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Reinigung verliert einen Teil der Bettwäsche

| 19.02.2016 11:58 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich habe folgendes Problem: ich habe Bettwäsche in einer Reinigung abgegeben und habe sie unvollständig zurück bekommen.
Es handelte sich um zwei Spannbettlaken, zwei Bettbezüge und acht Kopfkissen, also um zwei zusammengehörige Sets. Ein zusätzlicher Bettbezug war auch dabei.
Bei der Warenannahme habe ich einen Zettel bekommen, auf dem nichts weiteres als eine Nummer vermerkt war. Die Anzahl der Teile war nicht vermerkt.
Man hat mir den Hinweis gegeben, dass Bettwäsche von einer anderen Reinigung gemacht werde, die die Bettwäsche von dieser Reinigung abhole und zurückbringe.
Nach dem Abholen der Bettwäsche habe ich festgestellt, dass vier Kopfkissen fehlten, somit war ein Set unvollständig. Auf dem Paket, in dem sich die Bettwäsche befand, war ein Zettel befestigt, der zwei Spannbettlaken, zwei Bettbezüge und nur vier Kopfkissen auflistete.
Ich habe die fehlenden Kopfkissen bei der Reinigung, in der ich die Wäsche abgegeben hatte, reklamiert. Diese rief bei der anderen Reinigung an um sich danach zu erkundigen.
Die andere Reinigung blieb fest bei der Aussage nur vier Kopfkissen erhalten zu haben. Ich habe die Reinigung, bei der ich die Bettwäsche abgegeben habe, um Schadensersatz gebeten, da ich den Vertrag mit ihnen geschlossen habe und ein Set offensichtlich unvollständig ist. Sie weigern sich allerdings und behaupten, dass sie nur als Vermittler fungiert hätten. Es wäre meine Pflicht gewesen die Teile zu zählen und einen Zettel anzufertigen, den ich der abzugebenden Bettwäsche hinzufügen hätte müssen.

Meine Frage ist nun, welche juristischen Möglichkeiten mir nun bleiben, denn ich habe keinen Abholzettel, auf dem die Anzahl der Teile vermerkt ist, andererseits ist die Reinigung ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachgegangen und hätte bei Annahme die Teile zählen müssen. Außerdem behauptet sie nur der Vermittler zu sein, ich habe aber auch dort bezahlt und nicht mit der anderen Reinigung interagiert.

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Sehr geehrte Ratsuchende,


Sie haben natürlich einen Anspruch auf Schadensersatz für die verlorengegangenen Sachen; insoweit ist Ihnen auch kein Mitverschulden oder sonst eine Verantwortung angelastet werden, insbesondere sind Sie nicht verpflichtet, selbst Zettel anzubringen. Ihnen irgendeine Pflicht aufzuerlegen, ist also nicht richtig.


Aber Sie haben insoweit die volle Beweislast für die Anzahl der Teile, müssen also nachweisen können, dass Sie auch die vier vermissten Bezüge abgegeben haben.

Nach Ihrer bisherigen Sachverhaltsdarstellung ist nicht ersichtlich, wie so ein Beweis geführt werden kann, wenn es keine Zeugen bei der Abgabe gibt, die die Anzahl der Gegenstände im Streitfall bestätigen könnten.


Ist aber so ein Beweis zu führen, muss weiter geprüft werden, wer genau Ihr Vertragspartner geworden ist, da es durchaus möglich sein kann, dass die Annahmestelle nur als Vermittler auftritt (so auch ähnlich bei einem Reisebüro), Sie dann tatsächlich einen vertrag mit der "anderen Reinigung" hätten. Dafür spricht schon Ihre Schilderung, dass es einen Hinweis gegeben habe, "dass Bettwäsche von einer anderen Reinigung gemacht werde, die die Bettwäsche von dieser Reinigung abhole und zurückbringe."

Aber dazu muss man die Vertragsunterlagen einsehen; gibt es die nicht, müssten die Geschäftsbedingungen der Annahmestelle geprüft werden, da ggfs. dort ein Hinweis auf die Vermittlung enthalten ist.


Aber auch das würde dann nichts an der grundsätzlichen Schadensersatzpflicht ändern, wenn Sie die Anzahl der hingegebenen Teile beweisen können.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 19.02.2016 | 13:04

Sehr geehrter Herr Bohle,
Vielen Dank für Ihre Antwort. Mir ist nicht ganz klar, wieso die volle Beweislast bei mir liegt und nicht bei der Reinigung, denn ein Set ist offensichtlich unvollständig.
Desweiteren ist die Reinigung ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachgegangen die Teile zu zählen und mir einen Zettel auszustellen, auf dem die Anzahl derer vermerkt ist.

Mir ist auch nicht klar, wie so ein Beweis durchzuführen wäre, denn es waren nur ich und die Dame der Reinigung bei der Übergabe anwesend.

Mit freundlichen Grüßen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.02.2016 | 13:21

Sehr geehrte Ratsuchende,


da SIE Schadenersatz wollen, müssen SIE den Schaden beweisen und dazu müssen SIE dann die Anzahl der überreichten Teile nachweisen. Das ist ständige Rechtsprechung und auch in jedem Handbuch zur Beweislast nachzulesen. Und diese Rechtsprechung - ob sie einem nun gefällt oder nicht - ist bei der Fallbewertung leider nun einmal zu beachten.

Daher haben Sie die volle Beweislast für die Anzahl der zur Reinigung übergebenen Teile.


Theoretisch könnten Sie die Dame der Reinigung als Zeugin für die Anzahl benennen. Aber ob diese sich tatsächlich an die Anzahl erinnern kann, kann schon fraglich sein. Fraglich könnte auch sein, ob sie dann wahrheitsgemäß aussagt.

Und dieses Risiko der Nichtbeweisbarkeit liegt eben bei dem, der Ersatz will, in Ihrem Fall also allein bei Ihnen.

Gibt es keine weitere Zeugin (z.B. Begleitung Ihrerseits), werden Sie den Anspruch allein wegen der fehlenden Beweisbarbeit kaum durchsetzen können, so dass man Ihnen dann nur dazu raten kann, sich zwar mächtig zu ärgern, aber die Sache nicht weiter kostenauslösend weiterzuverfolgen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

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