Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Rehaantrag zurückziehen? Klage EM-Rente läuft jedoch noch!

| 03.09.2014 20:46 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Raphael Fork


Sehr geehrte Damen und Herren.

Ich habe eine Frage zur Rücknahme eines Rehaantrages.

Hintergrund:
Vor drei Jahren habe ich Erwerbsminderungsrente beantragt. Ich befinde mich jetzt noch im Klageverfahren.

Da mein Arzt meinte, ich soll doch mal eine Reha beantragen, habe ich dies getan. Seiner Meinung nach liegen soviel Beeinträchtigungen vor, dass ich nur erwerbsunfähig entlassen werden kann. Also habe ich den Antrag gestellt.

Der Bescheid liegt jetzt vor. 5 Wochen psychosomatische Reha!

Aufgrund meiner "neurologischen" Probleme hatte ich etwas anderes beantragt. Ferner wollte ich "wohnortnah" sein, da ich meinen Partner und vor allem meinen 3-jährigen Sohn um mich haben möchte/muss. Zu meinem Kind bestanden schon immer Bindungsschwierigkeiten, sodass ich nicht zu weit weg sein kann. Es wird gerade erst besser mit uns, da möchte ich nicht alles kaputt machen.

Nach meinem Widerspruch kam ein Schreiben der DRV, dass es bei deren Entscheidung bleibt.

Fragen:
- Was kann ich am geschicktesten tun, um den lfd. Antrag auf Erwerbsminderungsrente nicht zu gefährden?
- Kann ich den Reha Antrag zurückziehen (ich habe ihn ja auch freiwillig gestellt)?
- Oder wie kann ich die RV dazu kriegen bzw. argumentieren, um doch wohnortnah und neurologisch rehabilitiert zu werden?

Unterstützung:
- Ich denke, mein Hausarzt kann entsprechend attestieren, das ich die Nähe zu Kind und Partner brauche.
- Anhand meiner umfangreichen Krankenakte und den letzten Aussagen/Befunden eines Neurologen, habe ich neurologisch- und/oder endokrinologische Beschwerden.
- Psychosomatik ist Unsinn - zumal ich bereits 2 multimodale Schmerztherapien inkl psychologischer Betrachtung besucht habe. Unauffällig. Ich war stets gesund, glücklich, stand mitten im Leben, von Beruf Krankenschwester und ein Arbeitstier - aber plötzlich gingen die Beschwerden los. Jetzt bin ich 30 J. und junge Mutter. Ich habe mir die Rente nie gewünscht und die Beschwerden sicher nicht eingebildet.
- Ferner kann das lokale Jugendamt die Bindungsschwierigkeiten und entsprechende Probleme einer möglichen Trennung bezeugen (ich erhalte von denen seit drei Jahren Unterstützung in Form einer Betreuungs- und Haushaltshilfe).
- Ich habe schon mal (vor dem Rentenantrag und während langer Krankheit) eine Reha besucht. Dort wurde ich AU entlassen. Ähnliches sagen auch eingeholte MdK Gutachten.

Hinweis:
Ich habe viele Symptome wie Ganzkörper-Schmerzen, Schwäche sowie Müdigkeit. Leider gibt es noch keine klaren Diagnosen - lediglich sehr viele "neurologische" Verdachtsdiagnosen.

Was sollte ich tun? Wie kann ich argumentieren (Normen, Urteile)? Antrag zurückziehen oder versuchen die richtige Reha zu bekommen?

Hinweis:
Auf meinen Widerspruch (zum Reha Bewilligungsbescheid) habe ich keinen Ablehnungsbescheid erhalten. Nur ein Schreiben mit dem Hinweis, dass deren Entscheidung bleibt. Ist das so korrekt?

Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt beantworte:




Frage 1:
"Was kann ich am geschicktesten tun, um den lfd. Antrag auf Erwerbsminderungsrente nicht zu gefährden?"


Vom Rentenversicherungsträger wird bei Anträgen auf Erwerbsminderungsrente zunächst geprüft, ob Rehabilitationsleistungen erfolgreich sein könnten (Stichwort "Rehabilitation geht vor Rente").

Hält der Rentenversicherungsträger eine solche Maßnahme für erfolgsversprechend, bietet er sie der versicherten Person an.

Stimmt der Rentenantragsteller dann dem Angebot nicht zu, kann die beantragte Rente wegen fehlender Mitwirkung versagt werden.


Daher sollte der bewilligte Antrag nun nicht einfach zurückgezogen werden, zumal auch der Ausgang der Reha auch noch positiv auf Ihr EM-Verfahren wirken kann.

Denn wenn die Einschätzung Ihres Arztes stimmt, kommt man um eine EM-Rente ja noch nicht einmal mit viel Phantasie herum.

Auf der anderen Seite bleibt mir der Sinn des erneuten Rehaantrags verborgen, denn wenn Ihre AU bereits per Gutachten festgestellt worden ist.

Insgesamt wird man damit nur nach Prüfung des konkreten Verfahrenstandes beurteilen können, welche Handlungsweise nun genau sinnvoll ist.

Idealerweise sollte dies der Kollege beurteilen, der das EM-Verfahren für Sie führt, denn sehr wahrscheinlich galt ja schon der erste Rehaantrag nach § 116 II SGB VI.

Nach Ihrer Schilderung dürfte aber -vorbehaltlich einer Prüfung der Gesamtunterlagen - eine Rücknahme des bewilligten Antrags nicht zu empfehlen sein.




Frage 2:
"Kann ich den Reha Antrag zurückziehen (ich habe ihn ja auch freiwillig gestellt)?"


Die Rücknahme eines bewilligten Rehaantrags liegt grundsätzlich in Ihrem Ermessen, wenn dieser allein aufgrund Ihres Entschlusses gestellt wurde.

Allerdings kann dies je nach konkreter Verfahrenssituation Nachteile mit sich bringen wie unter Frage 1 beschrieben.




Frage 3:
"Oder wie kann ich die RV dazu kriegen bzw. argumentieren, um doch wohnortnah und neurologisch rehabilitiert zu werden?"


Lassen Sie sich von Ihrem Arzt attestieren, dass einzig und allein eine wohnortnahe Reha aufgrund der Begleitumstände in Betracht kommt.




Frage 4:
"Auf meinen Widerspruch (zum Reha Bewilligungsbescheid) habe ich keinen Ablehnungsbescheid erhalten. Nur ein Schreiben mit dem Hinweis, dass deren Entscheidung bleibt. Ist das so korrekt?"



Fordern Sie unter Beifügung des ärztlichen Attests einen rechtmittelfähigen Bescheid über die Ablehnung einer wohnortnahen Rehamaßnahme an.




Bedenken Sie bitte, dass jede Ergänzung des Sachverhalts zu einer veränderten rechtlichen Beurteilung führen kann.

Ich stehe Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie gerne auch für eine weitere Interessenwahrnehmung jederzeit zur Verfügung. Klicken Sie dazu auf mein Profilbild, um meine Kontaktdaten einsehen zu können.




Mit freundlichen Grüßen


Raphael Fork
-Rechtsanwalt-

Bewertung des Fragestellers 04.09.2014 | 15:37

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr schnell geantwortet. Vielen Dank."