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Regenwasserschaden


11.05.2007 21:13 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht



Regenwasserschaden

In meiner ETW ist im letzten Herbst bei Extremregen ein Regenwasserschaden aufgetreten. Regenwasser staute sich im Tiefgeschoss zunächst vor dem Fenster, weil der unmittelbar vor dem Fenster liegende Gully bzw. das Abflussrohr (gehört zum Grundstück) nicht alles aufnehmen konnte, und drang dann durch das geschlossene Fenster in meinen Hobbyraum ein. (Möglicherweise war auch ein Rückstau/Rückfluss aus dem Abflussrohr die Ursache.) In meinem Hobbyraum wurde das Mobiliar, der Teppichboden, der Estrich sowie nichttragende Wände geschädigt. Die reinen Trocknungskosten (Abpumpen durch Feuerwehr, Trocknung mit Heißluftkompressor) schätze ich auf etwa 1.500 Euro, die Sanierungskosten (neuer Teppichboden, Tapeten, usw.) auf noch einmal soviel. Ich habe der Gemeinschaft vorgeschlagen, die Kosten zu teilen, d.h. die Trocknungskosten sollen zu Lasten der Gemeinschaft und die Sanierungskosten zu meinen Lasten gehen.
Die Verwaltung hatte zunächst die Auffassung vertreten, dass der Schaden durch höhere Gewalt entstanden sei und damit in voller Höhe von mir getragen werden müsse. Eine Versicherung gegen solche Schäden wurde nicht abgeschlossen, ich habe dem seinerzeit leider zugestimmt. Auch ein Baumangel ist zunächst nicht ersichtlich. Der Regenabfluss hat 8 Jahre gut funktioniert. Ob die derzeit am Haus ausgeführten Arbeiten am Drainage-System eine Auswirkung hatten, ist nicht erkennbar.

1. Frage: Ist die von mir vorgeschlagene Kostenteilung angemessen? Oder hätte ich weitergehende Ansprüche, da die Gemeinschaft für das ordnungsgemäße Funktionieren der Regenabflussrohre einstehen muss?

2. Frage: Habe ich Anspruch auf Abwehr künftiger Gefahren, also weiterer Regenwasserschäden, soweit das zu angemessenen Kosten möglich ist? Der Einbau eines wasserdichten Fensters z.B. oder einer 50 cm hohen Glasplatte vor dem Fenster könnte mich ggf. wie ein Damm vor weiteren Wasserschäden schützen. Die Kosten hielten sich in Grenzen; ich wäre auch bereit, einen größeren Teil der Kosten zu übernehmen, als ich entsprechend meinem Miteigentumsanteil tragen müsste, nur um die Sache zum Abschluss zu bringen.

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich an Hand Ihrer Angaben hier zusammenfassend im Rahmen einer Erstberatung unter Beachtung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten :

Ich gehe davon aus, daß Ihr Fall eine Wohnungseigentümergemeinschaft nach WEG betrifft.

Ihnen ist an Ihrem Sondereigentum (was zu prüfen wäre - der Estrich und die nichttragenden Wände könnten nach dem WEG-Vertrag auch im Gemeinschaftseigentum stehen) durch das eindringende Regenwasser ein Schaden entstanden.

Zunächst haben Sie gegenüber der Hausverwaltung/Wohnungseigentümergemeinschaft erklärt den Schaden voll zu übernehmen. Nunmehr stellen Sie die Frage, ob die Wohnungseigentümergemeinschaft für das funktionieren der Regenabflussrohre verantwortlich ist, und ob hierraus ein Anspruch Ihrerseits gegen die Wohnungseigentümergemeinschaft abgeleitet werden könnte.

Grundsätzlich ist die Wohnungseigentümergemeinschaft verpflichtet die Entwässerungsanlagen des Grundstücks ordnungsgemäß (entsprechend der Bauvorschriften) zu Erstellen und Instandzuhalten. Da ein Schaden erstmals nach 8 Jahren bei Extremregen aufgetreten ist und auch von Ihnen sonst keine Baumängel erkennbar sind muss wohl davon ausgegengen werden, das hieraus kein Anspruch von Ihnen durchzusetzen wäre. Voraussichtlich war auch das öffentliche Abwassersystem schlicht überlastet und führte im Grunstücksbereich zum Rückstau. Nachträglich kann vermutlich ein entsprechender Beweis nicht, oder nur unter enormen Kosten gelingen.

Bezüglich künftig drohender Gefahren könnten Sie durchaus treffend argumentieren, daß auch das Gemeinschaftseigentum (tragende Wände, Fundament etc.) durch zukünftige Wasserschäden betroffen ist.

Im Falle eines unmittelbar drohendem Schaden können Sie nach § 21 Abs. 2 WEG Maßnahmen zur Abwehr treffen. Weitere Ansprüche Ihrerseits könnten sich dann aus § 1004 BGB ergeben.

Auch nach § 21 WEG Abs.4 sollten Sie eine ordnungsgemäße Instandhaltung verlangen können.

Immerhin könnten Sie verlangen, daß die Wohnungseigentümergemeinschaft die Abwasserrohre regelmäßig durch eine Fachfirma warten lässt, und daß entsprechende Nachweise vorgelegt werden, und argumentieren, daß dies letztlich viel teurer wäre, als einen erneuten Wasserschaden für Sie und die Gemeinschaft durch eine bauliche Maßnahme zu beseitigen.

Ich bedaure Ihnen keine positivere Auskunft geben zu können, und bieten Ihnen an für den Fall, daß sich die Wohnungseigentümergemeinschaft gegen Schutzmaßnahmen querstellt mich der Sache anzunehmen.

Ich hoffe, Ihren einen hilfreichen ersten Überblick verschafft zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Bitte beachten Sie, dass diese Beratung nicht eine umfassende Prüfung an Hand aller Unterlagen und gegebenfalls weiter Ermittlungen zum Sachverhalt ersetzen kann.

Gerne weise ich darauf hin, dass Sie im die Möglichkeit haben eine kostenlose Nachfrage zu stellen.


Mit freundlichen Grüßen


Peter Lautenschläger
Rechtsanwalt
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