Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Regelinsolvenz - Darf der Insolvenzverwalter neue Kosten verursachen?

16.08.2013 15:00 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler


Zusammenfassung: Wenn sich während des Insolvenzverfahrens herausstellt, dass die Insolvenzmasse nicht ausreicht, um die Kosten des Verfahrens zu decken, ist dieses gemäß § 207 InsO einzustellen. Hat der Schuldner bereits bei Eröffnung des Verfahrens bedenken, kann er gegen den Beschluss Beschwerde (Frist) einlegen.

In wie weit ist ein Anwalt der als Insolvenzverwalter einer GmbH eingesetzt ist, verpflichtet, keine weiteren Kosten zu verursachen (Verfahrenskosten) sofern keine Masse vorhanden ist und auch keine mehr generiert werden kann?

Hat das Gesetzt hier Regelungen getroffen oder liegt das grundsätzlich immer im Ermessen und in der Fantasie des Insolvenzverwalters?
In welchen Paragraphen kann man das nachlesen?

In unserem Fall hat ein IV unter Angabe falscher Behauptungen nämlich der Vortäuschung von Masse, die es in Wirklichkeit nie gab, ein Verfahren eröffnet. Nun letztendlich Prozesskosten verursacht die nicht bezahlt werden. ich dachte, das Gesetz will genau sowas vermeiden?

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Soweit ich Sie verstehe, geht es darum, dass der Insolvenzverwalter eine Klage verloren hat und dem Gegner die Kosten nicht erstatten kann. Zudem soll auch keine Masse vorhanden sein und auch nicht mehr generiert werden können. Das würde bedeuten, dass auch die Kosten für das Insolvenzgericht und auch die Tätigkeit des Insolvenzverwalters nicht gedeckt sind.

In diesem Fall ist das Insolvenzverfahrens mangels Masse gemäß § 207 InsO einzustellen. Sie sollten eine entsprechende Einstellung bei Gericht anregen. Der Insolvenzverwalter würde in diesem Fall noch angehört, könnte aber hiergegen nichts machen, wenn es in der Tat so ist, dass keine die Kosten deckende Masse vorhanden ist.

Soweit ich Sie verstanden habe, sind Sie weiter der Ansicht, dass die Eröffnung des Insolvenzverfahrens bereits zu Unrecht erfolgt ist. Hierzu ist mitzuteilen, dass die Schuldnerin, also die GmbH gegen den Eröffnungsbeschluss innerhalb von zwei Wochen sofortige Beschwerde hätte einlegen können. Diese Frist dürfte schon abgelaufen sein. Es kann somit nicht mehr hinterfragt werden, ob die Annahme des Insolvenzverwalters in seinem Insolvenzgutachten, es sei eine die Verfahrenskosten deckende Masse vorhanden, zu Recht getroffen wurde.

Hierbei ist auch zu bedenken, dass eine gewisse Fehlerquelle immer besteht, da der Insolvenzverwalter ja neu in ein fremdes Unternehmen kommt und sich erst in die Verhältnisse einarbeiten muss. Soweit ein externer Steuerberater beauftragt wurde, ist oft auch die Buchhaltung nicht mehr aktuell. Selbst im eröffneten Verfahren werden ihm aus diesem Grund geringere Sorgfaltspflichten als z.B. einen GmbH-Geschäftsführer auferlegt, da er nur für die Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Insolvenzverwalters einzustehen hat, § 60 Abs. 1 S. 2 InsO. Wenn der Insolvenzverwalter also zu Unrecht angenommen hat, es könne Masse generiert werden, bedeutet dies nicht, dass dies eine vorsätzlich falsche Annahme war, wobei diese Frage wie gesagt wegen des Fristablaufes ohnehin dahinstehen kann.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Elke Scheibeler, Rechtsanwältin

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68386 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Antworten waren verständlich erklärt, Danke ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnell, klar und das um 23:40 Uhr! Vielen Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Top Antwort mit viel Recherche. Sie haben mir sehr weitergeholfen und sind intensiv auf die Problematik (Mischung verschiedener Rechtsgebiete) eingegangen! Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen