Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Regelinsolvenz Wiederholung


22.11.2017 00:32 |
Preis: 60,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Erneuter Insolvenzantrag nach Erteilung einer Restschuldbefreiung


Guten Tag, folgender Fall: 2008 mussten wir mit unserem Betrieb Insolvenz anmelden, keine Aufträge ect. 2014 wurde eine Restschuldbefreiung erteilt, da wir über die Jahre kräftig Schulden abgebaut haben, der Betrieb lief kleiner weiter.
Es lief alles gut, und nun hat sich durch den Bankrott eines Auftraggebers und einer ungeklärten Baurechtsfrage ergeben, dass wir wieder kurz vor dem Aus stehen. Wir haben haufenweise Aufträge, doch die Zulieferer wollen natürlich nicht ewig auf ihr Geld warten.
Meine Fragen: Ist eine erneute Regelinsolvenz möglich? Wir sind keine GMBH. Darf eine Firma weiter geführt werden bei erneuter Insolvenz? Können Baumaterial-Lieferanten eine Insolvenz einleiten wenn wir nicht bezahlen können?
Sollte das mit der Insolvenz nicht klappen, darf man uns Maschinen und Fahrzeuge pfänden (Abkantbanken ect.) die wir zum arbeiten benötigen? Danke
22.11.2017 | 01:05

Antwort

von


1130 Bewertungen
Goethestraße 21
60313 Frankfurt am Main
Tel: 069/209737530
Web: www.burges-schroeter.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Wenn es sich bei dem Unternehmen nicht um eine GmbH handelt, ist von einem Einzelunternehmen oder eine GbR auszugehen. Bei einer Insolvenz einer GbR werden die Gesellschafter persönlich in Anspruch genommen, so dass dies in der Regel eine Insolvenz der Gesellschafter nach sich zieht.

2. Wurde das damalige Insolvenz- und Restschuldbefreiungsverfahren für den oder die Einzelunternehmer beantragt, besteht durchaus die Möglichkeit wieder einen Insolvenzantrag zu stellen und sich unter den Schutz des Insolvenzverfahrens zu stellen.

Allerdings ist ein Antrag auf Erteilung der Restschuldbefreung nach § 287 a Abs. 2 InsO unzulässig, da Ihnen in den letzten 10 Jahren vor einem möglichen Antrag die Restschuldbefreiung erteilt wurde. Insoweit wäre der eigentliche Sinn des Insolvenzverfahrens, die Erteilung einer Restschuldbefreiung, versperrt.

3. Aus meiner Sicht bieten sich zwei Möglichkeiten an.

a) Sie führen eine außergerichtliche Schuldenregulierung mit den Gläubigern durch, um Zeit zu gewinnen den Ausfall zu verarbeiten. Die Gläubiger müßten ihre Forderung entweder stunden oder einen (Teil-) Verzicht aussprechen.

b) Die andere Möglichkeit wäre eine übertragende Sanierung, wonach Sie mit einem neu zu gründenden Unternehmen, beispielsweise einer Unternehmensgesellschaft (UG) oder eine GmbH den Geschäftsbetrieb fortführen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA

Nachfrage vom Fragesteller 22.11.2017 | 01:21

"Allerdings ist ein Antrag auf Erteilung der Restschuldbefreung nach § 287 a Abs. 2 InsO unzulässig, da Ihnen in den letzten 10 Jahren vor einem möglichen Antrag die Restschuldbefreiung erteilt wurde. Insoweit wäre der eigentliche Sinn des Insolvenzverfahrens, die Erteilung einer Restschuldbefreiung, versperrt. "

Wann wäre denn dann ein Antrag auf Insolvenz mit Restschuldbefreiung wieder möglich? 2024?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.11.2017 | 09:36

Vielen Dank für die Rückmeldung.

Ein Insolvenzantrag verbunden mit einem Antrag auf Erteilung der Restschuldbefreiung wäre nach § 287 a Abs. 2 InsO 10 Jahre nach Erteilung der Restschuldbefreiung zulässig. Maßgeblich ist der Beschluss des Insolvenzgerichtes über die Erteilung der Restschuldbefreiung. Erging der Beschluss im Jahre 2014, wäre in erneuter Antrag im Jahr 2024 zulässig.

§ 287 a Abs. 2 InsO

Der Antrag auf Restschuldbefreiung ist unzulässig, wenn
1. dem Schuldner in den letzten zehn Jahren vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder nach diesem Antrag Restschuldbefreiung erteilt oder wenn ihm die Restschuldbefreiung in den letzten fünf Jahren vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder nach diesem Antrag nach § 297 versagt worden ist oder

Ich hoffe dies hilft Ihnen weiter.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

1130 Bewertungen

Goethestraße 21
60313 Frankfurt am Main
Tel: 069/209737530
Web: www.burges-schroeter.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Gesellschaftsrecht, Insolvenzrecht, Wirtschaftsrecht, Vertragsrecht, Kreditrecht, Kaufrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60143 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle und hilfreiche Antworten. Kompetent und freundlich. So wünscht man es sich als Mandant. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr hilfreiche Informationen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle und ausführliche, sehr gute Antwort. ...
FRAGESTELLER