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Reicht Attest zur Kündigung Fitnessstudio aus?


| 16.10.2007 11:51 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Euler



Guten Tag,
Im März d.J. habe ich mich in ein Fitnessstudio eingeschrieben mit einer Vertragsdauer von 18 Monaten.
Kurz darauf wurde ich krank und habe ein ärztliches Attest vorgelegt am 22.5.07 in dem mein Arzt mir folgendes attestierte:
"Infolge einer chronischen Erkrankung die mit rekurrierenden Beschwerden im Bereich des Bewegungsapparates einhergeht ist ... aus gesundheitlichen Gründen außerstande, regelmäßig das Abonnement im Fitnessstudio wahrzunehmen."
Darauf habe ich fristlos gekündigt. Die Kündigung wurde nicht anerkannt, sondern der Vertrag für 2 Monate stillgelegt. Daraufhin habe ich nochmals gekündigt und auch darauf hingewiesen, dass ein Vertrag über 18 Monate laut Gerichtsurteil nicht zulässig ist. Ich bekam ein Schreiben in dem nur darauf hingewiesen wurde, dass meine Kündigung zum 30.11.2008 angenommen wird und da meine Krankheit chronisch sei schon bei Vertragsabschluss bestanden haben müsse.
Meine Fragen:
Reicht das Attest aus?
Habe ich Aussichten auf Erfolg falls es zu einer Gerichtsverhandlung käme.
Soll ich auf Vertragsende nach 12 Monaten bestehen?
ann ich die Einzugsermächtigung stornieren?
Vielen Dank und freundliche Grüße

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Sehr geehrter Fragesteller,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Aufgrund Ihrer Angaben beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Ein auf 18 Monate geschlossener Fitnessvertrag begegnet zunächst hinsichtlich der Vertragsdauer keinerlei Bedenken. Leider haben Sie nicht erwähnt, welches Gericht in diesen Fällen anders entschieden haben soll.
In den vielen Entscheidungen zur Zulässigkeit von Fitnessverträgen mit über einem Jahr Laufzeit, beziehen sich die Entscheidungen in der Regel aber nur auf die Zulässigkeit von Vertragsklauseln, die eine „Verlängerung des Vertrages“ um mehr als 12 Monate vorsehen. Die Entscheidungen sind daher mit Ihrem Fall nicht vergleichbar.

Um den mit Ihnen geschlossenen Fitnessvertrag außerordentlich kündigen zu können, muss ein wichtiger Kündigungsgrund vorliegen.
Das Amtsgericht Frankfurt (AZ: 32 C 3558/96-19) hat entschieden, dass Mitglieder eines Sportstudios, die auf ärztlichen Rat nicht weiter trainieren sollen, fristlos kündigen dürfen und keine weiteren Beiträge mehr zu zahlen brauchen. Das Gericht hatte dabei im Fall einer Kundin entschieden, die nach zwei Jahren im Fitnessstudio Gesundheitsprobleme bekommen und den Vertrag gekündigt hatte.

Sofern Ihnen aufgrund chronischer Beschwerden durch einen Arzt bestätigt wird, dass eine Vertragsfortführung negative Auswirkungen auf Ihre Gesundheit hat, so stellt dies einen außerordentlichen Kündigungsgrund dar.

Für das Vorliegen eines wichtigen Grundes, der zur Vertragsaufhebung führt, sind Sie beweisbelastet.

Ein Beweis sollte aber grundsätzlich durch Vorlage des von Ihnen zitierten Attestes geführt werden können.

Sofern die Krankheit schon vor Vertragsschluss bestanden hat, rechtfertigt dies eine außerordentliche Kündigung aber nur, wenn eine Verschlechterung der Krankheit aufgetreten ist, die Ihnen ein Training nur noch unter Schmerzen oder gar nicht mehr ermöglicht.

Meines Erachtens ist aber für den Einwand, dass die für den Kündigungsgrund vorgebrachten Gründe bereits vor Abschluss des Vertrages bestanden, das Fitnessstudio beweisbelastet.

Das Fitnessstudio darf den Kunden bei Krankheit auch nicht an einen speziellen Amtsarzt verweisen um den Nachweis einer Erkrankung zu führen.
Ein fachärztliches Attest dagegen könnte meines Erachtens aber gerade noch so durch Allgemeine Geschäftsbedingungen vereinbart werden.

Ansonsten würde ich Ihr zitiertes Attest als ausreichend ansehen, zumal es sich konkret auf das Fitnessabonnement bezieht und somit ein weiteres Trainieren nach Ablauf der 2 vom Fitnessstudio ausgesetzten Monate bereits ausschließt.
Zur Rechtssicherheit sollten Sie sich aber vielleicht nochmals bei Ihrem Arzt darum bemühen, dass er Ihnen explizit für die restliche Dauer des Fitnessvertrages eine Sportunfähigkeit bescheinigt.

Ergänzend teile ich Ihnen mit, dass es vom Fitnessstudio auch unzulässig wäre, Sie wegen der Erkrankung zum Besuch der Sauna oder anderen, von Ihnen nicht gewünschten Kursen zu zwingen, um den Vertrag aufrecht zu erhalten.

Sollte das Sportstudio auf der Durchsetzung seiner Forderung beharren, wird letztendlich ein Gericht über die Frage der Kündigung entscheiden müssen. Bei Vorlage des von Ihnen erwähnten Attestes in diesem Verfahren ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit aber davon auszugehen, dass Ihre außerordentliche Kündigung gerichtlich bestätigt und die Klage des Sportstudios abgewiesen würde. In diesem Fall müsste die Gegenseite auch die Kosten für Ihren Rechtsanwalt übernehmen.

Sie können im Fall einer Kündigung selbstverständlich auch die Einzugsermächtigung widerrufen.

Ich bitte zu beachten, dass die Beantwortung Ihrer Frage lediglich aufgrund der von Ihnen gegebenen Informationen beantwortet wurde und mir der Fitnessvertrag nicht zur Einsicht vorgelegen hat. Es können deshalb neben Ihren Informationen auch Gründe vorliegen, die eine Kündigung aus wichtigem Grund in vorliegendem Fall nicht rechtfertigen würden. Ersichtlich sind mir jedoch aufgrund Ihrer Schilderungen keine.


Für Rückfragen oder weiterer Interessenvertretung stehe ich gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Michael Euler
Rechtsanwalt
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