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Reihenhaus - Sichtschutz/Zaun errichten

| 10.05.2013 15:52 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


20:14

Zusammenfassung:

Nachbarabstände unterliegen sowohl baurechtlichen Vorschriften und Satzungen, als auch dem länderspezifischen Nachbarrecht.

Wir wohnen in Niedernhall (BW) in einem Reihenhaus.

Wir möchten gerne einen Zaun bzw. einen Sichtschutz errichten, wenigstens als Terassen-Abtrennung um ein wenig die Pivatsphäre zu gewährleisten.

Dieser kann auch gerne ganz auf unseren Grundstück stehen, um noch mehr Streitigkeiten zu verhindern.

Wie hoch und wie lang darf der Zaun bzw. der Sichtschutz sein? Ist es ohne Zustimmung der Nachbarn überhaupt erlaubt?

(Bei Errichtung auf der Grundstücksgrenze soll/muss man ja bekanntlich den Nachbar fragen?)

10.05.2013 | 16:50

Antwort

von


(175)
Bönischplatz 11
01307 Dresden
Tel: 0351 - 479 60 900
Web: http://www.jagenburg.com
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Aufgrund des Sachverhaltes sind folgende Annahmen zu machen.

1. Es handelt sich nicht um ein Außenbereichsgrundstück.
2. Es liegt keine Festsetzung durch einen Bebauungsplan vor.

3. Keine örtlichen Gestaltungssatzungen.

4. Ihr Nachbar und Sie haben keine anderweitigen, früheren Absprachen.

Der bauordnungsrechtliche Teil:

Nach § 50 Abs.1 i.V.m. mit der Anhang Nr. 7 LBO BW sind Einfriedungen verfahrensfreie Vorhaben im Innenbereich und bedürfen keiner Baugenehmigung.

Nach § 6 Abs. 2 Nr. 3 1.HS LBO BW können bauliche Anlagen, die keine Gebäude sind, mit einer Höhe bis zu 2,50m ohne Abstandsfläche zur Nachbarsgrenze errichtet werden. Eine Längenbegrenzung ist für Nr. 3 nicht normiert, könnte also das ganze Grundstück umfassen.

Soweit wird diese Befugnis aber durch das Nachbarrecht eingeschränkt.

Der nachbarrechtliche Teil:

Abschnitt 4 NRG BW enthält die Abstände von Einfriedungen.

Tote Einfriedungen: § 11 Abs. 2 NRG BW 1,50m Höhe ohne Grenzabstand. Alles darüber hinaus muss einen entsprechenden Abstand wahren. Bsp. 2m Höhe sind 0,50m Grenzabstand. Ausnahme Drahtzäune.

Lebende Einfriedungen: §12ff NRG haben eine geringere Grundhöhe bzw. einen höheren Grundgrenzabstand.

Es wäre somit zu prüfen, welche Höhe mit welchem "Material" Sie gern hätten, dann kann damit der Grenzabstand genau bestimmt werden.

Für den toten Sichtschutzzaun ist dies (siehe oben) leicht errechenbar. Denken Sie bitte an die Maximalhöhe von 2,50m.

Einer Zustimmung des Nachbarn bedarf es somit nicht.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Handhabe für Ihr weiteres Vorgehen liefern.

Ich würde mich freuen, soweit Sie dies zum Anlass nehmen, mich bei einem möglicherweise gegebenen Vertretungsbedarf zu beauftragen. Die örtliche Entfernung spielt insofern keine Rolle.

--------------
Sollte sich der Sachverhalt doch etwas anders darstellen, nutzen Sie bitte die Nachfrage.

Sie können mich jederzeit über die Kontaktdaten in meinem Profil erreichen.

Es sei noch der Hinweis erlaubt, dass die rechtliche Einschätzung ausschließlich auf den von Ihnen mitgeteilten Tatsachen beruht und dass durch das Hinzufügen oder Weglassen von weiteren tatsächlichen Angaben die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen kann.


Rechtsanwalt Heiko Tautorus

Rückfrage vom Fragesteller 10.05.2013 | 17:21

Vielen Dank für die Info.

Eine Zusatzfrage hätte ich hier noch.

Unser Grundstück liegt ca. 40cm höher als das Grundstück vom Nachbarn.

Von wechem Grundstück bzw. von welchem Niveau wird die Höhe errechnet?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10.05.2013 | 20:14

Sehr geehrter Fragesteller,

für den Zaun ist dies grundsätzlich egal.

Jedoch gibt es für Erhöhungen und Abgrabungen spezielle Vorschriften. Sie sind auf der sicheren Seite, wenn Ihr Nachbar abgegraben hat. Sollten Sie erhöht haben, müssen Sie vorsorglich die Erhöhung auslassen. Denn dann bilden Erhöhung und Zaun eine bauliche (Gesamt-)Anlage, die in Summe die Einfriedungshöhe oder die genehmigungsfreie Höhe der baulichen (Gesamt-)Anlage (2,50m) nicht überschreiten kann.

Anderenfalls könnte jeder erst erhöhen und dann noch eins wortwörtlich oben drauf setzen.

Mit freundlichen Grüßen

Heiko Tautorus
Rechtsanwalt

service@ra-tautorus.de

Bewertung des Fragestellers 10.05.2013 | 21:30

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