Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Reifenmangel, PKW


22.11.2007 19:49 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Bei einem geschäftlich genutzten Leasingfahrzeug wurden nach einer entsprechenden Laufleistung von 50.000 km bei einem Reifenhändler am 29.11.2006 4 neue Reifen erworben und montiert. Nach einer Laufleistung von nur 20.000 km bzw. ab August 2007 machten die neuen Reifen (Werbeaussage des Herstellers: besonders geräuscharmer Lauf, dank Opti-Noise-Geräuschreduzierung) derartig ungewöhnliche und heftige (unerträgliche) Laufgeräusche, dass sie am 06.09.2007 erstmalig beim Reifenhändler bzw. gleichzeitig beim Hersteller reklamiert wurden. Der Händler stellte fest, dass die Reifen zu "Sägezahnbildung" neigen und man das nur hätte verhindern können, wenn man die Reifen spätestens alle 10.000 km diagonal gewechselt hätte. Pech gehabt! Der Hersteller bietet an, neue Reifen der gleichen Marke zu kaufen, um damit die Möglichkeit zu schaffen, dass die alten Reifen zum Hersteller zur Prüfung eingeschickt werden können. Händler meint, keine Chance auf Reklamation. Nun erscheint es nicht logisch, nochmals die gleichen Reifen zu erwerben, die auf diesem Fahrzeug zu Sägezahnbildung neigen, um dann u.U. nicht nur 4 sondern 6 fehlerhafte Reifen zu haben. Die Erst-Reifen waren problemlos bis zur natürlichen Verschleißgrenze von 50.000 km ohne jegliches diagonales Wechseln und ohne jedes Laufgeräusch zu fahren. Wie reklamieren wir in diesem Fall wirksam, da der Hersteller auf die beiden letzten E-Mail-Reklamationen gar nicht mehr geantwortet hat.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform nur dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Die Leistungen im Rahmen einer persönlichen anwaltlichen Beratung/Vertretung können und sollen an dieser Stelle nicht ersetzt werden.
Auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt beantworten:

Ob Sie Ansprüche gegen den Händler haben oder nicht, hängt davon ab, in welcher Eigenschaft Sie die neuen Reifen bei diesem gekauft haben und weiterhin ein Mangel vorliegt.

Wenn Sie die Reifen als Unternehmer gekauft haben (da Sie schreiben, dass die Reifen für ein geschäftlich genutztes Leasingfahrzeug gekauft wurden), dann gehe ich davon aus, dass die Gewährleistungsrechte vertraglich ausgeschlossen worden sind (was bei Kaufverträgen unter zwei Unternehmern bzw. Händlern gesetzlich möglich ist).

Haben Sie die Reifen als Privatperson gekauft, dann stehen Ihnen die gesetzlichen Gewährleistungsrechte (wie Nachbesserung, Rücktritt, Minderung, Schadensersatz) bei Vorliegen eines Mangels gegenüber dem Händler zu, die auch nicht wirksam ausgeschlossen werden können.

So, wie Sie den Sachverhalt darstellen, hört sich das aber danach an, als hätten Sie den Kaufvertrag in Ihrer Eigenschaft als Unternehmer unter Ausschluss der Gewährleistungsrechte abgeschlossen.
Dann könnten Sie bei Vorliegen eines Mangels keine Ansprüche gegenüber dem Händler geltend machen, also eine Reklamation hätte keine Aussicht auf Erfolg. Es sei denn es würde arglistiges Verschweigen des Mangels vorliegen oder der Händler hätte eine Beschaffenheitsgarantie übernommen. Beweislast dafür tragen Sie.

Ansonsten können Sie sich nur an den Hersteller der Reifen wenden bzw. den Mangel der Reifen gegenüber diesem reklamieren, da Sie in der Regel eine Garantie auf die neuen Reifen haben.
Das heißt, dass innerhalb der Garantiezeit auftretende Mängel dem Hersteller angezeigt werden müssen und diese verpflichtet sind innerhalb dieser Zeit auftretende Mängel zu beheben bzw. bei Nichtbehebung des Mangels mangelfreie Ersatzreifen anzubieten.

Mit anderen Worten, müssten Sie die Reifen als mangelhaft beim Hersteller innerhalb der Garantiezeit reklamieren und diese entweder selber oder über den Händler dort einschicken, damit der Hersteller den Fehler überprüfen und beheben kann.

Sie sind natürlich nicht verpflichtet bei dem Händler neue Reifen, egal welcher Art zu kaufen. Aber der Händler, auch der Hersteller sind beide nicht verpflichtet in der Zeit, wo die Reifen überprüft werden, Ihnen Ersatzreifen zur Verfügung zu stellen.

Ich würde Ihnen daher raten, per Einschreiben Rückschein (zu Beweiszwecken im Streitfall) an den Hersteller eine letzte Frist zur Nachbesserung (Behebung des Mangels) bzw.( bei Unmöglichkeit der Nachbesserung) zur Lieferung neuer, den alten Reifen in der Art entsprechende mangelfreie, Reifen zu setzen. Und dass Sie sich nach Ablauf der Frist gezwungen sehen werden, rechtlich gegen den Hersteller vorzugehen.

Ich hoffe, Ihnen mit der Beantwortung einen ersten Überblick gegeben zu haben und stehe im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion gern für Ergänzungen zur Verfügung. Eine verbindliche Empfehlung darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, ist nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.

Sollten Sie eine Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die Kontaktdaten in meinem Profil. Einstweilen verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Dileyha Altintas
Rechtsanwältin
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER