Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Regelung Stundenanzahl im Arbeitsvertrag

| 02.08.2019 15:52 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

es geht um die vereinbarte / zu leistende Stundenzahl in meinem Arbeitsvertrag:

Ich arbeite grundsätzlich 20 Std. die Woche an 4 Tagen (Mo – Do) und vertrete meine Teamleiterin in ihrem Urlaub Vollzeit.

Es gibt bei uns 30 Tage Urlaub und die Wochenarbeitszeit beträgt 40 Std.

D.h. ich arbeite 6 Wochen jeweils 40 Std. die Woche ( statt 20 Std. pro Woche) und somit insgesamt 120 Std. mehr in den 6 Wochen.

Die Formulierung im Arbeitsvertrag lautet:
————————————————
"Arbeitszeit
(1) Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt 20 Stunden ausschließlich der Pausen, zzgl. 120 Stunden für 6 Wochen Urlaubsvertretung der „Leiterin Finanzen und Administration" in Vollzeit.

(2) Die Verteilung der Arbeitszeit erfolgt auf die Werktage Montag bis Donnerstag. Während der Vollzeitvertretung gemäß Absatz (1) erfolgt die Verteilung der Arbeitszeit auf die Werktage Montag bis Freitag. Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit und der Pausen richten sich nach den betrieblichen Erfordernissen und jeweiligen Regelungen."
————————————————
Meine erste Teamleiterin in diesem Jahr ist am 30.04. ausgeschieden und hat 8 Tage Urlaub genommen.

Meine aktuelle Teamleiterin hat am 01.07. begonnen und somit für dieses Jahr einen Anspruch auf 15 Tage, insgesamt gibt es also 23 Tage Urlaub, die ich vertreten muss.

Meine Frage ist, ob sich die Vollzeitregelung tatsächlich nur auf die Urlaubsvertretung und damit für dieses Jahr auf die 23 Tage bezieht? Oder muss ich die Stunden für die „fehlenden" Urlaubstage (8 x 4 Std. = 32 Std.) trotzdem arbeiten?

Ich vermute letzteres, da ich ja auch mein Gehalt für die Zeit der Urlaubsvertretung bekomme.

Vielen Dank vorab und freundliche Grüße

02.08.2019 | 17:14

Antwort

von


(712)
Tessiner Str. 63
18055 Rostock
Tel: 0162-1353761
Tel: 0381-2024687
Web: http://doreen-prochnow.de
E-Mail:
Diese Anwältin zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich sind Sie 20 Stunden, die Woche angestellt. Die Vollzeitregelung bezieht sich dem klaren Wortlaut ihres Arbeitsvertrages ( "zzgl. 120 Stunden für 6 Wochen Urlaubsvertretung der „Leiterin Finanzen und Administration" in Vollzeit";" Während der Vollzeitvertretung gemäß Absatz (1) erfolgt die Verteilung der Arbeitszeit entsprechend.....") eindeutig auf die Urlaubsvertretung Ihrer Teamleiterin. Auch nur diese Stelle haben Sie zu vertreten. Es ist also keineswegs Ihr Verschulden, wenn der Arbeitgeber hier nur 23 Urlaubstage bewilligt ( egal wie hoch der Anspruch ist) sondern es ist dessen betriebsbedingtes Risiko, dass er auch selbst zu tragen hat. In diesem Fall müssen sie auch nur 23 Tage vertreten.

Dass die Urlaubsvertretung hier keine 30 Tage sondern 23 Tage beträgt haben nämlich nicht sie verschuldet, sondern im weitestens Sinne der Arbeitgeber. Es liegt in seiner Risikosphäre. Es ist seine Aufgabe ihnen Arbeit zuzuteilen, die im vertraglichen Rahmen liegt. Hat er hiervon nicht ausreichend, so können Sie sich auf § 615 BGB berufen.

§ 615 lautet:
§ 615 Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko
Kommt der Dienstberechtigte mit der Annahme der Dienste in Verzug, so kann der Verpflichtete für die infolge des Verzugs nicht geleisteten Dienste die vereinbarte Vergütung verlangen, ohne zur Nachleistung verpflichtet zu sein. Er muss sich jedoch den Wert desjenigen anrechnen lassen, was er infolge des Unterbleibens der Dienstleistung erspart oder durch anderweitige Verwendung seiner Dienste erwirbt oder zu erwerben böswillig unterlässt. Die Sätze 1 und 2 gelten entsprechend in den Fällen, in denen der Arbeitgeber das Risiko des Arbeitsausfalls trägt.

Der Dienstberechtigte ist der Arbeitgeber. Bieten Sie ihre Dienste an, so gerät er in Verzug, wenn er sie nicht annimmt bzw. nicht annehmen kann, weil z.B. die Damen, die Sie 30 Tage vertreten möchten, nur 23 Tage Urlaub haben. Wichtig ist jedoch, dass Sie wissen, dass Sie bei eventuell doch eintretendem Urlaub ( es gibt ja auch die Möglichkeiten des Sonderurlaubs) arbeiten müssen.
Arbeiten Sie jedoch die gesamte anstehende Urlaubsvertretung ab, auch wenn diese nur 23 Tage beträgt, so behalten Sie ihren vollen Lohnanspruch. Der Arbeitnehmer soll nicht damit belastet werden, wenn ein Arbeitspensum betriebsbedingt nicht abgefordert werden kann.

Fazit: Sie müssten bei eventuell anderweitigem Urlaub der Dame ( z.B. Sonderurlaub wegen Umzug oder Hochzeit) bis zum Höchstmaß von 30 Tagen zur Verfügung stehen. Ein Anspruch, Sie außerhalb der Urlaubsvertretung auf andere Posten oder in Vertretung anderer Mitarbeiter einzusetzen, um die Stunden auszugleichen, besteht seitens des Arbeitgebers jedoch nicht. Dennoch steht Ihnen Ihr voller Lohn zu.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Doreen Prochnow

Bewertung des Fragestellers 02.08.2019 | 17:51

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Die Antwort kam sehr schnell und war ausführlich und für mich gut verständlich. Vielen Dank!

"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwältin Doreen Prochnow »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 02.08.2019
4,8/5,0

Die Antwort kam sehr schnell und war ausführlich und für mich gut verständlich. Vielen Dank!


ANTWORT VON

(712)

Tessiner Str. 63
18055 Rostock
Tel: 0162-1353761
Tel: 0381-2024687
Web: http://doreen-prochnow.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Zivilrecht, Strafrecht, Miet und Pachtrecht, Vertragsrecht