl nicht durchführbar ist, steht Ihnen eine komplette Rückerstattung des Reisepreises zu.

Dieser Anspruch besteht nach § 651h BGB III auf komplette Rückerstattung des Reisepreises, insbesondere auch auf eine bereits geleistete Anzahlung:

Zitat:

§ 651h BGB - Rücktritt vor Reisebeginn
(1) ....
(2).....
(3) Abweichend von Absatz 1 Satz 3 kann der Reiseveranstalter keine Entschädigung verlangen, wenn am Bestimmungsort oder in dessen unmittelbarer Nähe unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise oder die Beförderung von Personen an den Bestimmungsort erheblich beeinträchtigen. Umstände sind unvermeidbar und außergewöhnlich im Sinne dieses Untertitels, wenn sie nicht der Kontrolle der Partei unterliegen, die sich hierauf beruft, und sich ihre Folgen auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Vorkehrungen getroffen worden wären.


Die Flüge sind bei einer Pauschalreise übrigens auch grundsätzlich Teil der Gesamtleistung, hier trägt der Veranstalter das Risiko. Ein Verweis auf die Eigenverantwortlichkeit der Fluglinien ist nicht vorgesehen, ebensowenig die Geltendmachung irgendwelcher Stornokosten oder sonstigen Phantasiepauschalen. Wenn die Reise storniert wird, müssen auch die Flugkosten entsprechend erstattet werden, leider versuchen einige Anbieter hier noch zu tricksen.

Es kann hier auch nicht geltend gemacht werden, dass Sie die Stornierung bereits zum jetzigen Zeitpunkt erklären, obwohl theoretisch noch eine Aufhebung des Einreiseverbots möglich wäre.
Ansonsten würde die Wirksamkeit von Stornierungen willkürlich davon abhängen, wann von Seiten der jeweiligen Regierungen entschieden wird. Es kommt vielmehr auf die objektive Lage und die Erklärung des Kunden an, beides ist in Ihrem Fall gegeben. Die Lage ist so unsicher, dass Ihnen ein Recht auf Stornierung zusteht, selbst wenn es hier noch eine geringe Wahrscheinlichkeit gibt, dass die Reise stattfinden kann. Das hin und her und weiteres Abwarten ist nicht zumutbar. Für eine erfolgreiche Stornierung reicht es schon aus, dass die Durchführung der Reise erheblich in Gefahr ist.

Nach § 651 V BGB ist nach der Stornierung die Anzahlung innerhalb von 14 Tagen zurückzuerstatten, allerdings wird diese kaum vom Veranstalter eingehalten werden.

Sie sollten den Veranstalter daher dann alle 2 Wochen nochmals mahnen, spätestens nach 2 Mahnungen dann letztmalig eine Frist von 10 Tagen setzen und direkt mit der Beauftragung einen Anwalts drohen, erfolgt keine Zahlung sollten Sie dann einen Rechtsanwalt vor Ort mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragen.

Ich hoffe damit Ihre Fragen zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke




Rückfrage vom Fragesteller 10.06.2020 | 22:31

Vielen Dank für diese ausführliche schnelle Antwort.

Soll ich das schriftlich per Einschreiben / oder Email direkt an den Reiseveranstalter senden ?

Betreff Reiserücktritt aufgrund der derzeitigen Lage mit Forderung auf Rückzahlung des bereits gezahlten Betrages ?

Oder soll es über mein Reisebüro laufen, welches mir im übrigen geraten hat Ich solle noch abwarten und mir steht kein Geld oder Stornierung zu , kostenlos.

Ihnen selbstverständlich auch noch einen schönen Abend und alles gute

Mit freundlichen Grüßen

Elisa

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10.06.2020 | 23:04

Sehr geehrte Fragestellerin,

grundsätzlich ist der Veranstalter der richtige Ansprechpartner, allerdings sollten Sie rein vorsorglich die Stornierung sowohl dem Reisebüro, als auch direkt dem Veranstalter per Einwurfeinschreiben zusenden.

Für die weitere Korrespondenz reichen dann aber emails aus.

Ihnen steht wie gesagt die komplette Erstattung aller bisher geleisteten Zahlung zu. Die Veranstalter und Reisebüros versuchen zwar zu argumentieren, dass die Reise ja vielleicht noch möglich wäre und der Kunde angeblich zu früh stornieren würde, allerdings wird diese Argumentation kaum einem gerichtlichen Verfahren standhalten.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke

Bewertung des Fragestellers 12.06.2020 | 10:28

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