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Regelinsolvenzverfahren abbrechen und das dieses Jahr noch!

25.04.2010 01:46 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Hallo.

Ich habe leider, etwas voreilig das Regelinsolvenzverfahren vor etwa 10 Monaten angemeldet. Nach und nach, stellte sich heraus das der größte Teil der Forderungen gegen mich unberechtigt gestellt wurden, bzw. einige zogen auch ihre Forderungen zurück, nachdem ich die Kriminalpolizei eingeschaltet habe.

Es sind Gesamtschulden von etwa 4500-4800 Euro vorhanden.

Ich könnte bis Mitte August etwa 2000 Euro zusammenkratzen, würde dann den Gläubigern einen Vergleich anbieten. Ich gehe davon aus, das die Gläubiger dem Vergleich zustimmen. Ich besuche ab September die Realschule und anschließend werde
ich eine Ausbildung nachholen.

Es ist ratsam, das Insolvenzverfahren abzubrechen, da ich eh meine Restschuldbefreiung wegen des Besuches einer Realschule aufs Spiel setzen werde. Mir ist eine Ausbildung wichtiger.

Meine Fragen an Sie:

1.) Was passiert wenn ich die Gläubiger während dem Insolvenzverfahren oder während der Wohlverhaltensphase
einfach durch einen Vergleich bezahle? Ich würde ja dann
praktisch die Versagung der Restschuldbefreiung bekommen
und wäre somit aus dem Insolvenzverfahren draußen.

2.) Was passiert mit den Verfahrens/Insolvenzverwalterkosten bei Versagung der Restschuldbefreiung? Ich gehe davon aus, das ich während den 4 Jahren danach, ein Einkommen zwischen 500 und 700 Netto habe. Jenachdem. 400€ Job plus Kindergeld 2 Jahre lang oder eben die Ausbildungsvergütung. Muss ich noch etwas bezahlen, sprich, werden sie mir nach den 4 Jahren erlassen?

3.) Bekommen die Gläubiger die ihre Forderung NICHT zur Insolvenztabelle angemeldet haben vom Insolvenzverwalter
oder vom Insolvenzgericht Bescheid oder bekommen die
nichtsmehr mit?

4.) Ist ein Vergleich mit den Gläubigern bombenfest trotz das ich die Restschuldbefreiung versagt bekomme? = Wenn die sich auf einen Vergleich einlassen, hab ich die dann wirklich vom Hals?

War ein großer Fehler das Insolvenzverfahren zu beantragen.
Bin 10 Monate im Regelinsolvenzverfahren. Befinde mich noch
im "eigentlichen" Verfahren. Bin 19 Jahre jung, werde im Sommer
20. Möchte das Verfahren abbrechen, auch mit Verletzung der Obliegenheiten, hauptsache da raus und das zackig.

Ich hoffe, das meine Fragen zufriedenstellend beantwortet werden.

MfG

Eingrenzung vom Fragesteller
25.04.2010 | 02:09

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Eine Ausbildung während der Wohlverhaltensperiode muss nicht zwangsläufig zu einer Versagung der Restschuldbefreiung führen.

Die Ausbildung muss hier so gewählt werden, dass sich die Berufsausichten verbessern. Eine Rücknahme des Insolvenzantrages im eröffneten Verfahren ist nicht mehr möglich.

Das Insolvenzverfahren oder die Wohlverhaltensperiode kann nur verkürzt (bzw. vorzeitig beendet) bzw. die Restschuldbefreiung vorzeitig erteilt werden, wenn die Verfahrenskosten beglichen und sämtliche Gläubiger (auch durch Vergleich) befriedigt sind. BGH, Beschluß vom 17. März 2005 - IX ZB 214/04. Die Stundung der Verfahrenskosten würden hier entfallen. Hier sollten Sie im Vorfeld sich die Höhe der bisherigen Verfahrenskosten ermitteln lassen.

Insoweit bleibt Ihnen nur die Möglichkeit alle Gläubiger zu einem entsprechenden Vergleich zu bewegen. Insoweit kann Ihnen dann vorzeitig die Restschuldbefreiung erteilt werden. Ein Abbruch des Verfahrens kann so vermieden werden. Von der Restschuldbefreiung wären auch die Gläubiger erfasst, die keine Forderung zur Insolvenztabelle angemeldet haben.

Bei einem Abbruch des Verfahrens oder Verletzung der Obliegenheiten, die während der Wohlverhaltensperiode zum Tragen kommen, besteht das Risiko, dass die Forderung der Gläubiger, die nicht zur Insolvenztabelle wieder aufleben und eingefordert werden können, soweit diese nicht verjährt sind. Der Vergleich sollte entsprechend formuliert werden, am besten durch einen Kollegen, damit hier keine Risiken sich im Nachhinein ergeben.

Ich hoffe ich konnten Ihnen weiterhelfen.

Mit besten Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 25.04.2010 | 11:51

Hallo Herr Rechtsanwalt!

Ja, das ist mir egal ob diese Forderungen wieder aufleben oder nicht. Das sind ja nur 900€ und notfalls zahle ich diese auch gerne.

Das Insolvenzverfahren verbaut mir den weiteren Lebensweg, auch beruflich/schulisch. Die psychische Belastung mache ich langsam auch nichtmehr mit.

Sie haben mir leider manche Fragen nicht beantwortet.

Wann sind die Forderungen die NICHT angemeldet haben verjährt?

Was ist mit den Verfahrenskosten wenn ich gegen die Obliegenheiten verstoße? Werden die dann gestundet,
und erlassen?

Bitte um Antwort.

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.04.2010 | 12:17

Sehr geehter Ratsuchender,

vielen Dank für die Nachfrage. Für die nicht angemeldeten Forderung richtet sich die Verjährungsfristen nach §§ 199, 195 BGB. Die Verjährung beginnt regelmäßig zum Ende des Jahre in dem die Forderung fällig war und beträgt drei Jahre.

Gem. § 204 BGB ist die Verjährung für Forderung die zur Insolvenztabelle angemeldet wurden gehemmt.

Dies gilt nicht für Forderungen die nicht zur Insolvenztabelle angemdeldet wurden. Soweit die Forderungen tituliert wurden, z.B. druch einen Vollstreckungsbescheid beträgt die regelmäßige Verjährungsfrist allerdings 30 Jahre.

Die Verfahrenskosten sind von Ihnen zu tragen und sind bei einer vorzeitigen Restschuldbefreiung zu begleichen.

Gleichwohl sollten Sie eine Stundung beantragen, wobei ich die Erfolgsaussichten für eine Stundung eher gering einschätze.

Ich hoffe Ihre Nachfrage beantwortet zu haben.

Mit besten Grüßen

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