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Regelmäßige Arbeitsstätte


| 26.12.2007 17:12 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Sehr geehrte(r)RechtsanwälteInnen,

gemäß Arbeitsvertrag habe ich einen Einsatzort in Essen. Der Firmenwagen wird nach der 1%-Regelung versteuert, für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte wird demzufolge die Entfernung meines Wohnortes zur Arbeitsstätte zu Grunde gelegt.

Mehrfach im Jahr (aber nicht an feste Termine gebunden) bin ich in unserem Mutterhaus in Frankreich. Hat dies zur Folge, dass diese Besprechungstermine (zwischen 30 und 50 Mal im Jahr) nicht mehr unter Diestreisen fällt sondern der Mutterkonzern zur weiteren Arbeitsstätte wird? Was hätte das für Auswirkungen auf den PKW?

Dank für Ihre Anwort!


Sehr geehrte Fragestellerin,

eine Dienstreise liegt dann vor, wenn ein Mitarbeiter zur Erledigung von Dienstgeschäften an einen Ort außerhalb des Dienstortes reist.

Da der Dienst- bzw. Arbeitsort vertraglich festgelegt ist, handelt es sich um eine Dienstreise.

Nach § 8 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG ist für die private Nutzung eines betrieblichen Kraftfahrzeuges für jeden Kalendermonat 1 % des inländischen Listenpreises als Entnahme anzusetzen. Kann das Kraftfahrzeug auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte genutzt werden, erhöht sich der Wert für jeden Kalendermonat um 0,03 % des Listenpreises für jeden Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (§ 8 Abs. 2 Satz 3 EStG). Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist die in einer privaten Nutzung betrieblicher Fahrzeuge liegende Bereicherung eines Arbeitnehmers für alle Arbeitnehmer und damit auch für einen Gesellschafter/Geschäftsführer als steuerpflichtiger Arbeitslohn (§ 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG) zu behandeln.

In Ihrem Fall ist von einer Dienstreise auszugehen. Es bleibt also bei der bisherigen Wegstrecke zwischen Wohn- und Dienstort.

Folglich würde sich in Ihrem Fall nichts ändern, da bereits die 1%-Regelung angewandt wird.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche Antwort gegeben zu haben und stehe Ihnen gerne weiter zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

Nachfrage vom Fragesteller 26.12.2007 | 19:30

Sehr geehrter Herr Joachim,

vielen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Frage. Kann ich davon ausgehen, dass ich bei dem Besuch einer unserer Betriebsstätten, die ich unter Umständen auch öfter im Jahr aufsuche, eine weitere Arbeitsstätte begründe? Demnach müsste ich doch noch 0,02% als gelwerten Vorteil berücksichtigen??

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.01.2008 | 17:20

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Als *regelmäßige Arbeitsstätte* versteht das Finanzamt den Mittelpunkt Ihrer auf Dauer abgestellten beruflichen Tätigkeit. Fahren Sie an verschiedenen Tagen abwechselnd zu verschiedenen Arbeitsstätten, ist jede Fahrt einzeln zu betrachten. Fahren Sie dagegen an demselben Tag nacheinander zu verschiedenen Arbeitsstätten und von der letzten Arbeitsstätte nach Hause, wird die Hinfahrt zur 1. Arbeitsstätte und die Rückfahrt von der letzten Arbeitsstätte berücksichtigt.

Für die Definition der Arbeitsstätte in Ihrem Fall, kommt es somit darauf an, ob auch die weiteren Arbeitsstätten einen Mittelpunkt ihrer auf Dauer abgestellten beruflichen Tätigkeit darstellen.

Stehen die verschiedenen Einsatzstellen im vornherein fest, handelt es sich nicht um wechselnde Einsatzstellen bzgl. einer Dienstreise, sondern um mehrere regelmäßige Arbeitsstätten. Sind Sie jedoch noch zum überwiegenden Teil an der vertraglich fixierten Arbeitsstätte, so sind die Fahrten als Dienstfahrten zu betrachten. Es ist also vorliegend eine Auslegungssache.

Das Finanzamt kann auch Ihren eigentlichen Betrieb zur regelmäßigen Arbeitsstätte erklären, wenn Sie dort durchschnittlich im Jahr an einem Arbeitstag je Arbeitswoche oder regelmäßig in der Woche mindestens 20 % Ihrer vertraglichen Arbeitszeit tätig sind. Dafür würde auch die Festelegung in Ihrem Arbeitsvertrag bzgl. einer Arbeitsstätte sprechen. Wenn Sie so argumentieren, handelt es sich um Dienstreisen, die nicht unter die Privatnutzung fallen.

Ich hoffe, auch Ihre Nachfrage hilfreich beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

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